Informationen Echte Maeuse

wissenschaftlicher Name: Murinae. Echte Maeuse sind eine Unterfamilie der Nagetiere.


Infos zu den Echten Mäusen

  • Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Die Echten Mäuse (hierzu gehören auch die viele Ratten) sind wohl die gefährlichsten Nahrungs- und Gesundheitsschädlinge unter den Nagern. Der Körperbau der Tiere ist wenig spezialisiert, das ermöglich ihnen, die verschiedensten Lebensräume zu besiedeln.

Die Echten Mäuse entstanden vor etwa 10-15 Millionen Jahren, befinden sich aber immer noch in art- und formenbildenden Prozessen. Vermutlich haben sie den Höhepunkt ihrer Entwicklung noch gar nicht erreicht.

Der Schwanz der Tiere ist lang und sehr beweglich. Teilweise wird er von einigen Arten als fünfte Gliedmaße genutzt. Er ist dicht beschuppt oder spärlich behaart, dadurch sieht er nackt aus. Die Augen und Ohren sind recht gut entwickelt.

Verbreitung

Die Echten Mäuse sind weltweit verbreitet.

Verwandtschaft

Echte Mäuse gehören zur Familie der Langschwanzmäuse (Muridae)
dazu gehören auch die Unterfamilien:

  • Hamsterratten (Cricetomyinae)
  • Baummäuse (Dendromurinae)
  • Schwimmratten (Hydromyinae)
  • Lamellenzahnratten (Otomyinae)
  • Borkenratten (Phloeomyinae)
  • Nasenratten (Rhynchomyinae)

Systematik

Zur Unterfamilie der Echten Mäusen (Murinae) gehören die Gattungen

  • Stachelmäuse (Acomys)
  • Waldmäuse (Apodemus)
  • Arvicanthis
  • Bandikutratten (Bandicota)
  • Hyomys
  • Grasmäuse (Lemniscomys)
  • Häschenratten (Leporillus)
  • Vielzitzenmäuse oder Vielzitzenratten (Mastomys)
  • Melomys
  • Micromys
  • Mäuse i.e.S. (Mus)
  • Ratten (Rattus)
  • Rhabdomys
  • Riesenratten (Uromys)

