Informationen Insektenfresser

Informationen und Bilder zum Thema Insekten- oder Kerbtierfresser:
wissenschaftlicher Name: Insectivora. Insektenfresser sind eine Ordnung der Säugetiere.


Infos zu den Insektenfressern

  • Englisch: Insectivores
  • Französisch: Insectivores
  • Finnisch: Hyönteissyöjät

  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Entstanden ist diese Ordnung vor etwa 100 Millionen Jahren, sie entwickelte sich somit sogar noch im Zeitalter der Dinosaurier. Sie gilt als Stammgruppe der Höheren Säugetiere. Im Laufe der Evolution spalteten sich alle anderen Höheren Säugetiere aus dieser Ordnung ab.

Auch wenn sich die einzelnen Familien lange, getrennt entwickelt haben, so gibt es doch gewisse Gemeinsamkeiten. Gemeinsam haben sie alle ein sehr ursprüngliches ungefurchtes Gehirn und ein altertümliches, wenig spezialisiertes Gebiss mit eine meistens hohen Anzahl von Zähnen.

Den ursprünglichsten Typ stellen die rattenähnlichen Formen, wie die Schlitzrüßler und die Großen Rattenigel dar. Die Kleinen Rattenigel und die Tenreks scheinen auf dem Weg zum Igeltyp stehen geblieben zu sein. Die Echten Igel und die Igeltanreks haben ein Stachelkleid ausgebildet. Die meisten Insektenfresser jedoch haben eine spitzmausähnliche Gestalt. Die meisten Arten sind meistens klein bis sehr klein. Spitzmausformen findet man neben den Spitzmäusen auch bei den Tenreks und den Maulwürfen. Allerdings finden sich bei den Maulwürfen keine reinen Spitzmausformen sondern eher Übergangsformen. Die Otterspitzmäuse und die Desmane haben einen an das Wasserleben angepassten Körperbau.

Die Kopf-Rumpf-Längen reichen von unter 4 bis über 40 cm, die Schwanzlängen von 0 bis etwa 25 cm und die Gewichte von 1,2 bis 1500 g. Die Nase ist häufig rüsselförmig verlängert und sehr beweglich. An den Vorderpfoten befinden sich meistens 5 Finger oder/mit Krallen, an den Hinterpfoten immer 5 Zehen. Im Ober- und Unterkiefer befinden sich viele kleine spitze Zähne. Die Augen und Ohren sind verhältnismäßig klein.

Die einzelnen Typen:
1. Der Spitzmaustyp: Läufer oder manchmal auch Schwimmer, hat einen langen, mit samtweichem Fell bedeckten Körper, oft einen langen Schwanz, kurze Gliedmaßen und eine spitze Schnauze mit unterständigem Mund. Hierzu gehören die Spitzmäuse (Soricidae), Schlitzrüßler (Solenodontidae) und Reiswühler (Oryzorictes).
2. Der Maulwurftyp: Erdwühler, besitzt einen zylindrisch-stromlinienförmigen Körper, ein samtweiches Fell, weit seitlich, gekrümmt ansetzende Vordergliedmaßen und oft eine rüsselartig verlängerte Schnauze. Der Schwanz ist meistens sehr kurz, bei einigen Vertretern jedoch lang und ruderförmig abgeflacht. Hierzu gehören die Goldmulle (Chrysochloridae) und Maulwürfe (Talpidae).
3. Der Igeltyp: Läufer mit kurzem Schwanz und gedrungenem Körper, dessen Rücken mit Stacheln, aber auch mit normalen Haaren bedeckt ist. Hierzu gehören die Igel (Erinaceidae) und Tanreks oder Tenreks (Tenrecidae).
4. Der Rattentyp: Läufer mit weniger zugespitzter Schnauze als die Spitzmäuse und mit einem langen, nackten Schwanz. Hierzu gehören die Ratten- oder Haarigel (Echinosoricinae).
5. Der Schwimmtyp oder Ottertyp: wasserlebend wie die Otter, hat einen langen Körper mit stumpfer Schnauze und langem, ruderartig abgeflachtem Schwanz. Hierzu gehören die Otterspitzmäuse (Potamogalidae).

