Informationen Wieselartige

wissenschaftlicher Name: Mustelinae. Wieselartige sind eine Unterfamilie der Raubtiere


Infos zu den Wieselartigen

  • Familie: Marder (Mustelidae)
  • Überfamilie: Marder- und Bärenartige (Arctoidea)
  • Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Unter den Wieselartigen findet man sowohl baum- als auch bodenbewohnende Arten. Sie sind alle leidenschaftliche Jäger.

Verbreitung

Die Wieselartigen kommen in Amerika, Europa, Asien und Afrika in fast allen Lebensräumen vor.

Fortpflanzung

Die Jungen sind bei der Geburt immer wenig entwickelt und werden alle in Verstecken geboren.

Verwandtschaft

Wieselartige gehören zur Familie der Marder (Mustelidae)
dazu gehören auch die Unterfamilien:

  • Otter oder Wassermarder (Lutrinae)
  • Dachse (Melinae)
  • Honigdachse (Mellivorinae)
  • Skunke oder Stinktiere (Mephitinae)

Systematik

Zur Unterfamilie der Wieselartige (Mustelinae) gehören die Gattungen:

  • Tayras (Eira)
  • Grisons (Galictis)
  • Vielfraße (Gulo)
  • Zorillas (Ictonyx)
  • Lyncodon
  • Echte Marder (Martes)
  • Erd- und Stinkmarder (Mustela)
  • Streifenwiesel (Poecilictis)
  • Poecilogale
  • Tigeriltisse (Vormela)

Gattung der Erdmarder

Die Gattung der Erd- und Stinkmarder (Mustela) besteht aus insgesamt 15 Arten. Sie bilden die urtümlichste Gruppe der >Landraubtiere. Ihr typisches Raubtiergebiss besteht aus 34 Zähnen. Allen Arten gemeinsam ist die Stinkdrüse, die sich am After befindet.

Der Nerz, Europäischer Nerz oder Sumpfotter (Mustela lutreola) lebt zwar in einigen Teilen Europas, aber bei uns kommt er nicht vor. Sein Fell ist einheitlich braun, die Unterlippe ist weiß, teilweise auch die Oberlippe. Der Nerz hat zwischen den Zehen der Füße angedeutete Schwimmhäute. Als Lebensraum bevorzugt der Nerz die Nähe von Gewässern. Dort ernährt er sich von Fröschen, Schermäusen, Krebsen, Fischen und Muscheln. Die Paarungszeit ist von März bis April. Nach einer Tragzeit von 39-48 Tagen (mit Keimruhe nach über 70 Tagen) bringt das Weibchen meistens 2, ganz selten auch mal bis zu 10 blinde Junge zur Welt. Nach 30-35 Tagen öffnen sich die Augen. Nach etwa 4-5 Wochen werden die Jungen entwöhnt. Geschlechtsreif werden sie mit etwa 9 Monaten. In Gefangenschaft kann der Nerz bis zu 10 Jahre alt werden. Der Nerz scheint dämmerungs- und nachtaktiv zu sein.

Das Feuerwiesel, Kolinsky, Sibirische Wiesel oder Sibirischer Nerz (Mustela sibirica) lebt im europäischen Russland bis nach Ostsibirien, Korea, China, Japan und Taiwan. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 28-39 cm, eine Schwanzlänge von 15-21 cm und ein Gewicht von 650-820 g. Die Oberseite des Körpers ist dunkelbraun, die Unterseite heller. Am Hals können weiße Flecken vorhanden sein. Der Schwanz ist dick und buschig. Nach einer Tragzeit von 35-42 Tagen bringt das Weibchen 4-10 Junge zur Welt.

Das Indonesische Bergwiesel (Mustela lutreolina) lebt in den Höhenlagen von Java und Sumatra. Es ähnelt in Größe und Farbe dem Europäischen Nerz.

Der Mink, Amerikanischer Mink oder Vison (Mustela vison) lebt in großen Teilen Nordamerikas. Er ist komplett braun gefärbt, hat keine weiße Unter- oder Oberlippen. Allerdings sind in Farmzuchten die verschiedensten Farbvarianten entstanden, von reinweiß über silber, blau bis reinschwarz. Das sonstige Aussehen und die Lebensweise gleichen dem des Nerzes.

