Informationen Wuehlmaeuse

wissenschaftlicher Name: Microtinae. Wuehlmaeuse sind eine Unterfamilie der Nagetiere


Infos zu den Wühlmäusen

  • Familie: Wühler (Cricetidae)
  • Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Der Schwanz ist mittellang bis kurz und nur dünn behaart. Dadurch ist seine Ringelung gut zu sehen. Je nach Art sind an den Vorderfüßen 4 oder 5 Zehen. An den Hinterfüßen sind immer 5 Zehen. Die Ohren sind meistens sehr klein. Die Backenzähne haben keine Zähne und wachsen ständig nach. Eine Ausnahme bilden hier die Bisamratte und die Rötelmaus, deren Backenzähne Wurzeln haben.

Verbreitung

Die Wühlmäuse leben in Asien, Europa und Nordamerika.

Verwandtschaft

Wühlmäuse gehören zur Familie der Wühler (Cricetidae)
dazu gehören auch die Unterfamilien:

  • Eigentlichen Wühler und Hamster (Cricetinae)
  • Mähnenratten (Lophiomyinae)
  • Madagaskarratten (Nesomyinae)

Systematik

Zur Unterfamilie der Wühlmäuse (Microtinae) gehören die Gattungsgruppen:

  • Mull-Lemminge (Ellobii)
  • Rennmäuse (Gerbillini)
  • Lemminge (Lemmini)
  • Eigentliche Wühlmäuse (Microtini)

Gattungsgruppe der Lemminge

Die Gattungsgruppe der Lemminge (Lemmini) leben im nördlichsten Russland, Nordskandinavien, Alaska und Nordkanada. Lemminge sind maus- bis schermausgroß. Diese Gattungsgruppe wird in 4 Gattungen mit 9 Arten aufgeteilt. Der Körper ist kurz, gedrungen und abgerundet. Das Fell ist außergewöhnlich dicht und verbirgt die Augen, Ohren und den Schwanz. An den Füßen befinden sich Scharrkrallen, die dem Tier beim Graben sehr hilfreich sind. Die Gangsysteme, die die Lemminge im Sommer anlegen, sie weit ausgedehnt und liegen knapp unter der Erdoberfläche. Manchmal wird das Nest auch überirdisch an einer geschützten Stelle angelegt. Den Winter tummeln sich die Lemminge in Gängen unter dem Schnee. In diesen Schneetunnel sind sie vor äußeren Witterungseinflüssen geschützt und können hier ungestört ihre Nahrung, die aus Moosen, Flechten und Gräser besteht, suchen und fressen. Während des Sommers verzehren die Lemminge zusätzlich noch Pilze, Beeren, Schösslinge und Kräuter. Zwei- bis fünfmal im Jahr nach einer Tragzeit von etwa 21 Tagen bringen die Weibchen jeweils 4-5 Junge zur Welt. Die Lemminge haben viele Feinde, so z.B. Greifvögel, Schnee-Eulen, Vielfraße und Polarfüchse. Selbst Rentiere fressen neben ihrer kargen Flechten- und Kräuterkost Lemminge. Manche Lemmingarten neigen zu periodisch wiederkehrenden Massenvermehrungen. In dieser Zeit kommt es zur Nahrungsknappheit und zu Stress. Je mehr Tiere es werden, desto häufiger geraten die reizbaren und unverträglichen Tiere aneinander. Das ist dann der Auslöser, dass ein Großteil der Tiere abwandert um sich einen neuen Lebensraum zu suchen. Auch bei den Wanderungen, die meistens nachts, teilweise auch am Tage stattfinden, gehen die Streitigkeiten weiter. Die Lemminge sind jetzt rastlos und besonders aggressiv. Bei größeren Hindernissen, wie z.B. ein reißender Fluss sind die Streitereien erst einmal vergessen. Um dieses Hindernis zu überqueren, stürzen sich die Lemminge ins Wasser. Dabei kommen viele Tiere um, aber der größte Teil überlebt, durchquert das Gewässer und setzt seinen Weg unbeirrt fort. Lemminge sind gute, ausdauernde Schwimmer. Das dichte Fell hält so viel Luft, dass es wie eine Schwimmweste wirkt. Bei ihren Wanderungen stoßen die Lemminge häufig an das Meer. Auch hier stürzen sie sich in das Wasser, immer noch vom Wandertrieb besessen. Wenn sie nicht auf eine Insel stoßen, dann sind die Tiere hier zum Tode verurteilt. Die Tiere schwimmen bis zur Erschöpfung und werden ein Opfer der Wellen und zur leichten Beute von Möwen und Raubfischen. Allerdings kommen nicht alle Lemminge im Wasser um. Auf den Wanderungen sterben auch viele an Krankheiten und Erschöpfung und werden von Raubtieren erbeutet. Viele Wanderzüge laufen sich auch regelrecht zu Tode. Große Teile der Wanderschar bleiben in den Gebieten, die sie durchwandern und gründen neue Kolonien, der Rest zieht dann weiter.