Gattungen und Arten

Die Gattung der Mäuse i.e.S. (Mus) ist weltweit verbreitet. Es gibt etwa 20 Arten. Alle Arten sind sich im Aussehen und ihrer Lebensweise so ähnlich, dass es schwierig ist, sie auseinander zu halten. Die Hausmaus (Mus musculus) ist die bekannteste Maus und ist weltweit, unter anderem überall in unserer einheimischen Fauna zu finden. Von ihr stammt auch die uns als Haustier bekannt gewordene Weiße Maus. Ursprünglich lebt sich ausschließlich in den ausgedehnten Steppen- und Halbsteppengebieten in Asien. Das kann man noch an den osteuropäischen und asiatischen Unterarten erkennen. Die Hausmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 7-11 cm, eine Schwanzlänge von 7-10 cm und ein Gewicht von 10-28 g. Die Oberseite des Körpers ist mausgrau bis braungrau, die Unterseite etwas heller. Die Hausmaus ist nachtaktiv und kann sehr gut klettern, springen und laufen. Wenn es unbedingt notwendig ist, geht sie auch ins Wasser. Sie kann sehr gut schwimmen. Die Unterarten, die an den Menschen gebunden sind (aber nicht in Gefangenschaft gehalten werden), legen ihre Nester in unmittelbarer Nähe von Nahrungsmittelvorräten des Menschen an, teilweise sogar mitten in den Vorräten. In der Regel leben Hausmäuse im Rudel, bestehend aus mehreren Großfamilien. Jede Großfamilie besitzt dabei aber ihr eigenes Territorium, das sie mit Duftmarken kennzeichnen. Mitglieder anderer Großfamilien werden in diesem Territorium nicht geduldet. Innerhalb einer Großfamilie besteht unter den Männchen eine Rangordnung, die aber durch Rangkämpfe immer wieder ändert. Normalerweise pflanzen sich Hausmäuse nur im Sommer fort, aber die Tiere, die in menschlichen Behausungen leben, pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Vier- bis achtmal bring das Weibchen nach einer Tragzeit von 20-23 Tagen 4-8 blinde und nackte Junge zur Welt. Nach 13 Tagen öffnen sich die Augen, nach 20 Tagen sind sie rundherum behaart, mit 30 Tagen sind sie selbstständig. Es gibt eine biologische Geburtenkontrolle bei den Hausmäusen. Wenn sich die Mäuse zu stark vermehren bleiben die jungen Weibchen fortpflanzungunfähig. Dabei öffnet sich die Scheide nicht und die Eierstöcke produzieren keine Eier. Vermutlich wird diese Situation hormonell ausgelöst, wenn bei zu hoher Populationsdichte der Stress ansteigt. Hausmäuse fressen alles, was der Mensch für seine Ernährung lagert. Der Geruchssinn ist so gut ausgebildet, dass sie sogar versteckte Vorräte finden, zu denen sie sich notfalls auch durchnagen. Sie bevorzugen Getreide und Getreideprodukte. Die Hausmäuse haben viele Feinde: Greifvögel, Eulen, Füchse, Iltisse, Mauswiesel, Spitzmäuse und Igel. Der größte Feind ist aber die Hauskatze. Die Hausmaus besteht aus diversen Unterarten. Die Westliche Hausmaus (Mus musculus domesticus) lebt westlich der Elbe und ist sehr stark an den Menschen gebunden. Äußerst selten hält sie sich außerhalb von Gebäuden auf. Die Oberseite des Körpers ist mausgrau bis braungrau, die Unterseite etwas heller. Die Nördliche Hausmaus (Mus musculus musculus) lebt östlich der Elbe und ist unanhängiger vom Menschen. Sie lebt auch in Feld und Flur. Die Oberseite des Körpers ist gelbgrau bis graubraun, die Unterseite grauweiß und heller. Die Ober- und Unterseite sind durch eine deutliche Trennungslinie abgesetzt. An der Brust findet sich eine gelblichbraune Zeichnung. Die Nördliche Hausmaus ist etwas kleiner als die Westliche Hausmaus und ihre Schwanz ist auch etwas kürzer. Die Ährenmaus (Mus musculus spicilegus) lebt in Süd- und Ostdeutschland, im Balkan und in der Ukraine. Sie lebt überwiegend im Freien und sucht nur ausnahmsweise Zuflucht beim Menschen. Mus musculus bactrianus lebt in Innerasien. Sie gilt als Ausgangsform für die Westliche Hausmaus. Dieser beiden Arten bevorzugen als Lebensraum Kultursteppen, Steppen und steppenähnliche Gebiete.

Weitere Tiere dieser Gattung sind die Tritonsmaus (Mus triton) und die Amerikanische Zwergmaus (Mus minutoides).

