Informationen Bilche

Wissenschaftliche Informationen und Bilder zum Thema Bilche, Bilche, Schlaefer oder Schlafmauese: wissenschaftlicher Name: Gliridae. Bilche sind eine Familie der Nagetiere.


Informationen über Bilche:

  • Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Bilche sind maus- bis eichhörnchengroß und haben meistens einen buschigen Schwanz. Die Augen sind groß, das Fell ist weich und sehr dicht.

Lebensweise

Bilche sind nachtaktiv. Nachts turnen sie in Bäumen und Gebüschen herum, tagsüber verstecken sie sich. Sie haben ein ausgezeichnetes Gehör, das ihnen bei der Jagd sehr zugute kommt.

In den gemäßigten Zonen halten Bilche einen Winterschlaf.

Ernährung

Die Hauptnahrung der Bilche besteht aus Früchten und Sämereien. Sie sind aber auch richtige kleine Jäger und erbeuten Insekten, Schnecken, Eier, sogar kleine Vögel und Mäuse. Im Frühjahr kommen noch Laub, Knospen und die Rinde von Bäumen hinzu.

Verwandtschaft

Bilche gehören zur Unterordnung der Hoernchenverwandte (Sciuromorpha)
dazu gehören auch die Familien:

  • Stummelschwanzhörnchen (Aplodontiidae)
  • Hörnchen (Sciuridae)

Systematik

Zur Familie der Bilche (Gliridae) gehören u.a. die Gattungen:

  • Dryomys
  • Eliomys
  • Glirulus
  • Glis
  • Pinselschwanzbilche (Graphiurus)
  • Muscardinus

Arten/Gattungen

Der Siebenschläfer (Glis glis) beginnt seinen Winterschlaf Ende September und kommt erst Mitte Mai wieder aus seinem Versteck. Er lebt in Laubwäldern, Auwäldern, waldnahen Parks und in Obst- und Weingärten in Mittel-, Süd- und Osteuropa. Der Siebenschläfer erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 13-18 cm und eine Schwanzlänge von 11-16 cm. Die Oberseite des Körpers ist braungrau mit einem feinen Silberschimmer, die Unterseite ist meistens weiß, seltener grau oder gelblich. Die Oberseite ist bei jungen Siebenschläfern mehr rauchgrau mit bläulichem Schimmer. Um das Auge herum befindet sich ein dunkler Augenring. Der Schwanz ist sehr buschig. Der Siebenschläfer zieht sich tagsüber zum Schlafen nicht nur in sein Nest zurück, sondern auch in Jagdhütten oder Wochenendhäusern. Er ist sehr ortstreu und entfernt sich selten weiter als 100 m von seinem Nest. Allerdings wechselt er häufiger seine Schlafplätze innerhalb seines Reviers. Der Siebenschläfer ist sehr stimmfreudig. Kurz nach Sonnenuntergang kann man sein Pfeifen, Muckern, Gurren und Murmeln hören. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Rinde, Blättern, Früchten, Knospen, Bucheckern, Beeren, Eicheln und Nüssen. Als Beikost verzehrt er auch Insekten und anderes Kleingetier. Im Herbst frisst er sich ein dickes Fettpolster an, um sich für den 7-8 Monate dauernden Winterschlaf vorzubereiten. Er gräbt sich hierfür ein Erdloch, in dem er sich mit häufig mit mehreren Artgenossen aneinander kuschelt. Statt Erdlöcher kommen aber auch Baumhöhlen, Felsspalten und alle möglichen versteckten Plätze in Gebäuden in Frage. Während des Winterschlafes wacht der Siebenschläfer hin und wieder auf, nimmt dann aber offensichtlich keine Nahrung zu sich. Ca. 4 Wochen nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf beginnen die Siebenschläfer mit der Paarung. Nach einer Tragzeit von 30-32 Tagen bringt das Weibchen 2-6 Junge zur Welt. Bei Störungen schleppt die Mutter, ähnlich wie bei den Katzen, die Jungen, die in einer Transportstarre verfallen sind, in andere Schlupfwinkel. Mit etwa 2 Monaten sind die Jungen etwa so groß, wie die Erwachsenen. Sie können ein Alter von 5-9 Jahren erreichen. Allerdings hat der Siebenschläfer auch einige Feinde, so der Baummarder, die Wild- und Hauskatzen und die Großeulen, wie Waldkauz und Uhu. Fast ein Dutzend Unterarten sind vom Siebenschläfer bekannt. Die Unterart Glis glis glis ist die, die bei uns vorkommt. Glis glis italicus ist die größte Form und lebt in Italien, auf Sizilien und Elba. Glis glis melonii lebt auf Sardinien und Korsika, und Glis glis argenteus lebt auf Kreta, ist hellsilbergrau gefärbt und gilt als die schönste Form der Siebenschläfer.

