Informationen Maulwuerfe

wissenschaftlicher Name: Talpidae. Maulwuerfe sind eine Familie der Insektenfresser


Infos zu den Maulwürfen

  • Ordnung: Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Ohne Schwanz werden Maulwürfe zwischen 6 und 21,5 cm lang und das Gewicht liegt dann entsprechend zwischen 9 und 170 g. Die Nase ist bei den meisten Arten lang ausgezogen. Sie kann spitz oder etwas abgeplattet, nacht oder behaart sein. Der Hals und die Beine sind kurz. An jedem Fuß befinden sich fünf Zehen. Die Hände sind unterschiedlich ausgebildet.

Das Fell ist sehr fein und gleich lang. Da es keinen "Strich" hat, sich somit in alle Richtungen gleich gut streichen lässt, sind die Maulwürfe in der Lage, in ihren engen Gängen nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts zu kriechen. Meistens ist die Farbe dunkel oder schwarz, manchmal auch glänzend.

Lebensweise

Die meisten Maulwürfe sind Einzelgänger. Einige wenige Arten teilen sich ihre Gangsysteme miteinander. Maulwürfe dulden Artgenossen nur in ihrer Nähe, wenn reichlich Nahrung vorhanden ist.

Nicht alle Arten der Maulwürfe leben unterirdisch, wie wir es von unserem einheimischen Maulwurf kennen. Einige können klettern. Die meisten Maulwürfe sogar gute Schwimmer. Von ihnen habe sich einige ganz an das Leben im Wasser angepasst. Auch graben die meisten Arten ihre Gänge unter der Erde selber. Entweder werden die Tunnel flach unter der Erdoberfläche oder auch in tieferen Erdschichten angelegt. Tiefer hinein wühlen sich die Tiere vor allem im Winter. Die "Maulwurfshügel", die häufig aus loser Erde aufgeschüttet werden, bestehen aus den Erdaushub, der beim Tunnelbau anfällt. Dieser Erdaushub wird mit den Händen herausgedrückt. So ein Hügel kann bis zu 25 cm hoch werden und einen Durchmesser von 30 cm erreichen.

Ernährung

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Gliedertieren. Es werden Würmer, Spinnen, Raupen, Käferlarven und erwachsene Insekten, aber auch kleine Wasserkrebse oder Wirbeltiere verzehrt.

Fortpflanzung

Einmal im Jahr werden 1-7 nackte und äußerst hilflose Junge in einem ausgepolsterten Nest geboren. In seltenen Fällen, kann ein Weibchen auch noch ein zweites Mal im Jahr Junge bekommen. Die Mutter zieht die Jungen allein groß. Mit etwa 6-12 Monaten setzt die Geschlechtsreife ein.

Verwandtschaft

Maulwürfe gehören zur Ordnung der Insektenfresser (Insectivora)
dazu gehören auch die Familien der Tanrek- oder Tenrekartigen:

  • Schlitzrüßler (Solenodontidae)
  • Tanreks oder Tenreks (Tenrecidae)
  • Otterspitzmäuse (Potamogalidae)

die Familie der Igelartigen:
  • Igel (Erinaceidae)

die Familie der Goldmullartigen:
  • Goldmulle (Chrysochloridae)

Und die Familie der Spitzrüßlerartigen:
  • Spitzmäuse (Soricidae)

Systematik

Zur Familie der Maulwürfe (Talpidae) gehören die Unterfamilien:

  • Uropsilinen (Uropsilinae)
  • Desmane (Desmaninae)
  • Altwelt-Maulwürfe (Talpinae)
  • Scalopinen (Scalopinae)
  • Sternnasenmaulwürfe (Condylurinae)

Unterfamilie Uropsilinen

Zur Unterfamilie der Uropsilinen (Uropsilinae) gehört nur eine Art, der Asiatische Spitzmausmaulwurf (Uropsilus soriciceps). Er lebt in Ostasien, genauer in Nordburma, Szetschuan und Yünnan. Er ist 7 bis 8,5 cm und mit dem Amerikanischen Spitzmull zusammen, der genau so groß ist, der kleinste Maulwurf. Der Asiatische Spitzmausmaulwurf hat einen ca. 5-7 cm langen Schwanz. Er nimmt in dieser Familie eine Sonderstellung ein. Er hat zwar den Körperbau, der ihn in diese Familie einordnen lässt, doch ähnelt er in seiner äußeren Gestalt und der Lebensweise eher den Spitzmäusen. Selbst die Vorderbeine sind denen der Spitzmäuse sehr ähnlich. Er läuft auf dem Boden und klettert sogar in Büschen oder niedrigem Geäst herum. Auch hat er als einziger Maulwurf deutlich sichtbare äußere Ohrmuscheln. Der Schwanz und die Beine sind sehr schwach behaart und beschuppt.