Die Gattung der Ratten (Rattus) gilt als Überträger der Beulenpest. Das heutige Hauptverbreitungsgebiet der Pest liegt in Afrika, Südamerika und Asien. Die Ratten leben inzwischen überall auf der Welt, mit Ausnahme des Polargebietes, Feuerland und Madagaskar. Ursprünglich lebte sie aber nur in Süd- und Ostasien. Ratten sind nicht nur Krankheitsüberträger, sondern auch Nahrungsmittelschädlinge. Eine Ratte frisst im Jahr 10-15 kg Getreide, 100 Ratten zusammen 1 bis 1,5 Tonnen! Die Wanderratte (Rattus norvegicus) stammt ursprünglich aus Sibirien und China, ist heute aber weltweit verbreitet. In ihrem Ursprungsgebiet ist sie aber noch völlig frei lebend, während sie in den anderen Verbreitungsgebieten an die Nähe des Menschen gebunden ist. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 19-30 cm, eine Schwanzlänge von 13-32 cm und ein Gewicht von bis zu 500 g. Ihr Schwanz hat 160-190 Ringe. Die Oberseite des Körpers ist graubraun bis dunkelbraun, die Flanken etwas heller und die Unterseite schmutzigweiß bis -grau. Ältere Tiere haben lange, fuchsrote Grannenhaare, die im Rückenhaar stehen. Es gibt auch rein schwarze Wanderratten. In freier Wildbahn lebt die Wanderratte in einem Erdbau, in der menschlichen Umwelt leben sie heute meistens in unterirdischen, feuchten Lebensräumen, also in unserer Kanalisation. Aber auch in Ställen, Kellern, Tiergärten, Schlachthöfen, auf Müllkippen, in lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Getreidespeichern und schließlich in Büro- und Wohngebäuden kommt sie vor. Allerdings ist die Wanderrate bei uns auch in freier Natur zu finden. Dann vorwiegend an fließenden Gewässern, besonders wenn sie dort eine dichte Ufervegetation vorfindet, die als gute Deckung dient. Sie geht gerne in Wasser und entpuppt sich als sehr guter Schwimmer und Taucher. Sie legt im Freien einen Erdbau in etwa 40 cm Tiefe an, bestehend aus einem sehr verzweigten Gagsystem, mehreren Nest- und Vorratskammern und viele blinde Gänge. Die Nahrung der Wanderratte ist überwiegend pflanzlich. Zu etwa 40% besteht sie aus Getreide und zu 35% aus frischen Pflanzenteilen. Der tierische Anteil liegt nur bei etwa 25%. Sie überfällt Kaninchen und Hausgeflügel, jagt Feldmäuse und frisst die Eier von Bodenbrütern. Im Wasser macht sie Jagd auf Frösche, Fische und Süßwassermuscheln. Bei großem Nahrungsmangel frisst sie sogar ihre Artgenossen. Die Wanderratte ist sehr angriffslustig und gefährlich. Wenn sie von Hunden oder Katzen in die Enge getrieben wird, dann greift sie mit schrillem Geschrei an und kann den Angreifer mit ihren Bissen sogar tödlich verletzen. Die Wanderratte lebt in einem Rudel, das ursprünglich von einem Paar gegründet wird, also eine Großfamilie ist. Fremde Wanderratten werden sofort angegriffen. Die Wanderratte ist dämmungsaktiv, bei schlechtem Wetter kommt sie aber auch schon Mittags hervor. Tiere, die in Fabriken oder Bürogebäuden leben, sind dann aktiv, wenn der Betrieb ruht. Zwei- bis dreimal im Jahr bringt das Weibchen durchschnittlich jeweils 8 nackte und blinde Junge zur Welt. Mit 15 Tagen öffnen sie die Augen, mit 20 Tagen machen sie Ausflüge außerhalb des Nestes.

