Informationen Stachelratten

wissenschaftlicher Name: Echimyidae. Stachelratten sind eine Familie der Nagetiere


Infos zu den Stachelratten

  • Unterordnung: Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Größen der Stachelratten reichen von hausmausgroß bis fast 50 cm. Hinzu kommt noch der Schwanz, der in der Regel körperlang ist. Die Nase ist oft spitz und nicht wie bei den Meerschweinchenverwandten üblich gerundet. Die erste Zehe der Vorderfüße ist verkümmert. Die meisten Arten haben ein grobes, von borstigen Stacheln durchsetztes Fell, das der gesamten Familie ihren Namen gab.

Wenn Stachelratten mit einem Räuber in Kontakt kommen, dann werfen sie ihren Schwanz ab. Es gibt am 5. Schwanzwirbel eine vorgegebene Bruchstelle. Wenn also ein Feind den Schwanz packt, kann er leicht abreißen. Allerdings wächst der Schwanz dann nicht mehr nach.

Verbreitung

Die Stachelratten leben im gesamten tropischen Südamerika, von Nicaragua bis Mittelbrasilien, hauptsächlich jedoch im Amazonasbecken.

Lebensweise

Stachelratten sind nachtaktiv und halten sich ständig verborgen. Die meisten Arten findet man im Wald und dort bevorzugt in Gewässernähen. Stachelratten sind gute Kletterer und Schwimmer. Meistens werden die Baue unter umgestürzten Baumriesen, in Erdhöhlen oder unter Steinen angelegt.

Ernährung

Die Stachelratten ernähren sich von Früchten, Samen, Wurzeln und saftigen Pflanzenteilen.

Verwandtschaft

Stachelratten gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia)
dazu gehören auch die Familien der Meerschweinchenverwandten:

  • Chinchillaratten (Abrocomidae)
  • Pakas (Agoutidae)
  • Sandgräber (Bathyergidae)
  • Baum- und Ferkelratten (Capromyidae)
  • Meerschweinchen (Caviidae)
  • Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
  • Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae)
  • Kammratten oder Tukotukos (Ctenomyidae)
  • Agutis und Acouchis (Dasyproctidae)
  • Pakaranas (Dinomyidae)
  • Baumstachler (Erethizontidae)
  • Riesennager, Wasserschweine oder Capybaras (Hydrochoeridae)
  • Nutrias (Myocastoridae)
  • Degus oder Trugratten (Octodontidae)
  • Felsenratten (Petromuridae)
  • Rohrratten (Thryonomyidae)

die Familien der Stachelschweinverwandten:
  • Stachelschweine (Hystricidae)

die Familien der Mäuseverwandten:
  • Wühler (Cricetidae)
  • Springmäuse oder Springnager (Dipodidae)
  • Bilche (Gliridae)
  • Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Stachelbilche (Platacanthomyidae)
  • Wurzelratten (Rhizomyidae)
  • Salzkrautbilche (Seleviniidae)
  • Blindmäuse (Spalacidae)
  • Hüpfmäuse und Streifenhüpfmäuse (Zapodidae)

und die Familien der Hörnchenverwandten:
  • Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
  • Stummelschwanzhörnchen (Aplodontidae)
  • Biber (Castoridae)
  • Taschennager oder Taschenratten (Geomyidae)
  • Taschenmäuse (Heteromyidae)
  • Springhasen (Pedetidae)
  • Hörnchen (Sciuridae)

Systematik

Zur Familie der Stachelratten (Echimyidae) gehören die Gattungen:

  • Cercomys
  • Dactylomys
  • Diplomys
  • Kammstachelratten (Echimys)
  • Euryzygomatomys
  • Hoplomys
  • Isothrix
  • Kannabateomys
  • Igelratten (Proëchimys)

Arten und Gattungen

Die Igelratten (Gattung Proëchimys) haben ihren bevorzugten Lebensraum in der Nähe von Gewässern. Das Fell ist borstig und viele Haare sind zu abgeplatteten Stacheln umgewandelt. Der Schwanz ist körperlang und hat nur wenige Haare. Die Oberseite der Körpers ist ocker oder rotbraun, die Unterseite heller bis weiß. Die Igelratten sind Kulturfolger und leben in von Menschen bewohnten Gebieten sogar in den Hütten der Eingeborenen. Normalerweise aber graben diese Tiere ihren Unterschlupf zwischen Baumwurzeln und Steinen. Zweimal im Jahr bringen die Weibchen 2-3 gut entwickelte Junge zur Welt. Die Nahrung scheint rein vegetarisch zu sein. Cayenneratten (Proëchimys guyannensis) die in Gefangenschaft lebten, haben Kokosnüsse, Getreide, Bananen und die Früchte einiger Palmen verzehrt.

Die Lanzenratte (Hoplomys gymnurus) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 22-32 cm und eine Schwanzlänge von 15-25 cm. Sie hat stachelartige Borsten. Diese Stachelhaare werden 2-3 cm lang und sind lanzenförmig. An der Oberseite sind die Stacheln schwarz, die weichen Zwischenhaare gelblich und die Unterseite ist weißlich. Die Lanzenratte lebt in lichten Regenwäldern, an Flussufern und in auch in felsigen Regionen von Nicaragua bis Kolumbien und Ekuador. Hauptsächlich ernährt sich von Früchten. Sie kann sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Pro Wurf bringt das Weibchen 1-3 Junge zur Welt.

Die Fliegende Panama-Baumstachelratte (Diplomys labilis) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-48 cm und eine Schwanzlänge von 20-28 cm. Ihr Lebensraum sind die Wälder in Panama. Sie lebt in den Bäumen. Die Zehen sind lang und kräftig, die Krallen scharf und gekrümmt. Mit diesen Füßen kann die Baumstachelratte selbst an den glättesten Stämmen Halt finden. Zwischen ihren Gliedern befindet sich eine Flughaut, die sie spannt, wenn sie von Ast zu Ast springt. Ihr Nest legt sie in hohlen Bäumen in der Nähe von Wasser an. Das ganze Jahr über kann sie sich fortpflanzen. Nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen bringt das Weibchen 2 Junge zur Welt, die wenige Stunden nach der Geburt bereits klettern können.

Die Kammstachelratten (Gattung Echimys) haben ein auffälliges Stachelfell. Zweimal im Jahr bringt das Weibchen 1-6 bereits gut behaarte Junge zur Welt, die schon wenige Stunden nach der Geburt munter umher laufen.

Die Sania (Echimys armatus) lebt nicht nur in Südamerika, sondern wurde auch auf Martinique eingebürgert.

Die Suira (Euryzygomatomys spinosus) scheint wohl die einzige Art zu sein, die richtige Erdbaue anlegt.

Die Gattungen Cercomys, Dactylomys und Kannabateomys haben ein weiches Fell und sind völlig stachellos. Die Tiere der Gattung Dactylomys und die Bambus-Fingerratte (Kannabateomys amblyonyx), die alle in Brasilien leben, klettern bei der Nahrungssuche gerne im Röhricht an Flussufern herum.

Die Tiere der Gattung Isothrix schlafen nicht nur in den typischen Unterkünften sondern auch in Baumhöhlen.


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