Der Iltis, Europäischer Iltis, Waldiltis oder Ratz (Mustela putorius) ist die häufigste einheimische Marderart. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 35-51 cm, eine Schwanzlänge von 12-19 cm und ein Gewicht von 700-1400 g. Die Oberseite des Körpers ist hell- bis rostbraun mit hellgelblicher Unterwolle, die Unterseite ist schwarzbraun und die Flanken setzen sich hell ab. Auch der Kopf setzt sich hell ab und hat eine dunkle Augenbinde. Der Schwanz und die Beine sind russdunkel. Der Iltis ist ein Einzelgänger und ist in Europa fast überall anzutreffen. Er gilt als großer Rattenvertilger und ist uns daher sehr willkommen. Er lebt normalerweise nur am Boden, nur in Notlagen klettert er auf Bäume. Er ist ein sehr guter Schwimmer. Die Anal- oder Stinkdrüsen sind bei ihm am besten von allen europäischen Mardern ausgebildet. Sein Drüsensekret kann er seinen Verfolgern sehr zielsicher entgegenspritzen. Während der Paarungszeit verfolgt das Männchen (Rüde) das Weibchen (Fähe). Wenn die Fähe nicht paarungsbereit ist, beißt sie den Rüden weg. Ist sie bereit, greift der Rüde in Nackenfell, dabei fällt die Fähe in eine Tragstarre. Der Rüde trägt sie so oft bis zu einer Stunde umher. Sie wird dabei immer erregter und fordert den Rüden zur Paarung auf. Hierzu lässt sich das Paar zur Seite fallen, wobei der Rüde den Nackenbiss beibehält. Zusätzlich umfasst er die Fähe mit den Vorderbeinen und begattet sie. Nach der Begattung, die sehr lange dauern kann, trennen sich die beiden und leben wieder als Einzelgänger. Dann nach einer Tragzeit von 41-42 Tagen bringt das Weibchen 5-6 blinde, weißlich behaarte Junge zur Welt. Die Augen öffnen sich mit 4-5 Wochen. Die Mutter verteidigt ihre Jungen gegen jeden Eindringling. Aber der dritten Lebenswoche erhalten die Jungen zur Muttermilch bereits Fleisch. Wenn sich die Augen öffnen, beginnen die Jungen das Nest zu verlassen. Die Mutter muss die Welpen immer häufiger in das Nest zurückbringen, unter lautem Wutgeschrei der Jungen. Mit drei Monaten sind die Jungen dann fast erwachsen und die Familie löst sich auf.

Das Frettchen (Mustela putorius furo) eine Unterart des Iltisses, wird auch gerne als Haustier gehalten. Das Frettchen ist ein Albino mit weißem oder blassgelbem Fell und roten Augen. Sie ähneln in ihrer Lebensweise größtenteils dem Iltis.

Der Steppen- oder Weiße Iltis (Mustela eversmanni) lebt in Russland. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 32-56 cm, eine Schwanzlänge von 8-18 cm und ein Gewicht von bis zu 2 kg. Er hat eine fast weiße Unterwolle. Sein Lebensraum sind Steppen, Halbwüsten und Flusstäler. Er ist tagaktiv und wandert sehr weit. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Ziesel und Hamster. Das Weibchen (die Fähe) baut ihren Bau zur Jungenaufzucht aus und legt weitere Kessel an. Diese dienen dann als Vorratskammern und als "Toilette".

Der Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) lebt in den westlichen Prärien Nordamerikas. Er ist selten und gilt als bedroht. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 38-41 cm, eine Schwanzlänge von 11-13 cm und ein Gewicht von 900-1000 g. Das Fell ist gelblich, mit einer dunklen Gesichtsmaske. Die Füße und die Schwanzspitze sind dunkel. Nach einer Tragzeit von 42-45 Tagen bringt das Weibchen 3-4 Junge zur Welt.

