Schnepfenaale

wissenschaftlicher Name: Nemichthyidae. Schnepfenaale sind eine Familie der Knochenfische


Infos zu den Schnepfenaalen

  • Unterordnung: Aale (Anguilloidei)
  • Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
  • Überordnung: Echte Knochenfische (Teleostei)
  • Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
  • Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Arten der Familie sind großäugig und extrem langgestreckt. Ihr hinteres Körperende ist nicht mehr als die hautüberzogene Verlängerung der Wirbelsäule. Bis heute sind nur wenige vollständig erhaltene Exemplare bekannt. Bei einem Tier, das unverletzt war, hat man 670 Wirbel gezählt, die höchste Wirbelzahl, die bisher bei einem Tier festgestellt wurde.

Den Namen Schnepfenaale hat diese Familie daher, weil sie lange, weit gespreizte Kiefer haben, die an die Schnabelform der Schnepfen erinnert. Bis vor kurzem dachte man noch, dass es zwei Gruppen von Schnepfenaalen gibt, eine mit sehr langen, breiten und eine mit sehr kurzen, breiten Kiefern. Heute weiß man aber genau, dass es sich bei den Tieren mit kurzen Kiefern um Männchen und bei den mit langen um Weibchen und um die Jungaale beider Geschlechter handelt. Die Innen- und Außenseite der Kiefer sind mit kleinen, rückwärtsgerichteten Zähne bedeckt, aber nur bis zum Erreichen der Geschlechtsreife. Dann verlieren sie einen Großteil der Zähne, sie nehmen nur noch wenig Nahrung zu sich. Vermutlich sterben sie nach der Fortpflanzung.

Die Rücken- und Afterflossen erstrecken sich fast über die ganze Länge des Körpers.

Allerdings stellt sich noch die Frage, wie Schnepfenaale fressen, wenn die Kiefer nur hinten geschlossen werden können. Die Schnepfenaale konnten gelegentlich von Tiefseebooten beobachtet werden. Sie nahmen eine senkrechte, kopfabwärts gerichtete Position im Wasser ein, wobei der Körper entweder ruhig gehalten oder leicht hin- und herpendelte.

Verbreitung

Die Schnepfenaale sind in den wärmeren Ozeanen bis in 2000 m Tiefe weit verbreitet.

Ernährung

Aufgrund des Mageninhalts der wenigen gefangenen Exemplare kann man schließen, dass sich Schnepfenaale vorwiegend von Tiefsee-Garnelen ernähren. Diese Beutetiere haben sehr lange Fühler und Beine. Man nimmt an, dass die Schnepfenaale dadurch zu ihrer Beute kommen, weil sich die Garnelen mit ihren langen Tentakeln und Beinen in den innen oder außen liegenden Zähne verfangen.

Fortpflanzung

Die Larven dieser Familie sind an ihrem ungewöhnlich dünnen Körper und dem langen, fadenförmigen Schwanz leicht zu erkennen. Bei einer Länge von 30 cm wandeln sich die Larven in Jungaale.

Verwandtschaft

Schnepfenaale gehören zur Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes)
dazu gehören auch die Familien der Aale:

  • Aoteidae
  • Echte Aale oder Flussaale (Anguillidae)
  • Schwarze Tiefseeaale (Cyemidae)
  • Meeraale (Congridae)
  • Derichthyidae
  • Dysommatidae
  • Wurm- oder Spaghetti-Aale (Moringuidae)
  • Muränen (Muraenidae)
  • Nettastomidae
  • Schlangenaale (Ophichthyidae)
  • Serrivomeridae
  • Stumpfnasen-, Schleim- oder Schmarotzeraale (Simenchelyidae)
  • Grubenaale (Synaphobranchidae)
  • Xenocongriden (Xenocongridae)

und die Familien der Pelikanaale:
  • Pelikanaale (Eurypharyngidae)
  • Einkieferaale (Monognathidae)
  • Sackmäuler (Saccopharyngidae)

Systematik

Zur Familie der Schnepfenaale (Nemichthyidae) gehören die Gattungen:

  • Avocettina
  • Cercomitus
  • Labichthys
  • Nematoprora
  • Nemichthys

Eine Art

Der Schnepfenaal (Nemichthys scolopaceus) kommt in den gemäßigten bis tropischen Breiten des Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozeans in einer Tiefe um 1000 m vor. Er wird 1-1,5 m lang.



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