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) lebt in Laub- und Nadelwäldern, Gärten und Obstanlagen in fast ganz Europa und Nordwestafrika. Teilweise ist er auch in festen Gebäuden zu finden. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 14 cm und eine Schwanzlänge von 12 cm. Um die Augen hat er jeweils eine schwarze Binde, die bis hinters Ohr verläuft. Die Oberseite des Körpers ist grau bis rotbraun, die Unterseite ist weiß abgesetzt. Der nachtaktive Gartenschläfer baut sein Nest in Sträuchern und Bäumen, an geschützten Stellen am Boden und sogar in der Erde. Manchmal übernimmt er auch das verlassene Nest eines Eichhörnchens, verlassene Vogelnester und Nistkästen. Für die Überwinterung kommt er im Herbst häufig in Keller und Scheunen. Wenn er im Freien bleibt, dann hält der Gartenschläfer seinen Winterschlaf in einer gut gepolsterten Baum- oder Erdhöhle. Die Nahrung besteht aus Früchten, Sämereien und Kleintieren, wie z.B. Käfer, Würmer, Raupen und Schnecken. Aber auch kleinere Wirbeltiere wie Mäuse, Vögel und Eidechsen fallen ihm zum Opfer. Ablaufenden Baumsaft leckt er gerne auf. Die Feinde des Gartenschläfers sind Eulen und Marder, aber auch freilaufende Hauskatzen. In Deutschland steht er unter Naturschutz.

Der Baumschläfer (Dryomys nitedula) lebt in allen Arten von Wäldern in Teilen Mittel-, Süd- und Osteuropas und einen Teil von Russland. Manchmal kann man ihn auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Scheunen und Obstgärten finden. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 cm und eine Schwanzlänge von 8-10 cm. Die Oberseite des Körpers ist graubraun die Unterseite weiß. Er trägt ein dunkles Augenband und der Schwanz ist sehr buschig. Der Baumschläfer legt sein Nest in Baumhöhlen, Nistkästen und Vogelnestern an und legt es mit Blättern aus und polstert es mit Moos und Haaren. In unserer Gegend bringt das Weibchen einmal im Jahr, und zwar Ende Juni, 2-6 Junge zur Welt. Sie werden nach knapp 5 Wochen selbstständig. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, Beeren und Sämereien.

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) lebt bevorzugt in Mischwäldern, besonders in jüngeren Beständen in denen Brombeeren und anderes Gestrüpp wächst, in fast ganz Europa. Ihr Kugelnest kann man aber auch an Waldwegen und in buschigen Lichtungen in einer Höhe von ein oder zwei Meter entdecken. Sie ist mausgroß und haben große "Knopfaugen". Der Pelz ist gelbrötlich und der Schwanz leicht buschig. Tagsüber schläft sie in ihrem faustgroßen kugeligen Nest, das sie aus Gras, Moos und Blättern baut. Manchmal bewohnt sie auch verlassene Nistkästen. Sie ist ein sehr guter Kletterer. Die Nahrung besteht aus Samen, Knospen, Beeren, Haselnüssen und Insekten. In unserer Gegend bringt das Weibchen einmal im Jahr 3-4 Jungen zur Welt. Im Herbst legt die Haselmaus ein dickes Fettpolster an, von dem sie zehrt, wenn sie ihren Winterschlaf hält, der von Oktober bis Mai dauert. Das Nest für den Winterschlaf legt sie in geschützten Erdlöchern oder in Laubhaufen an. Die Haselmaus wurde Anfang des letzten Jahrhunderts als Haustier gehalten. Heute steht sie unter strengem Naturschutz.

Die Gattung der Pinselschwanzbilche (Graphiurus) leben in Afrika, vom Gebiet südlich der Sahara bis zum Kapland. Es gibt etwa 20 Arten, von denen einige Arten Baumbewohner sind. Andere Arten leben in trockenen Felsgebieten, häufig an Flussläufen entlang. Meistens ist die Oberseite des Körpers in verschiedenen Grautönen gefärbt, die Unterseite ist hell abgesetzt. Einige Arten haben eine Gesichtsmaske, ähnlich wie der Gartenschläfer. Der Schwanz ist buschig und trägt am Ende eine kleine Endquaste. Die Pinselschwanzbilche sind nicht nur nachtaktiv, sondern sehr stimmfreudig. Ihre Nahrung besteht aus Früchten, Nüssen, Kerbtiere und kleinere Wirbeltiere, die sie überwältigen können. Der Pinselschwanzbilch (Graphiurus murinus) lebt im Mischwald und in der Baumsavanne südlich der Sahara. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8 bis 16,5 cm und eine Schwanzlänge von 8-13 cm. Der Zwergschläfer (Graphiurus nanus) hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 8 cm und ist somit der kleinste Pinselschwanzbilch.

Der Japanische Schläfer (Glirulus japonicus) kommt nur in den Bergwäldern in Japan vor und ähnelt sehr der Haselmaus. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 6,5 bis 8 cm und eine Schwanzlänge von 4-5 cm. Er ist ein Baumbewohner und hält sich tagsüber in einem hohlen Baum oder in einem Nest in den Baumkronen versteckt. Seinen Winterschlaf hält er ebenfalls in hohlen Bäumen, auf dem Dachboden eines Hauses oder in einem Nistkasten. Im Juni oder Juli bringt das Weibchen 3-5 Junge zur Welt, manchmal auch noch einmal im Oktober. Die Nahrung besteht aus Samen, Früchten, Insekten und Vogeleier.


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