Informationen Springmaeuse

Springmaeuse oder -nager:
wissenschaftlicher Name: Dipodidae. Springmaeuse sind eine Familie der Nagetiere


Infos zu den Springmäusen

  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Kennzeichnend für die Springmäuse sind u.a. das Fehlen der Oberlippenspalte, die bei Mäusen sonst üblich ist, die stark verlängerten Hinterbeine, als Anpassung an die hüpfende Lebensweise, und der mehr als körperlange Rundschwanz, der als Ausgleichsgewicht zum Körper gilt. Durch die hüpfende Fortbewegung können die Tiere dieser Familie eine hohe Geschwindigkeit erreichen und sind so gut vor Feinden geschützt. Einige Arten springen sogar schneller als ein Pferd laufen kann. Die Vorderbeine sind teilweise so verkürzt, dass einige Arten überhaupt nicht mehr auf allen vieren laufen können. Das verleiht den Tieren ein känguruartiges Aussehen. Die Mittelfußknochen des Hinterfußes sind zu einem gemeinsamen Knochen verschmolzen, dem sogenannten Kanonenbein. Je nach Art sind am Hinterfuß zwischen 3 und 5 Zehe.

Die Springmäuse haben sich sehr gut an die Lebensbedingungen in der Trockensteppe, Halbwüste und Wüste angepasst. Sie können längere Dürreperioden ohne jede Wasseraufnahme überstehen. Der Wasserbedarf wird dann aus der Nahrung gedeckt, aber auch durch die Verbrennung von Körperfett. Außerdem sind sie nachaktiv und sind so nicht der heißen Tagestemperaturen ausgesetzt. Das Fell ist oft sandfarben. Die Augen sind auffallend groß, meistens auch die Ohren. Am Schwanzende befindet sich ein Haarbüschel, eine Quaste. Häufig ist diese Quaste weiß mit schwarzem Rand, und hat wohl offensichtlich eine Signalfunktion. Haarbüschel finden sich auch an den Zehen, um das Einsinken in den feinen Wüstensand zu erschweren.

Verbreitung

Die Springmäuse leben in den Trockengürteln von Nordafrika über Vorderasien bis nach China.

Lebensweise

Tagsüber halten sich die Springmäuse in ihren selbstgegrabenen, am Tage mit Sand verschlossenen Erdbauten auf. Die Arten, die in den nördlichen und den südlichen Zonen des Verbreitungsgebietes leben, halten einen Winter- bzw. Trockenschlaf um so die ganz extremen Jahreszeiten zu überstehen. Dies gilt z.B. für die kalten innerasiatischen Wüsten und der heißen mittleren Sahara.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Pflanzenteilen und Wurzeln, die die Springmäuse ausgraben. Sie verzehren aber auch Insekten und andere Kleintiere. Besonders reichhaltig ist das Nahrungsangebot in den kurzen Regenperioden, wenn die Wüste zum Leben erwacht. Während der Zeit mästen sich die Springmäuse regelrecht, um für die nahrungsarme Zeit genügend Fett im Körper einzulagern.

Verwandtschaft

Springmäuse gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia)
dazu gehören auch die Familien der Meerschweinchenverwandten:

  • Chinchillaratten (Abrocomidae)
  • Pakas (Agoutidae)
  • Sandgräber (Bathyergidae)
  • Baum- und Ferkelratten (Capromyidae)
  • Meerschweinchen (Caviidae)
  • Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
  • Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae)
  • Kammratten oder Tukotukos (Ctenomyidae)
  • Agutis und Acouchis (Dasyproctidae)
  • Pakaranas (Dinomyidae)
  • Stachelratten (Echimyidae)
  • Baumstachler (Erethizontidae)
  • Riesennager, Wasserschweine oder Capybaras (Hydrochoeridae)
  • Nutrias (Myocastoridae)
  • Degus oder Trugratten (Octodontidae)
  • Felsenratten (Petromuridae)
  • Rohrratten (Thryonomyidae)