Unterfamilie Desmane

Die Unterfamilie der Desmane (Desmaninae) ist in West- und Osteuropa verbreitet. Sie sind die größten Vertreter dieser Familie. Die Nasen sind zu einem kleinen Rüssel umgewandelt. Sie sind Wasserbewohner. Auch die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich im Wasser. Die Desmane haben die Ausgänge ihres Gangsystems zum Wasser hin angelegt. Die Beine sind zu Ruderfüßen mit Schwimmhäuten umgewandelt.

Der Russische Desman, Bisamrüßler oder Wychochol (Desmana moschata) ist etwa 18-21 cm lang und hat einen kurzen Hals. Der Schwanz ist körperlang und seitlich zusammengepresst. Die Hinterfüße sind sehr groß und es befinden sich Schwimmhäute und ein zusätzlicher, seitlicher Borstensaum an ihnen. Auch an den kleineren Vorderfüßen sind Schwimmhäute und ein Borstensaum angedeutet. Der lange, bewegliche Rüssel wird von der Oberlippe und der Nase gebildet. Die Spitze ist abgeplattet und besitzt zwei kreisrunde Nasenlöcher. An der Basis befinden sich Tasthaare, die der Orientierung dienen. Die Augen sind klein und die Ohren sind im Fell fast ganz versteckt. Das rotbraune Fell hat eine kurze, dichte, plüschige Unterwolle mit langen, steifen Schutzhaaren. Zum Bauch hin wird geht das Fell in ein Aschgrau über. Als Lebensraum bevorzugt der Russische Desman die Ufer stehender oder fließender Gewässer. Er teilt seine unterirdische Behausung mit Artgenossen oder auch mit Nagetieren. Der Desman ist dämmerungsaktiv. Ungesehen gleitet er ins Wasser und tastet den Boden nach Nahrung ab. Er ernährt sich von Blutegel und anderen Ringelwürmern. Aber auch Schnecken und Insekten fallen ihm zum Opfer. Der Schwanz wird wie ein Propeller bewegt und wird von kräftigen Ruderbewegungen der Hinterfüße unterstützt. Es gelingt ihm auch, Krebse und Frösche zu erbeuten. Aber auch Fischlaich und Jungfische werden nicht verschont. Die Paarungszeit liegt im Frühling. Nach einer Tragzeit von 40-50 Tagen werden 3-5 Junge geboren, die nach 40 Tagen dann ausgewachsen sind.

Der Pyrenäen-Desman oder Almizclero (Galemys pyrenaïcus) lebt in den Pyrenäen und im Bergland von Portugal. Er hat große Ähnlichkeit mit dem Russischen Desman. Er ist nur etwas kleiner und erreicht nur eine Größe von 11-15 cm. Der Schwanz ist genau so lang, wie der Körper selber. Nur an der Spitze ist er zusammengepresst. Auch im Lebensraum und der Lebensweise ähnelt er dem Russischen Desman.

Unterfamilie Altwelt-Maulwürfe

Die Unterfamilie der Altwelt-Maulwürfe (Talpinae) sind eigentlich die bekanntesten Maulwürfe. Sie sind kommen in Europa und Asien vor. Zur Gattung Talpa gehören 4 Arten. Alle Arten erreichen eine Körperlänge von etwa 11-17 cm und Gewichte von 40 bis 140 g. Die Hände sind breiter als lang und zu großen Grabschaufeln umgewandelt.

Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist weit über Eurasien bis in die Mongolei verbreitet. Sein Revier ist sehr gut an den Maulwurfshügeln zu erkennen. Er ist etwa 15 cm lang und hat zu riesigen Grabschaufeln umgewandelte Hände. Die Finger sind miteinander verwachsen und enden in schaufelförmigen Krallen. Das Fell ist dicht, samtweich und meisten schwarz. In seltenen Fällen kann es auch weiß, gelb, grau oder gescheckt sein. Der Kopf ist lang gestreckt und endet in einem richtigen kleinen Rüssel, der dem Tasten und Schnuppern in der "Unterwelt" dient. Äußere Ohrmuscheln sind nicht zu sehen, das Gehör ist trotzdem besonders gut ausgebildet. Die Augen sind sehr klein und schwach entwickelt. Männchen erreichen ein Gewicht von etwa 100 g, Weibchen können über 30 Gramm leichter sein. Das Gangsystem, das er anlegt, ist weit verzweigt. Etwa einen halben Meter unter der Erdoberfläche befindet sich die Nestkammer. Auf feuchten Wiesen legt der Europäische Maulwurf auch so genannte Sumpfburgen an. Das sind Erdhaufen, die über einen halben Meter hoch sind und im Inneren ein Nest beherbergen, das mit Laub und Gras ausgepolstert ist. Seine Hauptnahrung besteht aus Regenwürmern, Insektenlarven und Schnecken. Meisten dringen die Beutetiere beim Graben im Erdreich in das Gangsystem der Maulwürfe ein. Durch den ausgezeichneten Erschütterungssinn, dem besonders guten Gehör und dem feinen Tastsinn spürt der Maulwurf dieser Tiere auf und überwältigt sie. Auch Blindschleichen, Mäuse, Kröten und Frösche, die ins Maulwurfrevier eindringen, werden verzehrt. Hin und wieder legt der Maulwurf auch ein Nahrungsvorrat aus Regenwürmern an, die er durch einen Biss ins Vorderende gelähmt hat. Er hält keinen Winterschlaf. Wie die meisten Arten auch, ist auch der Europäische Maulwurf ein Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit kommen Männchen und Weibchen zusammen. Die Tragzeit beträgt etwa 2-3 Wochen. Dann werden 4-5 nackte Junge zur Welt. Etwa 4-6 Wochen werden die Jungen gesäugt. Mit etwa 3 Wochen öffnen sie ihre Augen. Er hat auch einige Feinde: Wildschweine und Dachse graben ihn aus und Bussarde schlagen ihn, wenn er einen Erdhügel aufwirft. Der Storch ist der größte Feind.

Der Ostmaulwurf (Talpa mictura) ist in Ost- und Südostasien bis nach Japan und Formosa beheimatet. Der Blindmaulwurf (Talpa caeca) ist in Südeuropa beheimatet. Er ist, wie alle anderen Maulwürfe auch, nicht vollkommen blind. Der Römische Maulwurf (Talpa romana) ist an der italienischen Westküste und auf Sizilien beheimatet.

Unterfamilie Scalopinen

Die Unterfamilie der Scalopinen (Scalopinae) ist die artenreichste mit 7 Gattungen und 10 Arten. Normalerweise sind die Arten in Nordamerika verbreitet, es gibt aber drei asiatische Arten: Der Langschwanzmaulwurf (Scaptonyx fuscicaudatus) ist in Südchina und Nordburma beheimatet.

Der Japanische Spitzmull (Urotrichus talpoides) lebt in Japan. Die Hände sind leicht verbreitert und haben Grabkrallen.

Vom Kansu-Maulwurf (Scaponulus oweni) sind bisher nur wenige Exemplare gefunden worden.

Der Amerikanische Spitzmull (Neurotrichus gibbsi) lebt an der amerikanischen Westküste von Britisch-Kolumbien bis Kalifornien. Mit einer Größe von 7 bis 8,5 cm ist er mit dem Asiatischen Spitzmausmaulwurf zusammen, der kleinste Maulwurf. Allerdings hat Der Amerikanische Spitzmull einen nur 3-4 cm langen Schwanz. Äußere Ohrmuscheln sind nicht vorhanden. Die Augen sind klein. Auch ihre Hände sind leicht verbreitert und mit Grabkrallen besetzt.

Die Gattung der Westamerikanischen Maulwürfe (Scapanus). lebt ebenfalls an der Westküste von Britisch-Kolumbien bis Kalifornien. Die Tiere dieser Gattung werden bis 18,5 cm lang und erreichen ein Körpergewicht von 50-170 g. Sie sind somit die schwersten Maulwürfe. Die Hände sind wie bei den Altwelt-Maulwürfen zu Grabschaufeln umgewandelt, sind breiter als lang.