Die Hausratte (Rattus rattus) ist zwar seltener als die Wanderrate, aber gilt als ein höchst gefährlicher Schädling. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 16-26 cm, eine Schwanzlänge von 20-24 cm und ein Gewicht von 150-250 g. Insgesamt hat der Schwanz 200-260 Ringe. Der Kopf ist schmaler und die Ohren länger als bei der Wanderratte. Außerdem sind die Ohren der Hausmaus nackt. Die Oberseite des Körpers ist braun- bis grauschwarz, die Unterseite etwa heller. Es gibt aber auch andersfarbige Varianten, wie schwarze, graubraune, braune und bunte mit deutlich abgesetzter weißer Brustzeichnung. Es ist möglich, dass in einem Wurf die verschiedensten Farbvarianten auftauchen. Die Hausratte ist ein Wärme liebendes Tier und ist bei uns selten außerhalb von menschlichen Bauten zu finden. In wärmeren und tropischen Regionen lebt sie auch im Freien, meistens auf Bäumen, in denen sie kugelförmiges Nest baut. In den Gebäuden hält sich meistens in den oberen Stockwerken, Böden und Dächer auf. Die Hausratte ist dämmerungs- und nachtaktiv. Sie ist ein sehr guter Kletterer und Springer. Sie ist nicht so aggressiv wie die Wanderratte, duldet auch eher Artgenossen in der Nähe und ist im allgemeinen nicht so leicht reizbar. Die Nahrung der Hausratte besteht hauptsächlich aus Getreide, Früchten und Gemüse. In Häusern macht sie sich über die Lebensmittelvorräte her, am liebsten über Getreideprodukte, Pflanzenfett und Zucker. Tierische Nahrung nimmt sie nur als Beikost. Ein- bis zweimal im Jahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 24 Monaten 6-12 Junge zur Welt. Da die Ratte als Schädling und Krankheitsüberträger bekämpft wurde, gilt sie jetzt als gefährdete Tierart bei uns in Deutschland. Auch wenn es sich jetzt widerspricht, die Hausratte ist ein einheimisches Tier und es wurden deswegen für deren Erhaltung Schutzmaßnahmen ergriffen. Aber auch die Wanderratte trägt, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, dazu bei, dass die Hausratte immer seltener wird. Die Wanderrate ist größer, kräftiger, ausdauernder und aggressiver als die Hausratte, und sie ist auch fortpflanzungsmäßig überlegen. Kommt es mal zu einem Kampf zwischen diesen beiden Arten, dann ist die Hausratte der sichere Verlierer. Die natürlichen Feinde haben überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung der Hausratte, weil sie teilweise sehr selten geworden sind, dazu gehören Eulen, Greifvögel, Steinmarder, Hermeline, Iltisse und Mauswiesel. Hin und wieder spezialisiert sich auch mal eine Katze oder ein Hund auf die Rattenjagd. Es gibt sehr viele Unterarten der Hausratte. Rattus rattus rattus lebt in Nord- und Mitteleuropa. Rattus rattus alexandrinus im Mittelmeergebiet und anderen warmen Regionen. Die Fruchtratte (Rattus rattus frugivorus) lebt in sehr warmen Gebieten.

Die Polynesische Ratte (Rattus exulans) ist per Schiff auf die pazifischen Inseln gelangt und besiedelt jetzt alle diese Inseln.

Die Gattung der Waldmäuse (Apodemus) besteht aus 4 Arten. Die Gelbhals- oder Halsbandmaus (Apodemus flavicollis) ist die größte einheimische Waldmausart. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12 cm und eine Schwanzlänge von 11 cm. Die Oberseite des Körpers ist hellbraun bis rötlichbraun, die Unterseite deutlich weiß abgesetzt. Auf der Brust trägt sie ein gelbliches Band. Die Gelbhalsmaus ist nachtaktiv und stark an den Wald gebunden. Sie kann sehr gut klettern, hin und wieder baut sie ihr Nest oder eine Vorratskammer in Baumhöhlen in einer Höhe von bis zu 8 Metern oder in einem Nistkasten. Meistens jedoch liegt das Nest an einer geschützten Stelle im Waldboden. Wenn die Gelbhalsmaus auf der Flucht ist, dann läuft sie nicht, sondern sie springt. Ein Sprung kann bis zu einem Meter weit sein. Wenn sie von einem Räuber am Schwanz gepackt wird, löst sich die Schwanzhaut, so wie es von Eidechsen bekannt ist. Die Nahrung besteht aus unterschiedlichen Sämereien. Wenn die Gelbhalsmaus in ein Haus eindringt, dann frisst sie auch Speck und Fleisch. Bis zu viermal im Jahr bringt das Weibchen 5-8 Jungen zur Welt.

