Werner, 1902
Heute haben einige Chamäleons Einzug in die Welt der Haustiere gehalten. Es gibt einige Arten, die sich gut in Terrarien halten lassen. Zu den beliebten Arten gehören beispielsweise die Jemenchamäleons. Im Chamäleon Terrarium muss eine konstante Temperatur herrschen, die an die jeweilige Art anzupassen ist. Wenn es sich um ein baumbewohnendes Chamäleon handelt, dann sollte auch viel Astwerk vorhanden sein, damit das Chamäleon ausreichend Möglichkeiten zum Klettern hat. Insgesamt gesehen, ist der Haltung von Chamäleons sehr aufwendig. Neben Chamäleons werden heute auch zahlreiche andere Reptilien als Haustiere gehalten.
Zur Familie der Chamäleons gehören etwa 170 Arten. Chamäleons sind schwer in Arten einzuordnen, da sich ihr Körperbau innerhalb einer einzelnen Art stark unterscheidet. Zum einen haben die verschiedenen Geschlechter unterschiedliche Körperformen und zum anderen verändert sich der Körper mit zunehmendem Alter. Man kann also zwei komplett verschieden wirkende Exemplare vor sich haben, die aber ein und derselben Spezies angehören. Das eine könnte beispielsweise in junges Weibchen sein und das andere in älteres Männchen. Auf dem ersten Blick sind beide nicht als eine Art zu erkennen.
Woran sich die Arten letztendlich aber doch bestimmen lassen sind die Hörner und die Schnauzenfortsätze. Diese Schnauzenfortsätze sind je nach Art - egal welches Alter oder Geschlecht - unterschiedlich lang ausgeprägt. Mit diesen Fortsätzen lassen sich die Tiere in der Regel der richtigen Art zuordnen. Ein weiteres gutes Erkennungszeichen sind die Hörner. So können es je nach Art bis zu sechs Hörner sein, die bei der Spezifisierung helfen können. Ebenfalls hilfreich bei der Artenbestimmung sind die Kämme, die sich an Rücken, Bauch und Kehle befinden.
Allen Chamäleons gemeinsam ist, dass der Körper sich an ein Leben in den Bäumen angepasst hat, auch wenn einige Arten nur am Boden leben. Die Füße haben sich zu Greifzangen entwickelt, mit denen sich die Tiere ohne Probleme an Ästen festhalten können. Es sind immer zwei Zehen den anderen drei gegenübergestellt, was den sicheren Griff garantiert. Zusätzlich hat sich der Schwanz der Echten Chamäleons zu einem Greifschwanz entwickelt, der ebenfalls beim Klettern hilfreich eingesetzt wird. Bei den Stummelschwanzchamäleons spielt der Schwanz allerdings eher eine untergeordnete Rolle und ist relativ unbeweglich.
Das markanteste Merkmal der Chamäleons sind jedoch die Augen. Nicht nur, dass die Tiere mit diesen Augen bis zu einem Kilometer scharf sehen können, auch lassen sich die Augen unabhängig voneinander bewegen. Jedes Auge sieht für sich, die Augen bilden kein gemeinsames Bild. So kann das Chamäleon z.B. gleichzeitig nach vorne und nach hinten sehen. Somit entsteht im Kopf nicht ein Bild - wie bei uns Menschen, sondern zwei unabhängige einzelne Bilder. Die Augen sind auch ständig in Bewegung. So wird die gesamte Umgebung unter anderem nach einem Beutetier abgesucht. Wenn das Chamäleon eines entdeckt hat, dann wird es mit beiden Augen anfixiert.
Ein ebenfalls typisches Merkmal der Chamäleons ist die Fähigkeit, die Körperfarbe zu wechseln. Dieser Farbwechsel dient in erster Linie der Kommunikation unter Artgenossen. Ist ein Tier z.B. paarungsbereit, zeigt es dies durch auffälligere Farben und Muster an. Auch wenn die Färbung nicht hauptsächlich zur Tarnung dient, nutzen viel Chamäleons diese Fähigkeit trotzdem, sich ihrer Umgebung anzupassen. Auch dient der Farbwechsel zur Regulierung der Körpertemperatur. So hellt sich der Körper deutlich auf, wenn die Sonne hell scheint und es extrem warm wird. Durch die helle Körperfärbung wird das Licht reflektiert und der Körper heizt sich nicht weiter auf. Wenn es kälter wird, färben sich die Tiere dunkler, um die Energie des Lichts aufnehmen zu können. In der Nacht sind Chamäleons in der Regel hell gefärbt. Wird ein Tier älter oder ist es krank, dann verblassen die Farben langsam. Die Vielfalt an Farben ist von Art zu Art unterschiedlich. So gibt es Arten, die nur ein sehr kleines Farbspektrum besitzen. Allerdings gibt es auch Arten, die ihre Körperfarbe überhaupt nicht ändern können. Wie schnell die Farbe gewechselt wird, ist abhängig von der Art und er Situation. Am schnellsten färben sich die Chamäleons bei drohender Gefahr oder beim Kampf um.
Die Heimat der Chamäleons ist der gesamte afrikanische Kontinent, das europäische Mittelmeergebiet, die Türkei, die arabische Halbinsel, Indien und Sri Lanka. Die meisten Arten sind allerdings in Afrika zu finden, besonders auf Madagaskar. Der Ursprung der Chamäleons ist Ostafrika, aber erst in Westafrika und auf Madagaskar entstand die enorme Artenvielfalt.
Als Lebensraum dienen unterschiedliche Habitate. So sind die Echten Chamäleons busch- und baumbewohnende Echsen, wohingegen die Stummelschwanzchamäleons ehr die Laub- und Krautschichten bevorzugen. Allerdings gibt es unter den Echten Chamäleons auch einige Vertreter, die auf dem Boden leben. Es gibt Chamäleons, die haben sich hervorragend an das Leben in den Wüstenoasen der Sahara angepasst und welche, die bis in 4.500 Metern Höhe, also bis zur Schneefallgrenze am Mount Kenia ihren optimalen Lebensraum gefunden haben.
Die Gesamtsystematik:
Zur Familie der Chamäleons (Chamaeleonidae) gehören die Unterfamilien:
Chamäleons gehören zur Teilordnung der Leguanartige (Iguania)
dazu gehören auch die Familien:
Fast alle Chamäleons fallen inzwischen unter das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen, da sie in ihrem natürlichen Lebensraum gefährdet sind. Dadurch, dass sie unter dieses Übereinkommen fallen, ist ihre Haltung, egal ob in einem Zoo, bei einem Züchter oder bei einem Hobby-Terrarianer meldepflichtig.
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Gewoehnliches Chamaeleon Chamaeleo Chamaeleon Reptil Wissenschaftliche Informationen über das Gewöhnliche Chamäleon, ein Mitglied aus der Unterfamilie der Echten Chamäleons, Reptilien wissenschaftlicher Name: Chamaeleo chamaeleon |