Die Gattung der Halsbandlemminge (Dicrostonyx) ist rund um die Polarregion verbreitet. Sie erreichen eine Körperlänge von 12-15 cm. Sie bekommen ein weißes Winterfell. Wenn der Boden hart gefroren ist, dann wachsen den Tieren an der dritten und vierten Zehe der Vorderfüße Doppelkrallen, die im Frühjahr wieder durch normale ersetzt werden. Der eigentliche Halsbandlemming (Dicrostonyx torquatus) ist der bekannteste der 5 Arten. Er stößt von allen Lemmingen am weitesten in die Polargebiete vor.

Die Gattung der Echten Lemminge (Lemmus) ist durch ihre Wanderzüge am bekanntesten. Der Berglemming (Lemmus lemmus) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 13-15 cm und eine Schwanzlänge von 2 cm. Die Oberseite des Körpers ist gelb, braun und schwarz gezeichnet, die Unterseite gelb. Er lebt in den unzugänglichen skandinavischen Hochgebirgen und in Nordrussland. Während der Wanderungen kommt er auch in die Ebenen und ans Meer. Seine Nahrung besteht aus Gras, kleinen Sträuchern und Moos. Die Paarungszeit beginnt im Frühling. Das Weibchen bringt dann im Sommer in insgesamt bis zu 8 Würfen jeweils bis zu 6 Junge zur Welt.

Die Gattung der Waldlemminge (Myopus) lebt ausschließlich in Nadelwäldern in Norwegen, Schweden, Finnland und in den angrenzenden russischen Gebieten. Der Waldlemming (Myopus schisticolor) erreicht eine Körperlänge von 7,5 bis 11 cm. Er hat einen besonders kurzen Schwanz. Das Fell ist eintönig grau, nur in der Rückenmitte ist es rötlich. Im Sommer wird das Fell etwas heller als im Winter.

Die Gattung der Moorlemminge oder Lemmingmäuse (Synaptomys) lebt im Nordosten Amerikas. Sie erreichen eine Körperlänge von 8-13 cm und bevorzugen als Lebensraum feuchte Wiesen- und Moorflächen. Die Südliche Lemmingmaus (Synaptomys cooperi) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8,5 bis 11 cm und eine Schwanzlänge von 2 cm. Sie lebt im Nordosten der USA und Südostkanada. Dort hält sie sich in Torfmooren und Grasniederungen in Fluss- und Seenähe auf. Sie lebt in Kolonien von ca. 30 Tieren. Ihre Höhle legt sie dicht unter der Erdoberfläche an. Ihre Nahrung ist überwiegend pflanzlich. Zwei- bis dreimal im Jahr bringt das Weibchen jeweils 1-4 Junge zur Welt. Die Nördliche Lemmingmaus (Synaptomys borealis) hat eine ähnliche Lebensweise.

Gattungsgruppe der Mull-Lemminge

Die Gattungsgruppe der Mull-Lemminge (Ellobii) besteht aus nur einer Gattung, der Mull-Lemminge (Ellobius). Diese Tiere leben bevorzugt in Steppen und Ödlandschaften, sind etwa hausmausgroß und stark an die unterirdische Lebensweise angepasst. Ihr Fell ist samtig, die Augen sind klein, der Schwanz ist sehr kurz und äußerlich sind keine Ohren zu erkennen. Die Erdbaue, die die Mull-Lemminge anlegen liegen knapp unter der Erdoberfläche und sind ziemlich ausgedehnt. Mull-Lemminge graben mit ihren kräftigen Nagezähnen. Das eigentliche Nest liegt tiefer unter der Oberfläche, das Gangsystem dient der Futtersuche. Die Hauptnahrung besteht nämlich aus Wurzeln. Pro Jahr kann ein Weibchen insgesamt bis zu 35 Junge zur Welt bringen. Der Nördliche Mull-Lemming (Ellobius talpinus) lebt in Südrussland vom Schwarzen Meer bis zur Mongolei und der Südliche Mull-Lemming (Ellobius fuscocapillus) in Iran und Afghanistan. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-15 cm und eine Schwanzlänge von 0,5 bis 2 cm.