Die Feld- oder Kleine Waldmaus (Apodemus sylvaticus) lebt an Waldrändern in fast ganz Eurasien. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8-13 cm, eine Schwanzlänge von 7 bis 9,5 cm und ein Gewicht von 15-30 g. Die Oberseite des Körpers ist hellbraun bis rötlichbraun und die Unterseite schmutzigweiß und nicht so deutlich abgesetzt wie bei der Gelbhalsmaus und trägt keinen Brustfleck. Die Feld-Waldmaus lebt in offenen Landschaften und Steppen. Sie hält sich im Schatten von Gräsern und Kräuter verborgen. Sie kann, wenn es sehr kalt oder sehr heiß wird, auch in Häuser eindringen und sich dort über den Lebensmittelvorrat hermachen. Sie bevorzugt dabei Getreide und Obst. Die Erdbaue, die die Feld-Waldmaus anlegt liegen tief zwischen Baumwurzeln und in Felsspalten. Sie lebt sich Vorräte aus verschiedenen Sämereien an. Bis zu viermal im Jahr bringt das Weibchen 5-8 Jungen zur Welt.

Die Brandmaus (Apodemus agrarius) lebt in riesigen Gebieten Eurasiens bis in die Mandschurei und Südchina hinein. Bei uns in Deutschland ist sie aber nur östlich der Elbe beheimatet. Sie lebt in Gärten und Parkanlagen unter Gebüsch, aber auch auf feuchten Wiesen und an Waldrändern. Im Sommer hält sie sich auch auf Äckern auf. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9-12 cm, eine Schwanzlänge von 7 bis 8,5 cm und ein Gewicht von etwa 20 g. Das Fell ist rehbraun mit schwarzen Rückenstreifen. Die Brandmaus ist mehr tagaktiv. Die Nahrung besteht aus Samen aller Art und Pflanzenteilen, hauptsächlich aber aus Insekten und Regenwürmern. Auch hier bringt das Weibchen bis zu viermal im Jahr 5-8 Jungen zur Welt.

Die Felsen- oder Schnurrbartmaus (Apodemus mystacinus) lebt im ostmediterranen Raum und wird etwas größer als die Gelbhalsmaus. Die Felsenmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 15 cm, eine Schwanzlänge von 14 cm und ein Gewicht von bis zu 50 g. Die Augen sind kugelig und die Ohrmuscheln groß. Als Lebensraum bevorzugt sie felsigen Untergrund in Waldgebieten, aber auch lichte, offene Buschlandschaften. Sie ernährt sich fast ausschließlich vegetarisch und legt für den Winter Vorräte an. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv. Das Weibchen bring in der Regel nur 3-4 Junge zur Welt.

Die Gattung der Stachelmäuse (Acomys) lebt in sandigen und felsigen Regionen in Afrika und im Vorderen Orient bis nach Pakistan und besteht aus 5 Arten. Sie erreichen Größen, die der der Hausmaus entsprechen. Die Oberseite des Körpers ist gelblich, braun oder grau. Auf dem Rücken befinden sich grobe Stacheln, die den Stachelmäusen einen bestimmten Schutz geben. Die Ohren sind auffallend groß. Sie können leicht ihren Schwanz verlieren, wenn sie verfolgt werden. Stachelmäuse sind dämmungsaktiv und ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Aber auch kleinere wirbellose Tiere werden von den ihnen verzehrt. Die Weibchen bringen pro Wurf bis zu 5 bereits weit entwickelte Junge zur Welt. Acomys cahirinus lebt in Ägypten, ist zum Kulturfolger geworden und plündert Vorratslager.

Die Gattung der Bandikutratten (Bandicota) lebt in den dicht besiedelten Gebieten in Südostasien. Man findet sie häufig in unmittelbarer Nähe des Menschen. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 16-36 cm, eine Schwanzlänge von 16-26 cm und ein Gewicht von 1 bis 1,5 kg. Die Oberseite des Körpers ist hellgrau, braun oder schwarz, die Unterseite schmutzigweiß abgesetzt. Bandikutratten graben sich ausgedehnte Baue mit Verbindungsgängen, mehreren Vorratskammern und einer Schlafkammer. In den Vorratskammern werden Getreide, Früchte und Knollen eingelagert. Bandikutratten sind nachtaktiv. Wenn sie gestört oder von einem Feind gestellt werden, dann stoßen sie einen grellen, durchdringenden Laut aus. Die Bandikutratte (Bandicota indica) gilt als Überträger von Leptospirosen (eine durch Leptospiren hervorgerufene Infektionskrankheit; Leptospiren sind Schraubenbakterien). Die Indische Pest- oder Maulwurfsratte (Bandicota bengalensis) ist ein gefürchteter Dauerträger der Pest.

