Informationen Sandgraeber

wissenschaftlicher Name: Bathyergidae. Sandgraeber sind eine Familie der Nagetiere


Infos zu den Sandgräbern

  • Unterordnung: Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Sandgräber sind unterirdisch wühlende Nagetiere. Sie haben sich anatomisch so sehr an die wühlende Lebensweise angepasst, sind somit hochspezialisiert, dass es äußerst schwierig ist, ihre genaue Herkunft festzustellen und sie systematisch eindeutig einzuordnen.

Die Sandgräber erreichen Größen, die denen der Hausmäuse entsprechen, bis zu denen, die der Wanderratten entsprechen. Der Schwanz ist kurz. Die Augen und Ohren sind sehr winzig. Sehr gut ausgebildet sind Geruchs- und Tastsinn. Der Körper ist kurz und walzenförmig, so können sie sich gut in ihren unterirdischen Röhren bewegen. Die Nagezähne stehen heraus und sind sehr kräftig. Sie dienen nicht nur zum Nagen, sondern auch zum Losbrechen der Erde beim Wühlen. Die Lippen schließen sich sogar hinter den Zähnen. So können die Tiere Hindernisse zerbeißen, ohne das Maul zu öffnen.

Verbreitung

Die Sandgräber leben in Südafrika, von Kenia bis zum Kap.

Verwandtschaft

Sandgräber gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia)
dazu gehören auch die Familien der Meerschweinchenverwandten:

  • Chinchillaratten (Abrocomidae)
  • Pakas (Agoutidae)
  • Baum- und Ferkelratten (Capromyidae)
  • Meerschweinchen (Caviidae)
  • Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
  • Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae)
  • Kammratten oder Tukotukos (Ctenomyidae)
  • Agutis und Acouchis (Dasyproctidae)
  • Pakaranas (Dinomyidae)
  • Stachelratten (Echimyidae)
  • Baumstachler (Erethizontidae)
  • Riesennager, Wasserschweine oder Capybaras (Hydrochoeridae)
  • Nutrias (Myocastoridae)
  • Degus oder Trugratten (Octodontidae)
  • Felsenratten (Petromuridae)
  • Rohrratten (Thryonomyidae)

die Familien der Stachelschweinverwandten:
  • Stachelschweine (Hystricidae)

die Familien der Mäuseverwandten:
  • Wühler (Cricetidae)
  • Springmäuse oder Springnager (Dipodidae)
  • Bilche (Gliridae)
  • Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Stachelbilche (Platacanthomyidae)
  • Wurzelratten (Rhizomyidae)
  • Salzkrautbilche (Seleviniidae)
  • Blindmäuse (Spalacidae)
  • Hüpfmäuse und Streifenhüpfmäuse (Zapodidae)

und die Familien der Hörnchenverwandten:
  • Dornschwanzhörnchen (Anomaluridae)
  • Stummelschwanzhörnchen (Aplodontidae)
  • Biber (Castoridae)
  • Taschennager oder Taschenratten (Geomyidae)
  • Taschenmäuse (Heteromyidae)
  • Springhasen (Pedetidae)
  • Hörnchen (Sciuridae)

Systematik

Zur Gattung der Sandgräber (Bathyergidae) gehören die Gattungen:

  • Strandgräber (Bathyergus)
  • Graumulle (Cryptomys)
  • Blessmulle (Georhychus)
  • Erdbohrer (Heliophobius)
  • Nacktmulle (Heterocephalus)

Die Gattungen

Die Gattung der Graumulle (Cryptomys) besteht vermutlich aus 5 Arten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-19 cm und eine Schwanzlänge von 1-3 cm. Das Fell ist dick und samtig und ist nicht immer grau, wie der Name vermuten lässt. Es gibt auch weißliche, gelbliche, erdfarbene, rotbraune, graubraune und schwärzliche Formen. Am Kopf kann sich eine weiße Blesse befinden. Graumulle leben in sandigen Böden von Buschlandschaften und lichten Wäldern. Die Gänge liegen knapp unter der Erdoberfläche. Während der kältesten Jahreszeit halten die Goldmulle, die in Südafrika leben, einen Ruheschlaf. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzenteilen wie Knollen, Blüten, Blättern und Zwiebeln. Aber auch Termiten, Käferlarven und Regenwürmer werden verzehrt.