Insektenfresser lieben die Wärme. Temperaturen von über 30°C werden von allen bevorzugt. Sie sind "Nasentiere", d.h. sie orientieren sich bevorzugt mit der Schnauze oder dem Rüssel. Auch sehr gut bis ausgezeichnet entwickelt ist der Tastsinn über die vielen langen Tasthaare der Nasenspitze. Auch ist das Gehör gut entwickelt, auch wenn bei einigen Arten - wie bei den im Boden lebenden Wühlern - die Ohrmuscheln zurückgebildet sind.

Die Lebenserwartungen liegen bei 8-10 Monaten bis hin zu 8 Jahren.

Verbreitung

Zu finden sind die Insektenfresser in Wald- und Buschgebieten, Trockengebieten, Halbwüsten, Wiesen, Prärien, feuchten und sumpfigen Gebieten, an Teichen, Flüssen und Meeresküsten. Einige Arten sind auch Kulturfolger, man findet sie in menschlichen Siedlungen.

Feinde

Viele Arten sondern ein moschusartiges Sekret aus Seitendrüsen, die sich an den Flanken des hinteren Körperteils befinden, oder aus besonderen Schwanzdrüsen ab. Durch diese Sekrete werden viele Feinde abgewehrt. Katzen und andere Säugetiere mit einem gut ausgeprägten Geruchssinn töten zwar hin und wieder Spitzmäuse oder Maulwürfe, vertilgen sie aber nicht.

Lebensweise

Die Lebensweisen sind unterschiedlich.

Bis auf die "Wühler" und die ans Wasserleben angepassten Arten sind alle anderen Insektenfresser bodenlebende Räuber. Die meisten Arten sind nachtaktiv, einige aber auch tagaktiv. Diese Tiere leben in mehr oder weniger festen Wohnräumen und haben meistens einen kleinen Aktionsradius. Sie unternehmen meist keine großen Wanderungen, sondern benutzen wiederholt bestimmte Wege oder Wechsel. Die meisten Arten haben feste Wohnplätze, Höhlen oder Baue, die sie immer wieder aufsuchen. Viele Arten sind Einzelgänger und zeigen kein besonderes Sozialverhalten. Nur die Schlitzrüßler bilden hier eine Ausnahme.

Einige Arten sind in der Lage bei kälteren Temperaturen Ruheperioden in ihren Schlupfwinkeln einzulegen. Manche verharren in einem mehr oder weniger starren Zustand. Einen richtigen Winterschlaf halten nur die Igel und die Tenreks.

Ernährung

Die Nahrung besteht nicht nur aus Insekten, sondern auch aus anderen Gliederfüßern, Weichtieren, Krebstieren, kleineren Wirbeltieren (wie Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren), verschiedene Pflanzenkost (wie Wurzeln, Samen und Früchte) und sogar aus Aas.

Fortpflanzung

Die Jungen kommen in besonderen Schlupfwinkeln zu Welt. Sie sind entweder gar nicht oder spärlich behaart bzw. bestachelt. Die Augen werden erst nach mehr als zwei Wochen geöffnet. Die >Schlitzrüßler bilden auch hier eine Ausnahme.

Nach Tragzeiten von 15-70 Tagen (teilweise sogar noch länger) bringen die Weibchen 1-10 Junge (ausnahmsweise sogar bis 31 Junge) mit Gewichten von 0,18 bis 50 g zur Welt. Entwöhnt werden sie mit 15 Tagen bis 3 Monaten, geschlechtsreif dann mit 2-10 Monaten.

Verwandtschaft

Insektenfresser gehören zur Unterklasse der Höheren Säugetiere (Eutheria)
dazu gehören auch die Ordnungen:

  • Rüsselspringer (Macroscelidea)
  • Fledertiere (Chiroptera)
  • Riesengleiter (Dermoptera)
  • Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Herrentiere oder Primaten (Primates)
  • Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Schuppentiere (Pholidota)
  • Nagetiere (Rodentia)
  • Raubtiere (Carnivora)
  • Hasentiere (Lagomorpha)
  • Waltiere (Cetacea)
  • Röhrenzähner (Tubulidentata)
  • Rüsseltiere (Proboscidea)
  • Seekühe (Sirenia)
  • Schliefer (Hyracoidea)
  • Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Paarhufer (Artiodactyla)

