Informationen Taschenmaeuse

wissenschaftlicher Name: Heteromyidae. Taschenmaeuse sind eine Familie der Nagetiere


Infos zu den Taschenmäusen

  • Unterordnung: Hörnchenverwandte (Myomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Vorderbeine der meisten Taschenmäuse sind verkürzt und die Hinterbeine sind zu Springbeinen verlängert. Diese Mäuse bewegen sich hüpfend vorwärts. Der Schwanz ist mindestens körperlang, bei den hüpfenden Arten befindet sich an der Spitze eine Quaste. Ihren Namen haben die Taschenmäuse von den Backentaschen, die mit Fell versehen sind.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Taschenmäuse liegt im Westen Amerikas, von der Grenze Kanadas über Mexiko bis nach Ecuador. Als Lebensraum bevorzugen sie trockene und wüstenartige Gebiete, einige Arten leben auch in Feuchtbiotopen.

Lebensweise

Taschenmäuse sind nachtaktiv.

Ernährung

Die Nahrung der Taschenmäuse besteht aus Blüten, Samen und anderen Pflanzenteilen, aber auch Insekten und deren Larven. Das Futter wird in den Backentaschen in die Vorratslager gebracht.

Verwandtschaft

Taschenmäuse gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia)
dazu gehören auch die Familien der Meerschweinchenverwandten:

  • Chinchillaratten (Abrocomidae)
  • Pakas (Agoutidae)
  • Sandgräber (Bathyergidae)
  • Baum- und Ferkelratten (Capromyidae)
  • Meerschweinchen (Caviidae)
  • Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
  • Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae)
  • Kammratten oder Tukotukos (Ctenomyidae)
  • Agutis und Acouchis (Dasyproctidae)
  • Pakaranas (Dinomyidae)
  • Stachelratten (Echimyidae)
  • Baumstachler (Erethizontidae)
  • Riesennager, Wasserschweine oder Capybaras (Hydrochoeridae)
  • Nutrias (Myocastoridae)
  • Degus oder Trugratten (Octodontidae)
  • Felsenratten (Petromuridae)
  • Rohrratten (Thryonomyidae)

die Familien der Stachelschweinverwandten:
  • Stachelschweine (Hystricidae)

die Familien der Mäuseverwandten:
  • Wühler (Cricetidae)
  • Springmäuse oder Springnager (Dipodidae)
  • Bilche (Gliridae)
  • Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Stachelbilche (Platacanthomyidae)
  • Wurzelratten (Rhizomyidae)
  • Salzkrautbilche (Seleviniidae)
  • Blindmäuse (Spalacidae)
  • Hüpfmäuse und Streifenhüpfmäuse (Zapodidae)

und die Familien der Hörnchenverwandten:
  • Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
  • Stummelschwanzhörnchen (Aplodontidae)
  • Biber (Castoridae)
  • Taschennager oder Taschenratten (Geomyidae)
  • Springhasen (Pedetidae)
  • Hörnchen (Sciuridae)

Systematik

Zur Familie der Taschenmäuse (Heteromyidae) gehören die Gattungen:

  • Taschenspringer oder Kängururatten (Dipodomys)
  • Stacheltaschenmäuse (Heteromys und Liomys)
  • Kängurumäuse (Microdipodomys)
  • Eigentliche Taschenmäuse (Perognathus)

Gattung der Eigentlichen Taschenmäuse

Die Arten der Gattung der Eigentlichen Taschenmäuse (Perognathus) sind meistens klein. Sie erreichen Körperlängen von 5-12 cm. Es gibt aber auch größere Arten. Sie sehen den eigentlichen Mäusen sehr ähnlich, denn der Kopf ist zugespitzt und die meisten Arten laufen auf allen Vieren. Die Eigentlichen Taschenmäuse brauchen nicht zu trinken, denn sie decken ihren Wasserbedarf komplett aus der Nahrung und durch verbrennen von Körperfett. Einige Arten halten einen längeren Sommerschlaf.

Die Seiden-Taschenmaus (Perognathus flavus) lebt in den trockenen Tiefebenen von Wyoming bis Texas und Mexiko. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-12 cm und eine Schwanzlänge von 4,5 bis 6 cm. Ihr Fell ist dicht und weich. An den Fußsohlen hat sie dicke Kissen aus weichem Haar, die verhindern, dass sich die Seiden-Taschenmaus im abends noch heißen Sand die Fußsohlen verbrennt. Dieses Tier läuft entweder auf allen Vieren oder hüpft auf den Hinterbeinen durch die Gegend. Die Paarungszeiten sind von April bis Juni und von August bis September. Pro Wurf bringt das Weibchen dann 4 Junge zur Welt.