Gattungsgruppe der Eigentlichen Wühlmäuse

Die Gattungsgruppe der Eigentliche Wühlmäuse (Microtini) wird in 13 Gattungen mit insgesamt 99 Arten aufgeteilt. Die Gattung der Rötelmäuse (Clethrionomys) ist in fast ganz Europa und einem Teil Russlands verbreitet. Die Rötel- oder Waldwühlmaus (Clethrionomys glareolus) ist eine recht häufige einheimische Wühlmaus. Sie lebt an Waldrändern und in Hecken und Gebüschen, die in Waldnähe sind. In Skandinavien ist sie häufig in Nadelwäldern zu finden. Sie bevorzugt feuchte und schattige Biotope. Die Rötelmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8-11 cm und eine Schwanzlänge von 3 bis 6,5 cm. Die Ohren sind mittelgroß. Die Oberseite des Körpers ist fuchs- bis braunrot, die Unterseite weißlich bis grau mit einem schwach rostfarbenen Anflug. Die Rötelmaus ist keine so große Gräberin wie die anderen Wühlmäuse. Die Gangsysteme, die sie anlegt, sind dicht unter der Oberfläche und haben zahlreiche Öffnungen. Das Nest befindet sich oberirdisch unter Steinen, in Baumstümpfen oder im dichten Gestrüpp in einer geringen Höhe und ist aus Moos, Gras und Laub hergerichtet. Sie kann sehr gut klettern und ist überwiegend nachts aktiv. Die Nahrung besteht im Frühjahr aus Keimlingen, Kräutern und Gräsern, im Sommer und Herbst kommen noch Samen, Früchte, Moose und Pilze hinzu, und im Winter frisst die Rötelmaus auch größere Mengen Baumrinde. Das ganze Jahr über verzehrt sie auch Würmer, Insekten und Spinnen. Sie legt auch einen Wintervorrat aus Eicheln und anderen Samen an, den sie sorgfältig mit Laub abdeckt. Fortpflanzungszeit ist vom Frühling bis Herbst, bei günstigen Wetterbedingen kann sie auch in den Winter hineinreichen. Nach einer Tragzeit von 18-21 Tagen bringt das Weibchen 3-7 Junge zur Welt. Diese öffnen ihre Augen erst mit 12 Tagen. Mit 9 Wochen werden sie dann geschlechtsreif. Rötelmäuse werden etwa 1 1/2 Jahre alt. Die Rötelmaus hat mehrere Unterarten gebildet, 3 davon sind bei uns zu finden: Die Mitteleuropäische Rötelmaus (Clethrionomys glareolus glareolus) lebt in Nord- und Mitteldeutschland. Die Oberseite des Körpers ist rotbraun; die Donau-Rötelmaus (Clethrionomys glareolus istericus) lebt in West- und Süddeutschland. Die Oberseite des Körpers ist leuchtend fuchsrot; die Ruttner-Rötelmaus (Clethrionomys glareolus ruttneri) lebt in den Alpen, in Höhen von etwas über 2000 m. Sie ist größer und langschwänziger als die anderen Unterarten.

Die Graue Rötelmaus (Clethrionomys rufocanus) wird etwas größer als die Rötelmaus. Die Oberseite des Körpers ist rötlichgrau. Sie lebt in felsigen Geländen mit Tannen- und Birkenbeständen in Nordskandinavien. Die Polarrötelmaus (Clethrionomys rutilus) ist unserer Rötelmaus sehr ähnlich, hat aber einen kürzeren Schwanz. Das Fell ist etwas heller. Sie lebt in Tannen- und Birkenwäldern in der Taiga Nordskandinaviens und in Russland. Sie geht aber noch weiter nach Norden als die Graue Rötelmaus.