Systematik

Zur Ordnung der Insektenfresser (Insectivora) gehören die Familien der Tanrekartigen:

  • Schlitzrüßler (Solenodontidae)
  • Tanreks oder Tenreks (Tenrecidae)
  • Otterspitzmäuse (Potamogalidae)

die Familien der Igelartigen:
  • Igel (Erinaceidae)

die Familien der Goldmullartigen:
  • Goldmulle (Chrysochloridae)

und die Familien der Spitzrüßlerartigen:
  • Spitzmäuse (Soricidae)
  • Maulwürfe (Talpidae)


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foto Langohrigel Art Langohrigel Art
wissenschaftlicher Name: Hemiechinus auritus. Der Langohrigel gehoert zur Gattung der Langohrigel
foto Grosser Haarigel Grosser Rattenigel Oder Raffles Haarigel Grosser Haarigel Grosser Rattenigel Oder Raffles Haarigel
wissenschaftlicher Name: Echinosorex gymnurus. Der Grosse Haarigel gehoert zur Familie der Igel.
foto Braunbrust Oder Europaeischer Igel Braunbrust Oder Europaeischer Igel
wissenschaftlicher Name: Erinaceus europaeus. Der Braunbrustigel gehoert zur Gattung der Kleinohrigel
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Aethiopischer oder Wuestenigel:
wissenschaftlicher Name: Paraechinus aethiopicus. Der Aethiopische Igel gehoert zur Gattung der Wuestenigel
foto Spitzmausigel Spitzmausigel
Spitzmaus- oder Chinesischer Kleiner Haarigel:
wissenschaftlicher Name: Neotetracus sinensis. Der Spitzmausigel gehoert zur Familie der Igel
foto Kapigel Kapigel
wissenschaftlicher Name: Atelerix frontalis. Der Kapigel gehoert zur Gattung der Vierzehenigel
foto Algerischer Igel Algerischer Igel
wissenschaftlicher Name: Atelerix algirus. Der Algerische Igel gehoert zur Gattung der Vierzehenigel
foto Steppenigel Steppenigel
wissenschaftlicher Name: Mesechinus. Steppenigel sind eine Gattung der Insektenfresser
foto Philippinen Rattenigel Philippinen Rattenigel
wissenschaftlicher Name: Podogymnura. Philippinen-Rattenigel sind eine Gattung der Insektenfresser
foto Amur Oder Chinesischer Igel Amur Oder Chinesischer Igel
wissenschaftlicher Name: Erinaceus amurensis. Der Amurigel gehoert zur Gattung der Kleinohrigel
foto Indischer Igel Indischer Igel
wissenschaftlicher Name: Paraechinus micropus. Der Indische Igel gehoert zur Gattung der Wuestenigel
foto Rattenigel Rattenigel
wissenschaftlicher Name: Echinosoricinae. Rattenigel sind eine Unterfamilie der Insektenfresser
foto Kleiner Haar Ratten Zwerghaar Schweinshaarigel Kleiner Haar Ratten Zwerghaar Schweinshaarigel
wissenschaftlicher Name: Hylomys suillus. Der Kleine Haarigel gehoert zur Gattung der Kleinen Haarigel
foto Kuba Schlitzruessler Kuba Schlitzruessler
Kuba-, Kubanischer Schlitzrüßler oder Almiqui:
wissenschaftlicher Name: Solenodon cubanus. Der Kuba-Schlitzruessler gehoert zur Gattung der Schlitzruessler
foto Haarigel Oder Rattenigel Haarigel Oder Rattenigel
wissenschaftlicher Name: Echinosoricinae. Haarigel sind eine Unterfamilie der Igel.
foto Weissbrustigel Weissbrustigel
wissenschaftlicher Name: Erinaceus concolor. Der Weissbrustigel gehoert zur Gattung der Kleinohrigel
foto Brandts Igel Brandts Igel
wissenschaftlicher Name: Paraechinus hypomelas. Der Brandts Igel gehoert zur Gattung der Wuestenigel


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