Die Gattung der Erdbohrer (Heliophobius) besteht aus drei Arten. Sie leben im sandigen Boden in Höhen zwischen 750 und 1500 m. Die Körper der Erdbohrer sind plump. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-20 cm und eine Schwanzlänge von 1,5 bis 4 cm. Das Fell ist weich und sehr dicht und erdfarben. Die Erdbohrer scheinen nicht nur im Boden umherzuwühlen, sondern auch hin und wieder an der Erdoberfläche umherzuwandern. Es werden pro Wurf (einmal im Jahr) 2-4 Junge geboren. Die Nahrung besteht aus Zwiebeln, Knollen und anderen Wurzeln. In ihren Bauten legen sie auch Vorräte an.

Die Gattung der Strandgräber (Bathyergus) hat nur eine Art, den eigentlichen Strandgräber oder Kap-Strandgräber (Bathyergus suillus). Er ist der größte Vertreter dieser Familie und erreicht ein Größe von bis zu 33 cm. Die Schwanzlänge beträgt 4-7 cm, das Gewicht bis zu 1,5 kg. Er lebt in den Sanddünen an der südafrikanischen Küste. Seine Nahrung besteht aus Wurzeln aller Art. Im November oder Dezember bringt das Weibchen 3-5 gut entwickelte Junge zur Welt.

Die Gattung der Blessmulle (Georhychus) besteht auch nur aus einer Art, dem eigentlichen Blessmull, Kap-Blessmull oder Kap-Mullratte (Georhychus capensis). Der Blessmull erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 15-20 cm. Es ist nur ein Stummelschwanz vorhanden und die Beine sind schwach entwickelt. Seine Zähne sind sehr markant. Die Ohren bestehen nur aus einer runden Öffnung. Er legt seine Baue dicht unter der Erdoberfläche an. Er bevorzugt lockeren und sandigen Boden. Seine Nahrung besteht aus Wurzeln, Zwiebeln und Knollen.

Auch die Gattung der Nacktmulle (Heterocephalus) beherbergt nur eine Art, den eigentlichen Nacktmull (Heterocephalus glaber). Er hat bis auf wenige Borsten und Tasthaare kein Fell mehr. Die Haut ist runzelig und gelblich. Wie bei den anderen Arten auch, stehen die Nagezähne heraus. Die Augen sind winzig und haben dicke, fleischige Augenlieder. Die Ohren sind als Löcher ausgebildet. Der Nacktmull erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8-9 cm und eine Schwanzlänge von 3-4 cm. Er ist der kleinste Vertreter dieser Familie. Er lebt in Ostafrika, von Somaliland bis Nordkenia. Dort lebt er in Kolonien von bis zu 100 Tieren. So eine Kolonie wird von einer Königin regiert. Und nur sie bringt Nachkommen zur Welt. Sie kann das ganze Jahr über Junge bekommen. Pro Wurf bis zu 20 Stück. Nichtarbeitende Männchen und Weibchen, die dicker und träger als die Arbeiter sind, versorgen diese Königin. Wenn die Königin stirbt oder vertrieben wird, dann übernimmt eines der nicht arbeitenden Weibchen die Position. Die Arbeiter sammeln die Nahrung und graben die Gänge. Die Baue sind oft sehr umfangreich und sehr kompliziert angelegt. Der Nacktmull legt die Gänge an, indem er die los gewühlte Erde mit dem Kopf, wie ein Bulldozer, zum Ausgang des Baues schiebt. Dort wird diese dann mit den Hinterbeinen nach außen geschleudert. Dadurch sehen diese Ausgänge dann wie winzige Vulkane aus. Sie können 2-3 m hoch werden. Seine Nahrung besteht aus Wurzeln von Stauden und Bäumen, sowie Kerbtiere und deren Larven.


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