Die Gattung der Feldmäuse (Microtus) umfasst ca. 50 Arten. Besonders schädlich werden Feldmäuse in Getreide-, Klee- und Rübenfeldern. Die Feldmaus (Microtus arvalis) ist das häufigste einheimische Säugetier. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9-12 cm und eine Schwanzlänge von 4 cm. Das Fell ist braun- bis gelbgrau. Als Lebensraum bevorzugt die Feldmaus Wiesen, Felder und Äcker. Man kann sie aber auch in offenen Kieferwäldern, am Strand und in Heidelandschaften finden. Sie ist tag- und nachtaktiv mit einem regelmäßigen Ruhe- und Aktivitätsrhythmus. Sie lebt in Kolonien. Ihre Gangsysteme liegen knapp unter der Erdoberfläche und enthalten eine Nestkammer, Vorratskammern und Fluchtröhren. Die Ausgänge sind oberirdisch durch feste Wechsel miteinander verbunden, die im Winter unter der Schneedecke mit geflochtenem Gras und Erde überdacht werden. Die Feldmaus entfernt sich bis zu einem halben Kilometer von ihrem Nest. Sie geht freiwillig ins Wasser um es zu durchschwimmen. Die Nahrung besteht aus Klee, Getreide, Rüben, Gräser und Rinde. Sie stellt auf Getreidefeldern eine große Plage dar, da sie bis zur Hälfte des Getreideertrages vernichten kann. Sie hat auch einige Feinde, sehr häufig werden sie von Mauswieseln, Füchsen, Greifvögel und Eulen erbeutet. Bis zu siebenmal im Jahr bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von rund 20 Tagen 3-12 Junge zur Welt. Die Weibchen sind dann schon mit einem Alter von 13 Tagen paarungsbereit.

Die Erdmaus (Microtus agrestis) ist auch eine einheimische Art erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9,5 bis 12,5 cm. Das Fell ist braun, die Haare länger als bei der Feldmaus. In Lebensweise und Fortpflanzung gleicht sie der Feldmaus, allerdings bevorzugt sie feuchtere Lebensräume. Außerdem baut sie ihr Nest über der Erde aus Pflanzenmaterial. Ihr Nahrung besteht aus Kräutern und Gräsern. Wenn Nahrungsmangel herrscht, dann verzehrt sie auch Rinde.

Die Schneemaus (Microtus nivalis) ist ebenfalls eine einheimische Art. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12-14 cm. Das Fell ist hell- bis silbergrau. Sie lebt in den Hochgebirgen und bevorzugt sonnige, felsige Stellen. Ihr Nest legt sie meistens in Felsspalten an. Ihre Nahrung besteht aus Alpenkräutern, Gräsern und Samen. Sie kann gut klettern und springen. Das Weibchen bringt pro Wurf 2-7 Junge zur Welt.

Die Sumpfmaus oder Nordische Wühlmaus (Microtus oeconomus) ist besonders häufig in der Mark Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet reicht bis nach China. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-12 cm. Das Fell ist kürzer und der Schwanz etwas länger als bei der Erdmaus. Als Lebensraum bevorzugt sie sehr feuchte Gebiete, wie Ufer und Sümpfe. Ihr Nest legt sie an trockenen Stellen im Schilf an. Sie gräbt nicht soviel wie ihre die anderen Feldmausarten. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus der äußeren Haut von Binsenstängeln. Das Weibchen bringt pro Wurf 4-9 Junge zur Welt.

Die Wiesenwühlmaus (Microtus pennsylvanicus) lebt im Grasland und Wald in Wassernähe in Kanada und im Norden der USA. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 bis 12,5 cm und eine Schwanzlänge von 3,5 bis 6,5 cm. Sie lebt zwar in einem Gemeinschaftsverband, doch hat jedes Tier sein eigenes Revier. Das Nest liegt unter der Erde und ist aus Gras. Die Nahrung besteht aus Gras, Samen, Wurzeln und Rinde. Drei- bis dreizehnmal bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 3 Wochen maximal jeweils 10 Junge zur Welt. Die jungen Weibchen sind bereits mit einem Alter von 3 Wochen geschlechtsreif.

Die Mittelmeer-Feldmaus (Microtus guentheri) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10,5 bis 14 cm. Sie lebt im Gebirge und ist dort nachtaktiv. Ihr Nest liegt unterirdisch, ist mit Heu weich ausgepolstert.

Des Weiteren gehören zu den Feldmäusen noch die Brandt-Steppenwühlmaus (Microtus brandti), die Mexikanische Wühlmaus (Microtus mexicanus), die Rocky-Mountains-Wühlmaus (Microtus montanus), die Präriewühlmaus (Microtus ochrogaster), die Townsend-Wühlmaus (Microtus townsendi), die Gelbwangenwühlmaus (Microtus xanthognathus) und noch weitere 32 Arten.