Die Kalifornische Taschenmaus (Perognathus californicus) lebt in den trockenen Sandebenen von Kalifornien und Baja California. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 19-23 cm und eine Schwanzlänge von 10-14,5 cm. Der Eingang zum unterirdischen Bau liegt meistens unter einem Strauch oder im Unterholz. Die Nahrung besteht in erster Linie aus Samen, aber auch grüne Pflanzenteile. Die Paarungen finden von April bis September statt. Nach einer Tragzeit von 25 Tagen bringt das Weibchen dann pro Wurf 7 Junge zur Welt.

Gattung der Taschenspringer

Die Gattung der Taschenspringer oder Kängururatten (Dipodomys) lebt auf Sandboden, aber auch in harten Böden werden die Bauten angelegt. Alle Arten haben stark verlängerte Hinterbeine, die der hüpfenden Fortbewegung dienen. Der lange Schwanz wird dabei als Steuerruder eingesetzt. Diese Gattung ist durch den Walt-Disney-Klassiker "Die Wüste lebt" bekannt geworden. Als natürlich Feinde sind die Klapperschlangen und die Prärieeulen bekannt. Als Wüstenbewohner gehen diese Tiere sehr sparsam mit ihrem Wasservorrat im Körper um. Selbst dem hochkonzentrierten Harn wird in der Harnblase noch das Wasser entzogen. Die Pazifik-Kängururatte (Dipodomys agilis) aus Kalifornien und die Ord-Kängururatte (Dipodomys ordi) sind sehr häufig und gelten als schädlich. Die Texas-Kängururatte (Dipodomys elator) dagegen ist durch den Einfluss des Menschen vom Aussterben bedroht.

Der Taschenspringer oder Kängururatte (Dipodomys phillipsi) lebt in Kalifornien und an der Küste westlich des Kaskadengebirges und der Sierra Nevada. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12-14 cm und eine Schwanzlänge von 16-18 cm. Die Oberseite des Körpers ist lichtbraun, die Seiten gelblichweiß und die Unterseite reinweiß.

Die Wüsten-Kängururatte (Dipodomys deserti) lebt im trockenen Unterholz und im Grasland von Nevada bis Mexiko. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30,5 bis 38 cm und eine Schwanzlänge von 18-21,5 cm. Sie bevorzugt für den Höhlenbau lockeren Boden. Nach einer Tragzeit von ca. 30 Tagen bringt das Weibchen pro Wurf bis zu 5 Junge zur Welt.

Gattung der Kängurumäuse

Die Gattung der Kängurumäuse (Microdipodomys) lebt auf feinem Sandboden. Sie sind nur etwas kleiner als die Taschenspringer, haben aber ansonsten die gleiche Lebensweise wie die Taschenspringer.

Die Blasse Kängurumaus (Microdipodomys pallidus) lebt in den Sanddünen im Westen von Zentral-Nevada. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 6,5 bis 8 cm und eine Schwanzlänge von 6,5 bis 10 cm. Sie hat sehr kräftige Hinterbeine, mit denen sie sehr weit springen kann.

Gattungen der Stacheltaschenmäuse

Die Gattungen der Stacheltaschenmäuse (Heteromys und Liomys) lebt in Mais- und Getreidefeldern, einige Arten leben auch in Feuchtgebieten. Das Fell besteht aus spitzen Stacheln und flachen, steifen Borsten und weicher Unterwolle. Normalerweise laufen Stacheltaschenmäuse auf allen Vieren, auf der Flucht jedoch hüpfen sie auf den Hinterbeinen weg. Diese Tiere sind relativ gute Kletterer.

Die Mexikanische Stacheltaschenmaus (Liomys irroratus) lebt in den trockenen Wäldern an der Südwestspitze von Texas und in Mexiko. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 19-30 cm und eine Schwanzlänge von 9,5 bis 17 cm. Mehrmals im Jahr bringt das Weibchen im Durchschnitt 4 Junge zur Welt.

Die Stacheltaschenmaus (Heteromys anomalus) lebt im tropischen Regenwald in Kolumbien, Venezuela und Trinidad. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12,5 bis 16 cm und eine Schwanzlänge von 13-20 cm. Ihre Nahrung besieht aus Samen, Knospen, Früchten, Blättern und jungen Sprossen. Mehrmals im Jahr bringt auch das Weibchen dieser Art im Durchschnitt 4 Junge zur Welt.

Die Goldman-Stacheltaschenmaus (Heteromys goldmani) erreicht eine Körperlänge von 12-15 cm. Das Weibchen bringt drei- bis viermal im Jahr jeweils 3-4 Junge zur Welt.


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