Informationen Pfeifhasen

Pfeifhasen oder Pikas:
wissenschaftlicher Name: Ochotonidae. Pfeifhasen sind eine Familie der Hasentiere.


Infos zu den Pfeifhasen

  • Ordnung: Hasentiere (Lagomorpha)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Pfeifhasen hatten vor etwa 25 Millionen Jahren ihre Blütezeit. Damals gab es 17 Gattungen, heute lebt nur noch eine Gattung.

Alle Pfeifhasen haben eine recht kleine, unscheinbare Gestalt. Sie haben kurze, breite und häutige Ohren, so erinnern sie eher an Meerschweinchen als an Hasen. Die maximale Länge liegt knapp unter 30 cm. Der Körper ist kurz und rundlich, das Gesicht und die Hinterbeine sind deutlich kürzer als bei den Echten Hasen. Der Schwanz ist äußerlich nicht sichtbar. Die Farbe des Fells reicht von rötlichbraun bis graubraun. Der Bauch ist dabei immer heller als der Rücken.

Die Pfeifhasen geben häufig sehr hohe Töne ab, daher auch ihr Name. Diese Pfeiftöne dienen in den Kolonie auch als Warnsignal, um vor Feinden zu warnen.

Verbreitung

Die Pfeifhasen leben in Asien vom Kaspi-Meer und dem Himalaja bis Ostsibirien und die Bergländer im Westen Nordamerikas. Sie kommen dabei nur in den gemäßigten bis kühlen Gebieten vor. Bevorzugt werden dabei die weiten Steppen und Hochsteppen Asiens. Im Gebirge leben sie auch zwischen Felsen und in Geröllhängen. Selten leben sie auch in Wäldern oder lichte Gehölze oder Dickichte.

Lebensweise

Pfeifhasen sind tagaktive Tiere. Allerdings findet man sie am häufigsten in der Morgen- und Abenddämmerung. Sie legen Erdbaue an, die in den teilweise recht großen Kolonie durch Gänge verbunden sind. Es kommt auch vor, dass natürliche Höhlen oder Felsspalten als Unterschlupf genutzt werden.

Auch wenn die Pfeifhasen in einer Gemeinschaft leben, so hat doch jedes Tier sein festes Territorium. Dieses wird mit Kot oder einem Sekret der Wangendrüsen markiert und gegen die Artgenossen verteidigt.

Die Pfeifhasen halten keinen Winterschlaf, obwohl in Regionen Zentralasiens und Kanada, in denen sie leben, harte Winter mit einer langzeitig geschlossen Schneedecke die Regel sind. Für diese Zeit wird ein Nahrungsvorrat angeschafft, aber nicht, wie man es von anderen Tieren kennt, die in der Regel nährstoffreiche, leicht zu lagernde Vorräte, wie Nüsse und Sämereien, anlegen oder sich einen Fettwanst anfressen. Die Pfeifhasen legen einen unterirdischen Heuvorrat an. Dazu beißen sie in der warmen Jahreszeit Gräser in Bodennähe ab und tragen sie zusammen. In der Sonne werden die Gräser getrocknet. Wenn es regnet, werden sie unter Felsvorsprüngen geschützt. Sobald aus dem Gras Heu geworden ist, wird es in Höhlen und Vertiefungen für den Winter eingelagert. So ein Lager kann mehrer Kilogramm Heu enthalten.

Leider nutzen Nomaden im Winter oft diese "natürlichen" Nahrungsreserven aus. Entweder treiben sie ihre Herden in diese Gebiete oder sie sammeln den Heuvorrat, um die Weidetiere damit zu füttern. Das führt dann dazu, dass in strengen Wintern dann zahlreiche Pfeifhasen an Nahrungsmangel sterben.

Die Pfeifhasen haben auch natürliche Feinde. Dazu gehören Marder, Eulen, Greifvögel und Schlangen.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus verschiedenen Steppengräsern und dünnen Pflanzenstengeln. Im Winter ernähren sie sich vom selbstangelegten Heuvorrat.

Fortpflanzung

Etwa im Mai beginnt die Paarungszeit. Ein Weibchen kann zwei- bis dreimal im Jahr jeweils 2-6 Junge zur Welt bringen. Die Tragzeit dauert etwa 30 Tage. Die Jungen kommen behaart, aber noch mit geschlossenen Augen zu Welt.

Verwandtschaft

Pfeifhasen gehören zur Ordnung der Hasentiere (Lagomorpha)
dazu gehört auch die Familie:

  • Echte Hasen (Leporidae)

Systematik

Zur Familie der Pfeifhasen (Ochotonidae) gehört nur eine Gattung mit den Arten:

  • Altai-Pfeifhase (Ochotona alpina)
  • Japanischer Pfeifhase (Ochotona hyperborea)
  • Amerikanischer Pika (Ochotona princeps)
  • Zwergpfeifhase (Ochotona pusilla)
  • Mount-Everest-Pfeifhase (Ochotona wollastoni)

Arten

Der Zwergpfeifhase (Ochotona pusilla) hat eine Gesamtlänge von 15 cm und kommt auch auf der Westseite des Urals, im äußersten Osten Europas vor. Das Fell ist weich und fein, auf der Oberseite graubraun, auf der Unterseite weißlich. Er bevorzugt die Täler und Niederungen und versteckt sich gern an dicht bewachsenen Flussufern.

Der Amerikanische Pika (Ochotona princeps) lebt von Südwestkanada bis Neumexiko. Er wird bis 22 cm lang und bis 130 g schwer.

Der Mount-Everest-Pfeifhase (Ochotona wollastoni) lebt im nördlichen Nepal, im Mount-Everest-Gebiet, in Höhen bis zu 6000 m. Er bevorzugt nach Süden oder Südwesten gelegene, oberhalb der Baumgrenze liegende nackte Felsen. Hier dienen Felsspalten als Baue und Gänge. Sein Fell ist hellgrau mit einem leichten Stich ins Bräunliche, die Haarspitzen sind schwarz.

Der Altai-Pfeifhase (Ochotona alpina) lebt in Sibirien, Nordostchina, Japan und im Westen Nordamerikas von Alaska bis Neumexiko. Dort findet man ihn an felsigen Berghängen und Wäldern. Er wird 20-25 cm lang.


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