Die Gattung Kleine Wühlmäuse (Pitymys) ist in Nordamerika, Europa und Kleinasien verbreitet. Die Kleinwühlmaus oder Kleinäugige Wühlmaus (Pitymys subterraneus) ist eine einheimische Art. Sie kommt stellenweise häufig vor und besiedelt gerne feuchte Wiesen. Ihre Augen sind klein und fast im Fell verborgen. Die Weibchen bringen pro Wurf nur 2-3 Junge zur Welt. Hierzu gehören noch die Kiefernwühlmaus (Pitymys pinetorum), die Mittelmeer-Kleinwühlmaus (Pitymys duodecimcostatus) und 14 weitere Arten.

Die Gattung der Gebirgswühlmäuse (Alticola) leben in Mittel- und Ostasien in Höhen zwischen 900 und 5800 m, so z.B. die Gebirgsmaus (Alticola macrotis).

Die Gattung der Schermäuse (Arvicola) ist die zweitgrößte Wühlmausart in Europa. Die Schermaus oder Ostschermaus (Arvicola terrestris) lebt in fast ganz Europa und in den größten Teilen Russlands. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12-19 cm, eine Schwanzlänge von 4-13 cm und ein Gewicht von 60-180 g. Sie gehört zu den bekanntesten einheimischen Arten. Sie hat, je nach Region viele verschiedene, volkstümliche Namen erhalten, wie z.B. Wasserratte, Wühlratte, Hamstermaus, Hamsterratte, Mollmaus, Reutmaus und noch einige andere. Die Oberseite des Körpers reicht von hellbraun bis braun, über dunkelgrau bis schwarz, die Unterseite gelbgrau. Das Fell ist dicht und glänzend. Die Schermaus bevorzugt Wiesen und Gebiete in Wassernähe, aber auch auf Äckern (außer Getreidefelder), in Obstanlagen, in Gärten, in Baumschulen und an Waldrändern kann man sie finden. Ebenso im Gebirge bis 2000 m Höhe. Die Schermaus ist eine ausgezeichnete Schwimmerin und Taucherin. Sie ist tagaktiv, lebt zwar in größeren Kolonien, aber ist dabei nicht sehr sozial. Ihr Gangsystem legt sie größtenteils sehr flach unter der Erdoberfläche an, meistens in einer Tiefe von weniger als 30 cm. Es gibt aber auch Gangabschnitte, die gehen bis zu 1 m in die Tiefe. Der Bau besteht nicht nur aus dem reichverzweigten Gangsystem, sondern auch aus einer großen Vorratskammern und einer Nestkammern. Die los gewühlte Erde wird an den Eingängen aufgetürmt und sehen wie Maulwurfshügel aus, nur etwas flacher und mit los gewühlten Pflanzen durchsetzt. Am Wasser baut die Schermaus manchmal ihr Nest auch oberirdisch im Schilf. Hin und wieder zieht sie auch in ein verlassenes Nest von Wasservögeln. Die Nahrung ist sehr vielseitig. Hauptsächlich frisst die Schermaus oberirdische Pflanzenteile. Ansonsten auch Wurzeln, Kräuter, Gräser, in Gewässernähe Rohrkolben, Weidenröschen und Schilf. Aber auch Insekten, Muscheln und andere Wirbellose verzehrt sie. Die Fortpflanzung erfolgt zwischen März und Oktober. Nach einer Tragzeit von 21 Tagen bringt das Weibchen 5-6 Junge zur Welt. Mit 9 Tagen öffnen die Jungen ihre Augen und mit 14 Tagen sind sie selbstständig und könnten bereits ohne Mutter überleben. Die Geschlechtsreife setzt ein, wenn die Tiere 8-9 Wochen alt sind. Die Schermaus erreicht ein Alter von etwa 2-4 Jahren. Es gibt zahlreiche Unterarten, 3 davon bei uns. Arvicola terrestris terrestris lebt im norddeutschen Tiefland, Arvicola terrestris sherman in Mittel- und Süddeutschland und die Alpen-Schermaus (Arvicola terrestris exitus) in den Alpen. Sie geht auch als einzige niemals ins Wasser.

