Stoere

wissenschaftlicher Name: Acipenseriformes. Stoere sind eine Ordnung der Knochenfische


Infos zu den Stören

  • Überordnung: Knorpelganoide (Chondrostei)
  • Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
  • Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Unter den Echten Stören befinden sich die größten Süßwasserfische der Erde. So können die Hausen fast 8 m lang und 1300 kg schwer werden. Störe haben ein haiähnliches Aussehen. Der Körper ist lang gestreckt, die Schnauze spitz ausgezogen und die Schwanzflosse schief, mit im oberen Teil endender Wirbelsäule. Die Schuppen sind auf 5 Längsreihen von Knochenschilden an Rücken, Seiten und Bauch reduziert. Vor dem unterständigen Mund stehen 4 Barteln. Der Mund kann wie ein Saugrohr vorgestülpt werden. Alle Flossen, bis auf die Brustflossen, setzten weit hinten an. Die Störe i.e.S. haben eine kegelförmige, mehr oder weniger lang ausgezogen Schnauzenspitze und jederseits ein Spritzloch. Die Schaufelstöre zeichnen sich durch eine schaufelartig abgeplattete Schnauze und fehlende Spritzlöcher aus.

Verbreitung

Echte Störe findet man nur in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel. Einige Arten leben im Meer und wandern zum Laichen flussaufwärts, während andere ständig in Flüssen oder Binnenseen bleiben.

Ernährung

Störe ernähren sich überwiegend von Weichtieren, Ringelwürmern, Garnelen und Fische.

Fortpflanzung

Die Störe laichen im Frühjahr. Die Süßwasserarten bevorzugen flaches Wasser und suchen gern kleine Flüsse zum Laichen auf; die Meerarten wandern in Flüsse ein. Der Hausen zieht vom Kaspischen Meer die Wolga hinauf und laicht in Löchern, die mitunter bis 36 m tief sind. Beim Seestör reifen die Eier ständig, und das Weibchen laicht hier und dort eine kleine Anzahl ab.

Die Störe sind sehr fruchtbar - ein ausgewachsenes Weibchen produziert ca. mehrere Millionen Eier -, entwickeln sich aber sehr langsam. Sie können über 75 Jahre alt werden.

Frisch geschlüpfte Larven sind kaum länger als 12 mm und tragen vor dem Maul eine pigmentierte Grube als Reste einer Saugscheibe. Der Hausen wächst pro Jahr 38 cm. Der Seestör braucht 20 Jahre, um 1,2 m lang und damit geschlechtsreif zu werden.

Verwandtschaft

Störe gehören zur Überordnung der Knorpelganoide (Chondrostei) und sind die einzigen Vertreter dieser Überordnung.

Systematik

Zur Ordnung der Störe (Acipenseriformes) gehören die Familien:

  • Echte Störe (Acipenseridae)
  • Löffelstöre (Polyodontidae)

Echte Störe

Zur Gattung Acipenser gehören alle atlantischen und pazifischen Störarten.

Wasserverschmutzung, Bau von Staustufen in den Flüssen und rücksichtsloses Überfischen haben den Hauptlieferanten des Kaviars, Gewöhnlicher, Baltischer oder Atlantischer Stör (Acipenser sturio) den fast in seinem ganzen Verbreitungsgebiet an den Rand der Ausrottung gebracht. Dieser Stör war ursprünglich an den Küsten Europas vom Schwarzen über das Mittelmeer und dem Atlantik von Island bis zum Nordkap einschließlich Nord- und Ostsee beheimatet. Heute steigt dieser Wanderfisch nur noch in wenigen mittel- und westeuropäischen Flüssen zum laichen auf. Größere Bestände gibt es nur noch im Schwarzen Meer. Er wird bis zu 315 kg schwer. Auf der anderen Seite des Atlantiks lebt der Stör vor Neufundland und vor Neu-England. Dieser wird maximal 3 m lang und 210 kg schwer und verbringt den Hauptteil seines Lebens im Meer. Männchen werden mit 7-9 Jahren und Weibchen mit 8-14 Jahren geschlechtsreif, dann wandern die Fische zum Laichen flussaufwärts. Sie leben am Boden. Beim trägen Schwimmen über den Boden berühren die Bartfäden den Untergrund und spüren die überwiegend tierische Nahrung auf, die mit der vorstülpbaren Mundöffnung eingesaugt wird. Die Nahrung besteht aus Würmer, Weichtiere, Krebse und kleine Fische.