Die Gattung der Grasmäuse (Lemniscomys) lebt an Flussufern, in Sümpfen, Graslandschaften, Wäldern und Savannen in ganz Afrika südlich der Sahara ist besteht aus 6 Arten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 14 cm und eine Schwanzlänge von15 cm. Die Oberseite des Körpers ist erdfarben braun oder graubraun, die Unterseite ist weißlich gefärbt. Einige Arten haben zusätzlich eine hübsche Rückenzeichnung, bestehend aus dunklen und hellen Längsstreifen oder Tüpfelreihen. Die Streifen-Grasmaus (Lemniscomys striatus) ist wohl die hübscheste Art dieser Gattung. Die Grasmäuse sind tagaktiv, aber sehr scheu und wachsam. Ihre Nester bauen die Tiere aus Gras. Die Nahrung ist überwiegend vegetarisch. Bevorzugt werden weiche und zarte Pflanzenteile. Grasmäuse fressen als Zusatzkost aber auch Insekten. Die Weibchen bringen 2-5 Junge zur Welt. Die Afrikanische Streifen-Grasmaus (Lemniscomys barbarus) ist eine weitere Art.

Die Gattung der Häschenratten (Leporillus) lebt in Australien und besteht aus 3 Arten. Sie erreichen eine Größe, die der der Ratten entspricht. Die Nase ist stumpf, die Ohren groß - beides erinnert an Kaninchen oder Hasen. Die Oberseite des Körpers ist bräunlich, die Unterseite heller. Das Fell ist dicht und weich und der Schwanz ist auch dicht behaart. Die Häschenratten bauen große so genannte Stocknester. Dazu tragen sie Zweige, Äste und Stöcke zusammen und bauen um einen kleinen Busch herum ihr umfangreiches Nest. Sehr häufig werden die Nester aber auch zwischen Felsen angelegt. Leporillus jonesi, eine strandbewohnende Art, baut sogar freistehende Nester. So ein Nest kann über einen Meter hoch werden und einen Durchmesser von bis zu 6 Meter erreichen. Ausgepolstert wird das Nest mit Gras. Meistens bewohnen mehrere Tiere so ein Nest, denn Häschenratten sind meistens gesellig. Die Nahrung ist überwiegend vegetarisch. Die Langohr-Häschenratte (Leporillus conditor) liebt trockenes Grasland. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 14-20 cm und eine Schwanzlänge von 13-18 cm. Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Pro Wurf bringt das Weibchen 4-6 Junge zur Welt.

Die Gattung der Vielzitzenmäuse oder Vielzitzenratten (Mastomys) lebt in den trockenen Gebieten südlich der Sahara. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 9,5 bis 16 cm. Sie haben außergewöhnlich viele Zitzen, insgesamt 24, in zwei Reihen angeordnet. Auch sie haben sich dem Menschen angeschlossen und sind Allesfresser. Sie leben in Vorratsspeichern und Häusern und werden dort als Vernichter von Nahrungsmitteln sehr schädlich. Die Weibchen bringen pro Wurf über 10 Junge zur Welt.

Die Gattung der Riesenratten (Uromys) lebt in Australien, Neuguinea und auf einigen benachbarten Inselgruppen und besteht aus 5 Arten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge zwischen 29 und 35,5 cm und eine Schwanzlänge zwischen 28 und 35 cm. Das Fell ist dicht und kurz, der Schwanz unbehaart. Meistens ist das Fell graubraun, es kommt aber auch grau oder fast schwarz vor. Die Nagezähne der Riesenratten sind sehr kräftig. Die Tiere können sehr gut klettern und sind Baumbewohner. Die Vorder- und Hinterpfoten sind sehr breit und haben kräftige Kletterkrallen. Der Schwanz trägt keine, wie sonst bei den anderen Mäusen üblich, dachziegelartig übereinander gesetzt Schuppen, sondern sie sind wie ein Mosaik angeordnet. Dadurch haftet der Schwanz sehr gut und ist beim Klettern somit sehr hilfreich. Als Unterschlupf dienen meistens Baumlöcher. Offensichtlich besteht die Nahrung aus den Blättern und Früchten der Bäumen, in denen sie umherklettern. Leider ist über die Fortpflanzung nichts bekannt.