Die Westschermaus (Arvicola sapidus) lebt in Westeuropa. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 22 cm, eine Schwanzlänge von 14,5 cm und ein Gewicht von bis zu 300 g. Vom Aussehen ähnelt sie sehr der Schermaus, nur dass sie eine etwas spitzere Schnauze hat. Sie ist stärker an das Wasser gebunden als die Schermaus. Die Westschermaus ist eher ein Einzelgänger. Sonst hat sie eigentlich die gleiche Lebensweise wie die Schermaus. Die Jugoslawische Schermaus (Arvicola bogdanovi) ist die dritte Art.

Die Gattung der Pater-David-Wühlmäuse (Eothenomys) besteht aus 11 Arten und ist in Asien verbreitet, so z.B. die Schwarzbauch-Wühlmaus (Eothenomys melanogaster).

Die Gattung der Hyperacrius besteht aus 2 Arten lebt in Kaschmir, so z.B. True-Wühlmaus (Hyperacrius fertilis).

Die Gattung der Steppenlemminge (Lagurus) lebt in den trockenen Ebenen im Westen der USA. Der Steppenlemming (Lagurus lagurus) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9,5 bis 11 cm und eine Schwanzlänge von 1,5 bis 3 cm. Er hat eine helle Färbung. Seine Gänge verlaufen dicht unter der Oberfläche. Er ist tag- und nachtaktiv. Die Nahrung besteht aus wermutartigen Pflanzen und Kräutern. Mehrmals im Jahr bringt das Weibchen jeweils 4-6 Junge zur Welt.

Die Gattung der Bisamratten (Ondatra) stammt ursprünglich aus Nordamerika. 1905 wurde sie in der Nähe von Prag eingebürgert. Seit dem hat sie sich über Europa und Asien ausgebreitet. Sie gehört zu den unerwünschten Einwanderern in Deutschland. Bisamratten richten großen Schaden an, denn durch ihre Wühltätigkeit zerstören sie Deiche, Dämme und Uferbefestigungen der Gewässer und rufen dadurch Überschwemmungen hervor. Obwohl sie stark bekämpft werden, breiten sie sich immer weiter aus. Eingeführt wurde sie ursprünglich als Pelzlieferant. Einige Tiere sind von Pelztierfarmen entkommen und bildeten Kolonien. In der ehemaligen UdSSR wurden sie bewusst ausgesetzt um sie in großen Rahmen zur Pelzgewinnung zu nutzen.

Die Bisamratte (Ondatra zibethica) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-36 cm und eine Schwanzlänge von 20-28 cm. Das Fell ist rötlichbraun, sehr dicht und glänzend. Zwischen den Zehen befinden sich Schwimmborsten. Der Schwanz ist beschuppt und seitlich etwas zusammengedrückt. Die Bisamratte ist komplett an das Leben im Wasser angepasst. Sie kann hervorragend schwimmen und tauchen. Wenn sie wandert, dann benutzt sie Wasserwege, Kanäle und Gräben. Sie geht aber auch über Land. Als Unterschlupf benutzt die Bisamratte selbst gegrabene Erdbaue und hohle Bäume. Sie baut aber auch so genannte "Winterburgen", die bis zu 2 m hoch werden. Sie bestehen aus Stroh, Binsen, Schilf und Zweigen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Stoffen, in Form von Wasserpflanzen und auch Feldfrüchten. Hin und wieder frisst die Bisamratte auch Muscheln und Schnecken, ganz selten auch mal Fisch. Dreimal im Jahr bringt das Weibchen 7-8 Junge zur Welt. Im folgenden Jahr sind sie geschlechtsreif. Bisamratten erreichen ein Alter von etwa 3 Jahren.

Die Gattung der Tannenmäuse (Phenacomys) besteht aus 4 Arten, die alle in Nordamerika leben. Sie führen eine baumgebundene Lebensweise. Ihre Nester legen sie in Bäumen an. So z.B. die Tannenmaus (Phenacomys longicaudus).

Die Gattung der Neofiber lebt im Südosten der USA, wie z.B. die Florida-Wasserratte (Neofiber alleni). Und die Gattung der Prometheomys lebt im Kaukasus, wie die Prometheus-Maus (Prometheomys schaposchnikowi).

