Informationen Baumratten

Wissenschaftliche Informationen und Bilder zum Thema Baum- und Ferkelratten: wissenschaftlicher Name: Capromyidae. Baumratten sind eine Familie der Nagetiere.


Informationen über Baumratten.

  • Unterordnung: Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Da die Baum- und Ferkelratten zusammen mit verschiedenen Fledermausarten und den Schlitzrüßlern die einzigen einheimischen Tiere auf den Karibischen Inseln bildeten, waren sie mit zahlreich in vielen verschiedenen Arten vorhanden. Erst die Menschen brachten lebensbedrohende Feinde auf die Inseln, wie Hunde und Katzen. Durch den Schifffahrtsverkehr wurden auch Ratten eingeschleppt, die den Baumratten den Lebensraum streitig machten. Und die damaligen schwarzen Sklaven der Einwanderer haben ihren Speisezettel mit diesen Tieren bereichert. Es gab einst 15 Arten, heute leben leider nur noch 7. Einige sind sogar so selten, dass man froh ist, wenn man ein lebendes Tier findet. Sie sind alle stark vom Aussterben bedroht.

Verwandtschaft

Baumratten gehören zur Unterordnung der Meerschweinchenverwandte (Caviomorpha)
dazu gehören auch die Familien:

  • Chinchillaratten (Abrocomidae)
  • Pakas (Agoutidae)
  • Sandgräber (Bathyergidae)
  • Meerschweinchen (Caviidae)
  • Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
  • Kammfinger oder Gundis (Ctenodactylidae)
  • Kammratten oder Tukotukos (Ctenomyidae)
  • Agutis und Acouchis (Dasyproctidae)
  • Pakaranas (Dinomyidae)
  • Stachelratten (Echimyidae)
  • Baumstachler (Erethizontidae)
  • Riesennager, Wasserschweine oder Capybaras (Hydrochoeridae)
  • Nutrias (Myocastoridae)
  • Degus oder Trugratten (Octodontidae)
  • Felsenratten (Petromuridae)
  • Rohrratten (Thryonomyidae)

Systematik

Zur Familie der Baumratten (Capromyidae) gehören drei Gattungen:

  • Hutias oder Kuba-Baumratten (Capromys)
  • Eigentliche Ferkelratten oder Stummelschwanz-Hutias (Geocapromys)
  • Zagutis (Plagiodontia)

Gattungen und Arten

Die Gattung der Hutias oder Kuba-Baumratten (Capromys) beherbergt 4 noch lebende Arten. Sie sehen aus wie sehr große, plumpe und dickköpfige Ratten. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 cm, eine Schwanzlänge von 30 cm und ein Gewicht von 4-7 kg. Der Magen ist durch Einschnürungen dreigeteilt. Dies ist einmalig im Reich der Nager. Es gibt unterschiedliche Färbungen. Bekannt sind graue, braune, rote und schwärzliche Formen. Die Hutias sind tagaktiv und leben paarweise. Meistens leben sie zurückgezogen in abgelegenen und unzugänglichen Waldgebieten. Sie haben große, ausgeprägte Krallen, mit denen sie gut klettern können. Der Schwanz wird zur Hilfe beim Klettern eingesetzt. Sie leben auch überwiegend auf Bäumen.

Die Hutiacarabali (Capromys prehensilis) hat einen richtigen Greifschwanz ausgebildet. Sie lebt heute nur noch auf der Isla de Pinos vor der kubanischen Küste. Über sie ist kaum etwas bekannt, weil sie sehr selten ist. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Pflanzenteilen, aber auch kleinere Tiere werden als Beikost verzehrt. Sie erbeutet auf Bäumen sogar rindenbewohnende Eidechsen.

Die Hutiaconga (Capromys pilorides) ist, wie die anderen Arten, selten. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-50 cm und eine Schwanzlänge von 15-30 cm. Sie lebt auf Kuba. In Gefangenschaft wird sie sogar einigermaßen zahm und ist recht ausdauernd. Die Weibchen bringen 1-3 bereits voll entwickelte Junge zur Welt. Sie sind sofort aktiv. Die Hutiaconga ist nicht so an das Baumleben gebunden, denn Schutz sucht sie auch in Erdlöchern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten und Blättern, sie frisst aber auch kleine Wirbellose und Reptilien.

Die Hutiasata (Capromys melanurus) ist sehr selten. Sie lebt nur noch in ganz abgelegenen Gegenden der Sierra Maestra im Südosten Kubas. Leider ist so gut wie gar nichts über sie bekannt.

Die Zwergbaumratte (Capromys nana) ist sogar noch seltener. Sie kommt nur noch in der Gegend südlich der kubanischen Stadt Camagüey vor.

Von der Gattung der Eigentlichen Ferkelratten oder Stummelschwanz-Hutias (Geocapromys) gibt es offensichtlich nur noch 2 Arten. Sie sind etwa kaninchengroß. Der Schwanz erreicht eine Länge von 3,5 bis 6 cm und dient nicht, wie bei den Hutias, als Kletterschwanz. Sie sind nachtaktiv. Die Nacht verbringen sie in Erdhöhlen unter Felsen oder zwischen Baumwurzeln. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Pflanzenstoffen wie Früchte, Blätter, Stauden und Pilze, aber auch tierische Nahrung.

Die Bahama-Ferkelratte (Geocapromys ingrahami) ist sehr selten. Man vermutet, dass sie sogar schon ausgestorben sei. Wenn sie noch lebt, dann isoliert auf den Plana Cays, einer kleiner Bahama-Inselgruppe.

Die Jamaika-Ferkelratte (Geocapromys brownii) ist vom Aussterben bedroht. Sie lebt in abgelegenen, zerklüfteten Bergregionen auf Jamaika. Allerdings gibt es sich auch auf der Little-Swan-Insel, die 700 kg entfernt ist. Das ist eine kleine Insel von gerade mal 800 m Länge im Golf von Honduras. Man vermutet, dass Ureinwohner sie dort ausgesetzt haben.

Die Gattung der Zagutis (Plagiodontia) besteht vermutlich nur noch aus zwei Unterarten. Sie leben wahrscheinlich nur noch in der Sierra de Monte Christi, einem gebirgigen Waldgebiet im Norden der Dominikanischen Republik. Es kann sein, dass sie auch noch in abgelegenen Wäldern im benachbarten Inselstaat Haiti vorhanden sind. Bereits vor 150 Jahren hielt man sie für ausgestorben, bis man die ersten lebenden Zagutis entdeckte. Die Zagutis sind meerschweinchengroß und haben ein rattenähnliches Aussehen. Der Schwanz ist fast nackt und beschuppt. Das Fell ist kurz und grau bis braun gefärbt. Vermutlich sind sie nachtaktiv und leben fast ausschließlich auf dem Boden. Tagsüber verbergen sie sich. Auch wenn sie nicht gut klettern können, gehen sie zur Nahrungssuche auf Bäume. Die Nahrung besteht wahrscheinlich aus Wurzeln, Früchten und Blättern. Sie scheinen reine Vegetarier zu sein. Einmal im Jahr bringt das Weibchen wohl nur ein Junges zur Welt.

Das eigentliche Zaguti (Plagiodontia aedium) besteht aus zwei Unterarten: dem Dominikanischen Zaguti (Plagiodontia aedium hylaeum) und dem Cuvier-Zaguti (Plagiodontia aedium aedium). Sie sind die beiden einzigen bekannten Spezies der Zagutis, wobei das Cuvier-Zaguti vermutlich schon ausgestorben ist.


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