Infos zu den Taschennagern
Der Körper ist walzenförmig und wirkt plump. Der Hals ist sehr kurz, ebenso die Schnauze. Die Ohren und die Augen sind winzig. Die Pfoten kurz aber kräftig, die Grabkrallen sind stark und sichelförmig. Die Nagezähne sind gelbbraun und ziemlich groß, auch bei geschlossenem Maul sind sie stets sichtbar. Die Nagezähne unterstützen die vorderen Grabkrallen beim Wühlen. Am Schwanz befinden sich viele empfindliche Tasthaare.
Den Namen haben die Taschennager von ihren Backentaschen. Diese sind tief und innen mit Fell versehen. Wenn diese Taschen gesäubert werden müssen, werden diese einfach nach außen gekehrt.
Taschennager findet man im gesamten Nordamerika bis Mexiko.
Taschennager führen eine unterirdische, wühlende Lebensweise. Die Röhren, die die sie anlegen sind teilweise so eng, dass die Tiere oft nicht wenden können und somit rückwärts durch ihre Gänge laufen. Dabei ist der Schwanz vorgestreckt und dient als Fühler.
Taschennager gelten als Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit verlässt das Männchen seinen Bau. Gleich nach der Paarung verzieht es sich wieder in seinen Bau.
Die Nahrung der Taschennager besteht aus Wurzeln, Samen, Früchten, Knollen, Nüssen und saftigen Stengeln und wird erst einmal in mundgerechte Stücke geschnitten und in den Backentaschen in die Vorratskammern gebracht.
Während der Paarungszeit wird das Weibchen von mehreren Männchen begattet. Dann ein- bis zweimal im Jahr (Frühling und evtl. Herbst) nach eine Tragzeit von 18-19 Tagen bringt das Weibchen jeweils 2-10 winzige, unbehaarte Junge zur Welt.
Taschennager gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia)
dazu gehören auch die Familien der Meerschweinchenverwandten:
Zur Familie der Taschennager (Geomyidae) gehören die Gattungen:
Die Gebirgs-Taschenratte (Thomomys bottae) lebt in den südlichen Rocky Mountains bis nach Nordkalifornien. Die Fellfärbung hängt von der Region ab. Die Tiere, die an der Kalifornischen Küste leben sind schwarz, die, die im Gebirge leben meistens braun und die, die in der Imperial-Wüste leben sogar fast weiß.
Die Nördliche Taschenratte (Thomomys talpoides) lebt in Südwestkanada und Colorado (USA). Als Lebensraum bevorzugt sie Grasland und lichten Wald. Sie geht dabei bis in 4000 m Höhe. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-30 cm und eine Schwanzlänge von 6-9,5 cm. Die Nördliche Taschenratte lebt teilweise in Gebieten mit strengen Wintern, hält aber keinen Winterschlaf. Für diese Zeit füllt sie ihre Vorratslager mit Wurzeln und Knollen. Das Weibchen bringt nach etwa 18 Tagen bis zu 10 Junge zur Welt. Viele Weibchen paaren sich erneut unmittelbar nach der Geburt und bringen dann nach der Entwöhnung der ersten Jungen bereits die nächsten zur Welt.
Die Riesen-Taschenratte (Thomomys bulbivorus) lebt in Oregon, im Willamette Valley.
Die Flachland-Taschenratte (Geomys bursarius) lebt von der kanadischen Grenze bis Mexiko. Als Lebensraum bevorzugt sie sandigen Boden mit vereinzelten Waldgebieten. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 18-24 cm und eine Schwanzlänge von 10-12,5 cm. Auch hier gibt es unterschiedlich Fellfarben. Im Westen sind die Tiere gelbbraun, in Illinois braun bis fast schwarz. Häufig sind auch gefleckte Tiere oder sogar Albinos. Die Flachland-Taschenratte bringt nur 2-3 Junge zur Welt. Diese werden nach 10 Tagen bereits entwöhnt, sie bleiben aber noch 2 Monate im Nest der Mutter. Geschlechtsreif werden diese Tiere mit 3 Monaten.
Die Hamsterratte (Orthogeomys grandis) lebt in immergrünen Laubwäldern in Mexiko. Sie ist der größte Taschennager mit einer Körperlänge von 35 cm und einem Gewicht von bis zu 1 kg.