die Familien der Stachelschweinverwandten:
  • Stachelschweine (Hystricidae)

die Familien der Mäuseverwandten:
  • Wühler (Cricetidae)
  • Bilche (Gliridae)
  • Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Stachelbilche (Platacanthomyidae)
  • Wurzelratten (Rhizomyidae)
  • Salzkrautbilche (Seleviniidae)
  • Blindmäuse (Spalacidae)
  • Hüpfmäuse und Streifenhüpfmäuse (Zapodidae)

und die Familien der Hörnchenverwandten:
  • Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
  • Stummelschwanzhörnchen (Aplodontidae)
  • Biber (Castoridae)
  • Taschennager oder Taschenratten (Geomyidae)
  • Taschenmäuse (Heteromyidae)
  • Springhasen (Pedetidae)
  • Hörnchen (Sciuridae)

Systematik

Zur Familie der Springmäuse (Dipodidae) gehören die Gattungen:

  • Pferdespringer (Allactaga)
  • Allactagulus
  • Dipus
  • Euchoreutes
  • Wüstenspringmäuse (Jaculus)
  • Pygeretmus
  • Zwergspringmäuse (Cardiocranius, Salpingotus)

Einige Gattungen und Arten

Die Gattung der Pferdespringer (Allactaga) hat ihr Verbreitungsgebiet von Nordafrika östlich bis nach China und Korea. Während des Eiszeitalters lebte sie auch in Mitteleuropa. Die Ohren sind lang und dünnhäutig und erinnern an Hasenohren. Sie sind teilweise schneller als Pferde und sind auch die größten Arten der Springmäuse. Der Pferdespringer (Allactaga jaculus) lebt in den Steppen und Halbwüsten von der Ukraine, über Russland bis nach China. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9-15 cm und eine Schwanzlänge von 16-22 cm. Allactaga sibirica erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 18 cm und eine Schwanzlänge von 26 cm.

Die Raufußspringmaus (Dipus sagitta) ist die einzige Art der Gattung Dipus. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Kaukasus bis Nordchina. Dabei bevorzugt sie Sanddünen, Steppen und Nadelwälder. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-13 cm und eine Schwanzlänge von 15-19 cm. Ihre auffällige, bürstenartige Zehenbehaarung hat ihr ihren Namen gegeben. Sie hält einen Winterschlaf, der von November bis März dauert. Ihre Nahrung besteht aus Pflanzen, Samen und Insekten. Zweimal im Jahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 25-30 Tagen jeweils 2-5 Junge zur Welt.

Zur Gattung der Wüstenspringmäuse (Jaculus) gehört die bekannteste Art der Springmäuse, die eigentliche Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus). Ihr Verbreitungsgebiet ist Nordafrika, im Vorderen Orient und im Iran. Sie wird teilweise auch als Haustier gehalten, denn sie lässt sich zähmen und in Gefangenschaft gut züchten. Man kann folgendes Paarungsverhalten bei ihr beobachten: Das Männchen verfolgt das Weibchen und stellt sich dann in den Weg. Es duckt sich und betrommelt zart mit seinen Pfoten die Schnauze des Weibchens. Dann hüpft es, immer noch geduckt, um sie herum und fordert sie auf, die Paarungsstellung einzunehmen.

Die Gattungen der Zwergspringmäuse (Cardiocranius, Salpingotus) sind die kleinsten Springmäuse. Die kleinste Art erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von gerade 4 cm. Somit ist sie die kleinste Nagetierart der Welt. Die Mittelfußknochen der Zwergspringmäuse sind nicht miteinander verschmolzen.

Die Riesenohrspringmaus (Euchoreutes naso) ist sehr auffällig, weil ihre Ohren dreimal so lang wie der Kopf sind. Sie lebt in Nordchina.

Die Tiere der Gattung Pygeretmus haben einen kürzeren Schwanz als die anderen Arten, aber er dient dafür als Fettspeicher.

Der Erdhase (Allactagulus pygmaeus) kommt aus Südrussland.


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