Gattungsgruppe der Rennmäuse

Die Gattungsgruppe der Rennmäuse (Gerbillini) in den Wüsten und Steppen in Afrika und Asien. Einige Arten leben auch im Kulturland. Der meisten Rennmäuse sind maus- bis rattengroß und haben einen langen Schwanz, der am Ende eine kleine Quaste haben kann. Die Hinterbeine und -füße sind mehr oder weniger verlängert. Wenn Gefahr droht, dann hüpfen die Rennmäuse sehr schnell davon. Das Fell ist weich. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wurzeln, Blätter, Blüten und Körnern. Sie legen in ihren Erdbauten Vorräte an. Als Beikost werden auch Kerbtiere verzehrt. Die bekanntesten Gattungen sind die Dickschwanzmäuse, die Sandmäuse und die eigentlichen Rennmäuse.

Die Gattung der eigentlichen Rennmäuse (Gerbillus) lebt in sehr trockenen Wüsten von Marokko bis Pakistan und besteht aus etwa 34 Arten. Die Feld-Rennmaus (Gerbillus campestris) lebt in Sandwüsten von Marokko bis Somalia. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-14 cm und eine Schwanzlänge von 11-12 cm. Sie lebt in kleinen Gruppen mit 12 oder mehr Tieren. Ihr Nester sind sehr einfach und aus Sand. Die Feld-Rennmaus ist nachtaktiv und hält sich tagsüber verborgen. Die Nahrung besteht aus Insekten, Samen und vom Wind mitgeführten pflanzlichen Materialien. Sie braucht nichts zu trinken, denn ihren Flüssigkeitsbedarf ziehen sie aus dem Fett der Samen. Nach einer Tragzeit von 20-21 Tagen bringt das Weibchen bis zu 7 Junge zur Welt. Weitere Arten sind die Wagner-Rennmaus (Gerbillus dasyurus), die Raufüßige Rennmaus (Gerbillus latastei) und die Blasse Rennmaus (Gerbillus perpallidillus).

Die Gattung der Sandmäuse (Meriones) lebt in den Sandwüsten und Steppenlandschaften von Nordafrika über den Vorderen Orient bis nach Innerasien. Das Fell ist meistens sandfarben und hebt sich kaum vom Untergrund ab. Die Ohren sind klein und der Schwanz etwa körperlang mit eine Quaste am Ende. Sandmäuse sind tag- und nachtaktiv und leben in Kolonien. In der Deckung von Pflanzen legen sie ihre einfachen Bausysteme an. Wenn sich die Sandmäuse zum Ruhen in den Bau zurückziehen, dann verstopfen sie die Ausgänge mit Sand. Gerne nehmen Sandmäuse tagsüber Staub- und Sonnenbäder. Bei der kleinsten Störung aber, flüchten sie sofort zum Bau. Die Nahrung besteht aus Samen, Schösslingen, Wurzeln und Blätter. Sandmäuse sind in der Lage längere Zeit ohne Wasser auszukommen. Einige der 14 Arten sind die Indische Wüstenmaus (Meriones hurrianae), die Königswüstenmaus (Meriones rex) und die Mongolische Rennmaus (Meriones unguiculatus).

Die Gattung der Dickschwanzmäuse (Pachyuromys) wird nur durch eine Art vertreten, der eigentlichen Dickschwanzmaus (Pachyuromys duprasi). Sie lebt in dürren, vegetationsarmen Wüstengebieten in Nordafrika von Algerien bis nach Ägypten. Die Dickschwanzmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10,5 bis 14 cm und eine Schwanzlänge von 4,5 bis 6 cm. Ihr Schwanz ist kurz und keulenförmig verdickt. In diesem Schwanz speichert sie Fett als Nahrungsreserve ein. Die Augen sind verhältnismäßig groß. Insgesamt mach die Dickschwanzmaus einen stämmigen Eindruck. Die Oberseite des Körpers ist gelbgrau, die Unterseite weißlich. Das Fell ist sehr weich. Hauptsächlich nimmt die Dickschwanzmaus pflanzliche Nahrung zu sich, aber auch tierische verzehrt sie. Nach einer Tragzeit von 19-22 Tagen bringen die Weibchen 3-6 Junge zur Welt.

Die Gattung der Kurzschwanz-Rennmäuse (Dipodillus) besteht aus 3 Arten. Die eine ist die Kurzschwanz-Rennmaus (Dipodillus maghrebi). Der Lebensraum ist das Hochland und die trockene Halbwüste in Nordmarokko. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 9 bis 12,5 cm und eine Schwanzlänge von 6,5 bis 7 cm. Sie bewohnt die Ausläufer und Mittelgebirge des Atlasgebirges und lebt dort auf felsigen und mit Geröll bedeckten Hängen. Sie ist nachtaktiv. Die Nahrung besteht aus Samen, Knospen und Insekten. Pro Wurf bringt das Weibchen jeweils um die 6 Jungen zur Welt. Die Simon-Rennmaus (Dipodillus simoni) ist eine weitere Art.