Als ausgesprochener Süßwasserbewohner lebt der bis 1 m lange Sterlet (Acipenser ruthenus) in den Zuflüssen des Schwarzen und Kaspischen Meeres und den großen Strömen Sibiriens. Wegen ihres Fleisches und des Kaviars wird er in Don und Wolga befischt. In Russland wird der Sterlet gezüchtet und aufgezogen, um vor allem in der Wolga den Wildbestand anzuheben. Er wird auch gelegentlich mit dem Waxdick oder Russischen Stör (Acipenser queldenstaedti) gekreuzt. Diese Bastarde wachsen schneller als die "Ausgangsformen" und erzielen dementsprechend höhere Gewinne.

In der Donau lebt der 1,5 m lange Glattdick (Acipenser glaber). Er wurde mit Erfolg auch in der Eider und der Oste, Zuflüsse der Elbe, ausgesetzt. Im Schwarzen und Kaspischen Meer leben noch der Sternstör (Acipenser stellatus), der bis 2,20 m lang wird und der Glattstör (Acipenser nudiventris) der eine Länge von 2 m erreicht. In den großen Strömen Sibiriens laichen 2 wandernde Arten. An der asiatischen Pazifikküste kommen 5 weitere Arten vor. Neben dem Atlantischen Stör sind in Nordamerika noch 4 weitere Arten bekannt, 2 an der Westküste, von denen der große Weiße Stör (Acipenser transmontanus) bis 4,5 m lang und 300 kg schwer wird, 1 an der Ostküste und der Rote oder Seestör (Acipenser fulvescens), wird bis 2,4 m lang und 135 kg schwer, in den großen kanadischen Seen. Der an der Pazifikküste lebende Acipenser medirostris erreicht 2,1 m Länge und 159 kg Gewicht. Er findet sich häufig in Brack- oder Salzwasser.

Zur Gattung Hausen gehört der Europäische Hausen oder Beluga (Huso huso). Er lebt als Wanderfisch in der Adria sowie im Schwarzen und Kaspischen Meer. Angeblich soll dieser Fisch über 8 m groß und bis 1,5 t schwer werden, belegt wurden bisher aber nur 5 m und 1200 kg. Der Hausen wird sehr spät geschlechtsreif, die Männchen mit 14, die Weibchen mit 18 Jahren. Ein reifes Weibchen kann bis zu 7 Millionen Eier tragen. Der Sibirische Hausen (Huso dauricus) lebt im Süßwasser des Amur und wird maximal um 5 m lang.

Schaufelstöre sind Süßwasserbewohner. Sie haben kein Spritzloch und eine breite, abgeplattete Schnauze (die "Schaufel"). Die Gattung Scaphirhynchus kommt mit 3 Arten im Mississippi vor, darunter der Schaufelstör (Scaphirhynchus platorynchus), der bis 90 cm lang und 2,7 kg schwer wird. Die 3 asiatischen Arten der Gattung Pseudosaphirhynchus leben in den Zuflüssen des Aralsees.

Die Löffelstöre sind umfangreicher beschrieben und haben eine eigene Seite.

Kaviarproduktion

Den besten Kaviar liefert der Hausen. Ein Stör mit einem Gewicht von 210 kg liefert etwa 45 kg Kaviar, ein Hausen von 1230 kg Gewicht sogar bis zu 250 kg. Das sind allerdings seltene Ausnahmen. Heute werden am Kaspischen Meer durchschnittlich 15-18 kg schwere Störe gefangen, die 3-4 kg Kaviar einbringen. Der Hauptlieferant des Kaviars ist der Atlantische Stör.

Deutscher Kaviar wird aus Seehasen-Rogen hergestellt.



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wissenschaftlicher Name: Polyodontidae. Loeffelstoere sind eine Familie der Knochenfische
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