Aalartige

Wissenschaftlicher Name: Anguilliformes. Aalartige sind eine Ordnung der Knochenfische.


Informationen zu "Aalartige"

  • Überordnung: Echte Knochenfische (Teleostei)
  • Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii [Acanthopterygii])
  • Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterarbteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Abteilung: Bilateria

Allgemeines

Die Aale haben eine lang gestreckte, schlangenähnliche Gestalt. Brustflossen sind zwar vorhanden, aber die dazugehörigen Stützknochen, die die Verbindung zum Schädel darstellen, sind verloren. Darum sitzen die Brustflossen oft weit hinter dem Kopf. Daher ist die Kiemenregion des Kopfes verlängert. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse, sind zu einem durchgehenden Flossensaum geworden. Die Bauchflossen sind zurückgebildet oder fehlen, z.B. bei den Muränen. Die meisten Aale haben keine Schuppen, die Haut ist nackt und schleimig. Der Schleim unterstützt die Hautatmung.

Die Aale haben bis zu 260 Wirbel. Einige Arten können sogar bis 600 Wirbel haben. Daher sind die Körper extrem biegbar. Durch die Schlangenform können die Aale Lebensräume einnehmen, die anderen Fischen nicht zugänglich sind.

Verbreitung

Die Aale kommen in allen Meeren, außer in den Polargebieten vor, überwiegend um Nordamerika, Europa, Ostafrika, Madagaskar, Südindien, Sri Lanka, Südostasien, Malaiischer Archipel, Nord- und Ostaustralien und Neuseeland.

Ernährung

Die meisten Aale leben räuberisch. Ihre Nahrung besteht aus Fische, Schnecken, Muscheln, Würmer und Krebstiere. Es gibt auch Aale, die sich in anderen Fischen einbohren und dort parasitisch leben.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet bei allen Aalen im Meer statt, auch die der Flussaale. Sie wandern zum Laichen ins Meer zurück. Die Larven der meisten Aale haben ein weidenblattähnliches Aussehen, weshalb diese auch Weidenblattlarven, oder auch Leptocephalus, genannt werden. Nach 1-3 Monaten verwandeln sich die Larven zum eigentlichen Jungaal. Diese werden auch Glasaale genannt, weil sie fast durchsichtig sind.

Systematik

Die Ordnung der Aalartigen besteht etwa 24 Familien; etwa 150 Gattungen und etwa 600 Arten.

Die genaue Zahl der Familien ist unbekannt, da noch nicht alle Gruppen erforscht sind. Außerdem bereitet die Zuordnung der Leptocephalus-Larven (Weidenblattlarven) zu den einzelnen Arten Schwierigkeiten.

Die Ordnung der Aalartigen wird in zwei Unterordnungen aufgeteilt, nämlich in die Pelikanaale (Saccopharyngoidei) und den Aalen (Anguilloidei).

Verwandtschaft

Aalartige gehören zur Klasse der Knochenfische (Osteichthyes)

Familien

Zur Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes) gehören u. a. folgende Familien:

  • Aoteidae
  • Echte Aale oder Flussaale (Anguillidae)
  • Schwarze Tiefseeaale (Cyemidae)
  • Meeraale (Congridae)
  • Derichthyidae
  • Dysommatidae
  • Wurm- oder Spaghetti-Aale (Moringuidae)
  • Muränen (Muraenidae)
  • Schnepfenaale (Nemichthyidae)
  • Nettastomidae
  • Schlangenaale (Ophichthyidae)
  • Serrivomeridae
  • Stumpfnasen-, Schleim- oder Schmarotzeraale (Simenchelyidae)
  • Grubenaale (Synaphobranchidae)
  • Xenocongriden (Xenocongridae)
  • Pelikanaale (Eurypharyngidae)
  • Einkieferaale (Monognathidae)
  • Sackmäuler (Saccopharyngidae)

Wichtigste Familien

Muränen (Familie Muraenidae) verbergen sich tagsüber in den engen Hohlräumen von Korallenfelsen oder in den schmalen Spalten von Klippfelsen. Auch die Meeraale (Familie Congridae) suchen am Tage gern enge Verstecke an den Felsküsten auf. Die meisten Aale sind nachtaktiv, tagsüber verstecken sie sich, einige graben sich auch ein. Viele Arten leben in großen Tiefen und somit in absoluter Dunkelheit. Bis auf die Flussaale (Familie Anguillidae), den den größten Teil ihres Lebens im Süßwasser verbringen, sind alle Aale Meeresbewohner.

Die Schnepfenaale (Familie Nemichthyidae) haben ein eigenartiges Aussehen. Der Ober- und Unterkiefer klaffen vorne auseinander. Der Körper ist sehr lang gestreckt. Sie leben in Tiefen unter 1000 m.

Die Wurmaale (Familie Moringuidae) graben sich mit dem Kopf voran in den Meeresgrund ein, die Schlangenaale (Familie Ophichthyidae) dagegen graben sich mit ihrer harten Schwanzspitze zuerst ein. Die Röhrenaale (Familie Heterocongridae) leben kolonieweise in selbstgebauten Röhren. Bei Gefahr ziehen sie sich blitzschnell zurück.

Bei den Familien Dysommatidae, Grubenaale (Synaphobranchidae) und Stumpfnasenaale (Simenchelyidae) haben die Larven Teleskopaugen, was auf eine sehr nahe Verwandtschaft hindeuten könnte.

Die sechs Arten der Gattung Dysomma (der Familie Dysommatidae) haben so genannte Gaumenzähne. Das sind verlängerte Zähne im Gaumen. Die Brustflosse ist leicht zurückgebildet. Der Körper ist seitlich leicht abgeflacht und wird zum Schwanz hin dünner. Die Schwimmblase ist lang gestreckt und die Nasenöffnungen sind röhrenförmig.

Andere Familien sind weniger bekannt, weil die meisten von ihnen in der Tiefsee leben. Die weniger bekannten Familien sind die Messerzahnaale (Muraenosocidae), die an die Meeraale (Conger) erinnern, die Nettastomidae mit langer, enger Schnauze und kräftigen Zähnen und die Derichthyidae.

Die Familie Aoteidae ist vermutlich schon ausgestorben. Es wurde bisher nur ein Exemplar, mit dem wissenschaftlichen Namen Aotea acus, im Magen eines Schnappers (ein Barschartiger) gefunden und dass bereits 1926. Dieses Tier konnte keiner bisher bekannten Art zugeordnet werden. Der Körper war gestreckt, schuppenlos, zylindrisch und hatte keine Flossen. Die Schnauze war spitz und hatte eine weite Maulöffnung. Das war bisher das einzige Exemplar dieser Art.



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foto Schwarzer Tiefseeaal Schwarzer Tiefseeaal
wissenschaftlicher Name: Cyema atrum. Der Schwarze Tiefseeaal gehoert zur Ordnung der Aalartigen
foto Schmarotzer Stumpfnasenaal Schmarotzer Stumpfnasenaal
wissenschaftlicher Name: Simenchelys parasiticus. Der Schmarotzer-Stumpfnasenaal gehoert zur Ordnung der Aalartigen.
foto Echter Pelikanaal Echter Pelikanaal
wissenschaftlicher Name: Eurypharynx pelecanoides. Der Echte Pelikanaal gehoert zur Unterordnung der Pelikanaale
foto Muraenen Muraenen
wissenschaftlicher Name: Muraenidae. Muraenen sind eine Familie der Knochenfische
foto Echte Aale Oder Flussaale Echte Aale Oder Flussaale
wissenschaftlicher Name: Anguillidae. Echte Aale sind eine Familie der Knochenfische.
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