Die Gattung der Zwergrennmäuse (Gerbillurus) lebt im südwestlichen Teil Afrikas und besteht aus 4 Arten. Die Südafrikanische Zwergrennmaus (Gerbillurus paeba) lebt in Südwestangola bis Südafrika. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 8-9 cm und eine Schwanzlänge von 6,5 bis 7 cm. Ihre Höhle ist einfach und wird in Sand- oder Kieselboden gebaut. Ein Eingang liegt meistens etwas höher als der andere, damit die Durchlüftung der Höhle verbessert ist. Alles was sie an pflanzlicher und tierischer Nahrung findet verzehrt sie. Wenn die Wüstenpflanzen in Blüte stehen, dann hamstert sie Samen und Früchte in unterirdischen Vorratskammern. Ein- bis viermal im Jahr bringt ein Weibchen Junge zur Welt. Die Borstenschwanz-Rennmaus (Gerbillurus vallinus) ist eine weitere Art.

Die Gattung der Nacktsohlen-Rennmäuse (Tatera) ist in 9 Arten aufgeteilt und lebt in den Savannen, Steppen und Wüsten von Süd- und Ostafrika und Südwestasien. Bei der Art Tatera brantsi aus Südafrika tritt alle 8-10 Jahre eine enorme Massenvermehrung auf. Dann richten sie in den Getreidefeldern gewaltigen Schaden an. Die Indische Nacktsohlen-Rennmaus (Tatera indica) lebt in den Ebenen, Savannen und Trockenwäldern im Westen Indiens und auf Sri Lanka. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 15-19 cm und eine Schwanzlänge von 20-25 cm. Ihr Nahrung besteht aus Zwiebeln, Wurzeln, grünen Pflanzen, Insekten und Eier und jungen Vögeln. Mehrmals im Jahr bringt das Weibchen jeweils etwa 8 Junge zur Welt.

Die Gattung der Kleinen Nacktsohlenmäuse (Taterillus) ist in 7 Arten aufgeteilt und lebt in den Wüsten, Savannen und bewaldeten Grasländern von Senegal östlich bis Südsudan und südlich bis Tansania. So z.B. die Kleine Nacktsohlen-Rennmaus (Taterillus emini) und die Harrington-Nacktsohlen-Rennmaus (Taterillus harringtoni)

Die Sandrennmaus oder Dicke Sandratte (Psammomys obesus) lebt in den Sandwüsten von Algerien östlich bis Saudi-Arabien. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 14 bis 18,5 cm und eine Schwanzlänge von 12-15 cm. Sie legt bei großem Nahrungsangebot eine dicke Schicht Reservefett rund um ihren Körper an, damit sie davon in Notzeiten zehren kann. Sie ist tag- und nachtaktiv und ruhelos. Ständig läuft sie herum, um Samen und anderes pflanzliches Material zu sammeln, das sie in ihre Höhle bringt. Mehrmals im Jahr bringt das Weibchen jeweils 3-5 Junge in einer extra gegrabenen Wochenstube zur Welt.

Die Große Rennmaus (Rhombomys opimus) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 13-16 cm und eine Schwanzlänge von 13-16 cm. Sie lebt in trockenen Buschvegetationen vom Iran östlich bis zur Mongolei und China. Ihre Lebensräume sind vielseitig. Sie lebt in kalten Gebirgen, sowie in der Wüste Gobi. Sie kann sich leicht anpassen.

Die Przewalski-Wüstenmaus (Brachiones przewalskii) lebt in den Wüsten und Steppen der Mongolei und Nordchinas.

Die Kurzohrige Nacktsohlen-Rennmaus (Desmodilliscus braueri) lebt in den Wüsten, Savannen und bewaldeten Grasländern im Senegal, östlich bis Südsudan.

Die Südafrikanische Nacktsohlen-Rennmaus (Desmodillus auricularis) lebt in den Wüsten, Savannen und Steppen in Südafrika.

Die Wollschwanz-Rennmaus (Sekeetamys calurus) lebt in den Wüsten von Ostägypten, Südisrael, Jordanien und Saudi-Arabien.


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