Die Eurasische Zwergmaus (Micromys minutus) lebt in Hecken und Röhricht von Europa bis nach Japan. Man findet sie auch in Getreidefeldern und Rübenschlägen. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 5,5 bis 7,5 cm, eine Schwanzlänge von 5 bis 7,5 cm und ein Gewicht von 5-8 g. Der Schwanz dient als Greifschwanz, einzigartige bei Säugetieren der Alten Welt. Die Oberseite des Körpers ist rehbraun, die Unterseite deutlich weiß abgesetzt. Die Ohren sind kurz und kaum im dichten Fell zu sehen. Ihr Nest errichtet sie zwischen Schilfstängeln oder Grashalmen aus Grasstücken. Dieses Kugelnest wird 40-80 cm hoch und fällt sofort auf. Allerdings bleibt die Zwergmaus nur den Sommer über in diesem Nest, für den Winter baut sie ein Bodennest. Ihre Feinde sind Eulen und Wiesel. Die Nahrung besteht aus Samen und kleine Insekten, sogar Schmetterling und unsere größten Heuschreckenarten erbeutet die Zwergmaus. Zwei- bis dreimal im Jahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 21 Tagen jeweils 2-6 Junge zur Welt.

Die Äthiopische Kusu-Grasratte (Arvicanthis abyssinicus) lebt in Savannen, Busch und Wäldern in Westafrika bis Somalia und Sambia. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12-19 cm und eine Schwanzlänge von 9-16 cm. Sie lebt in Kolonien von bis zu 1000 Tieren. Meistens gräbt sie sich Gänge in den Boden, manchmal sucht sich ihren Unterschlupf auch zwischen Felsblöcken. Die Hauptnahrung besteht aus Grassamen. Manchmal frisst sie auch Süßkartoffeln. Die Nil-Grasratte (Arvicanthis niloticus) ist eine weitere Art.

Die Afrikanische Striemen-Grasmaus (Rhabdomys pumilio) lebt im Grasland und Busch von Zentralafrika südlich bis zum Kap der Guten Hoffnung. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9-13 cm und eine Schwanzlänge von 8 bis 12,5 cm. Diese Grasmaus ist in ihrem Verbreitungsgebiet sehr verbreitet. Den Eingang zu ihrem Bau liegt sie so an, dass dieser in dichter Vegetation verborgen liegt. Die Nahrung besteht sowohl aus pflanzlicher als auch aus tierischer Kost. In Norden bis zu sechsmal im Jahr, im Süden bis zu viermal bringt das Weibchen jeweils 4-12 Junge zur Welt.

Die Mosaikschwanzratte (Melomys cervinipes) lebt im Wald, gewöhnlich in Wassernähe, in Nordostaustralien. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9-17 cm und eine Schwanzlänge von 11-17 cm. Wie bei den Riesenratten ist auch hier der Schwanz mosaikartig beschuppt. Ihr Nest baut sie aus winzigen Grasstückchen und Blättern in Schraubenpalmen. Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt, das ist vom November bis April. Pro Wurf bringt das Weibchen bis zu 4 Junge zur Welt.

Die Goliathratte (Hyomys goliath) lebt im Wald von Neuguinea. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 29-39 cm und eine Schwanzlänge von 25-38 cm. Ihr Schwanz ist an der Unterseite mit dachziegelartig übereinander liegenden dicken Schuppen bedeckt. Vermutlich dienen diese Schuppen dazu, das Wegrutschen des Schwanzes beim Klettern zu verhindern. Es ist leider so gut wie gar nichts über diese Art bekannt.


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