Der Pazifische Maulwurf (Scapanus orarius) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 11-18,5 cm und eine Schwanzlänge von 2-5,5 cm. Er bevorzugt den lockeren Boden in den Laubwäldern Nordamerikas, von Britisch Columbia bis Baja California. Seine Nasenlöcher sind nach oben geöffnet. Die Augen sind besser sichtbar, als bei anderen Arten. Er kann dadurch aber nicht besser sehen. Er lebt unter der Erde. Die Nahrung besteht aus Würmern und Larven, die er am Boden findet. Nach einer Tragzeit werden am Frühlingsanfang 2-5 Junge zur Welt gebracht. Im Aussehen und in der Lebensweise sind ihm der Kalifornische Maulwurf oder Breitfußmaulwurf (Scapanus latimanus) und der Townsends Maulwurf (Scapanus townsendi) sehr ähnlich.

Die Gattung der Ostamerikanischen Maulwürfe (Scalopus) ist an der Ostküste von Südkanada bis nach Florida, einige Arten sogar bis nach Mexiko, verbreitet. Die Größen liegen zwischen 11 und 17 cm und die Gewichte zwischen 40 und 140 g. Auch sie haben zu Grabschaufeln umgewandelte Hände. Die Tiere dieser Gattung sollen zu der eigentlichen Nahrung zusätzlich pflanzliche Nahrung aufnehmen.

Der Ostamerikanische Maulwurf (Scalopus aquaticus) lebt im Osten und der Mitte der USA. Er wird 20 cm lang und 120 g schwer. Die Schwanzlänge beträgt 4 cm. Die Augen sind unter der Haut verborgen. Das Fell ist schwarz. Er sieht dem Bürstenmaulwurf sehr ähnlich.

Der Bürsten- oder Haarschwanzmaulwurf (Parascalopus breweri) ist ebenfalls an der Ostküste von Südkanada bis nach Florida beheimatet. Er erreicht ein Gewicht von etwa 50 g und gehört zu den etwas größeren, typischen Maulwürfen. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 11,5 bis 14 cm, die Schwanzlänge 2-3,5 cm. Der Schwanz erinnert an eine Bürste. Seine Hände sind etwa so breit wie lang. Er gräbt ein zweistöckiges Gangsystem. Das obere Stockwerk befindet sich direkt unter der Erdoberfläche und wird in der warmen Jahreszeit benutzt. Das untere Stockwerk wird in der kalten Jahreszeit bewohnt. Die Paarung findet Anfang April statt. Die Weibchen bringen dann im Mai im Durchschnitt 4 Junge zur Welt. Etwa einen Monat lang werden sie gesäugt oder gefüttert. Dann werden sie von der Mutter verjagt und müssen das Revier verlassen.

Unterfamilie Sternnasenmaulwürfe

Die Unterfamilie der Sternnasenmaulwürfe (Condylurinae) weicht vom Körperbau es was ab. Es gibt nur eine Art, den Sternmull (Condylura cristata). Er lebt in den feuchten oder sumpfigen Gegenden Nordamerikas. Seine Tunnelausgänge legt er gerne unter Wasser an. Er ist ein guter Schwimmer und Taucher. Seine Beute, die aus Insektenlarven und kleinen Krebschen besteht, holt er aus dem Wasser. Das Besondere an ihm ist der Tentakelkranz an seiner Nasenspitze und der lange Schwanz. Die 22 Fransen oder Tentakel sind einzeln und unabhängig voneinander beweglich. Bei der Nahrungssuche und -jagd sind fast alle Tentakel in ständiger Bewegung. Das Fell ist schwarzbraun bis schwarz. Allerdings ist es nicht, wie bei den anderen Arten, weich und samtig. Es ist aber sehr dicht und optimal an das Schwimmen und Tauchen angepasst. Der Sternmull erreicht eine Länge von 15-21 cm. Über ein Drittel entfallen dabei auf den Schwanz. Die Hände sind genauso lang wie breit und zu Grabschaufeln umgewandelt. Im Schwanz kann ein Fettdepot angelegt werden. Er hält keinen Winterschlaf. Er geht auch noch auf Jagd, wenn bereits Eis und Schnee liegt. Im Winter leben die Männchen mit den Weibchen zusammen. Das Weibchen bringt zwischen Mitte April und Mitte Juni einmal 2-7 Junge zur Welt. Mit 10 Monaten setzt die Geschlechtsreife ein.


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