Das Wiesel, Hermelin, Großwiesel oder Kurzschwanzwiesel (Mustela erminea) ist ein einheimischer Erd- und Stinkmarder. Es lebt in Europa, in weiten Teilen Asiens und in Nordamerika. Im Sommerfell ist das Hermelin auf der Oberseite des Körpers braun und auf der Unterseite weiß. Die Schwanzspitze ist schwarz. Im Winterfell ist es vollständig weiß, mit Ausnahme der weiterhin schwarzen Schwanzspitze. Das Hermelin ist normalerweise dämmerungs- und nachtaktiv, in Gefangenschaft allerdings auch tagaktiv. Die Lebensräume sind sehr vielfältig. Man findet das Hermelin in Parklandschaften, auf Äckern, in Wäldern und Röhricht, in Steppen, Dünen und sogar in menschlichen Siedlungen und das alles bis in eine Höhe von 3400 m. Die Hauptnahrung besteht aus Nagetieren, die häufig viel größer sind, als das Hermelin selbst. Es frisst aber auch Vögel, deren Eier, Lurche, Fische und Insekten. Das Hermelin ist ein Einzelgänger, nur zur Paarung in der warmen Hälfte des Jahres duldet es für wenige Stunden einen Partner. Außerhalb der Paarungszeit bekämpfen sich zwei sich begegnende Tiere. Der Kampf wird mit heftigem und lautem Keckern und gellendem Wutgeschrei begleitet. Wenn sie sich aber zur Paarung zusammenfinden, umwerben sich die Partner mit trillernden und zirpenden Lauten. Nach der Befruchtung legt das Ei eine Keimruhe ein und nistet sich erst nach dem Winter in der Gebärmutter ein. Das Weibchen bringt dann in einer Erdhöhle 3-9 blinde Junge zur Welt. Mit 5-6 Wochen öffnen sich die Augen. Zu dieser Zeit beginnen sie auch, ihre Aktivitäten nach draußen zu verlegen. Im Herbst löst sich dann die Familie auf. Das Hermelin ist sehr angriffslustig. Es richtet sich auf seine Hinterbeine auf und greift plötzlich an. Dabei ist es sehr beißwütig. Die Nahrungsbeschaffung des Hermelin läuft folgendermaßen ab: Wenn es ein Beutetier mit dem Tötungsbiss erlegt hat, leckt es höchstens das Blut auf, das aus der Bisswunde hervorquillt, dann schleppt es die Beute in seinen Unterschlupf. Danach kehrt es sofort an den Ort zurück, wo es die Beute gemacht hat und sucht nach weiteren Beutetieren, die es dann auch tötet. Das Hermelin macht so lange weiter, bis es keine Beute in der Umgebung mehr finden kann. Erst jetzt schneidet er seine Beute im Bau an.

Das Mauswiesel, Hermännchen oder Kleines Wiesel (Mustela nivalis) ist das kleinste Raubtier überhaupt und kommt auch bei uns vor. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 17-24 cm, eine Schwanzlänge von 3-5 cm und ein Gewicht von 40-250 g. Die Oberseite des Körpers ist braun und die Unterseite weiß. Der Schwanz und die Füße sind komplett braun. In den kalten Regionen seines Verbreitungsgebietes erhält das Mauswiesel auch ein reinweißes Winterfell. Das Mauswiesel gleicht dem Hermelin in Aussehen und Lebensart, nur dass es kleiner ist. Auch die Beutetiere sind entsprechend kleiner als die des Hermelin. Es kriecht sogar in Mäusebaue hinein und tötet dort alle Mäuse, die dort zu finden sind. Auch das Mauswiesel ist ein Einzelgänger. Zweimal im Jahr kann das Weibchen 3-7 blinde Junge zur Welt bringen. Die Augen öffnen sich mit etwa 3 Wochen, gesäugt werden die Jungen ungefähr 6-7 Wochen. Die Lebenserwartung in der freien Natur liebt bei 5-6 Jahren, in Gefangenschaft bis zu 9 Jahre.

Das Zwergwiesel (Mustela nivalis rixosa), eine Unterart des Mauswiesels, lebt in Nordamerika. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 15-20 cm, eine Schwanzlänge von 3-4 cm und ein Gewicht von 30-70 g. Im Sommer ist die Oberseite des Körpers braun und die Unterseite weiß, im Winter ist das Fell komplett weiß.

Das Langschwanzwiesel (Mustela frenata) lebt in Nordamerika bis Panama, im nördlichen Südamerika entlang an den Anden bis nach Bolivien. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-35 cm, eine Schwanzlänge von 13-25 cm und ein Gewicht von 85-340 g.

Das Tropische Wiesel (Mustela africana) lebt in Ost-Peru und Brasilien. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 31-32 cm und eine Schwanzlänge von 20-23 cm. Die Oberseite des Körpers ist rötlichbraun mit braunen Streifen, die Unterseite ist heller. Die Schwanzspitze ist schwarz.

Das Altai- oder Alpenwiesel (Mustela altaica) lebt in den bewaldeten Bergen Asiens vom Altai bis Korea und Tibet. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 22-29 cm, eine Schwanzlänge von 11-15 cm und ein Gewicht von 350 g. Das Fell ist dunkelgelblich bis rötlichbraun. An Hals und Bauch befinden sich beigeweiße Flecken. Im Winter wird das Fell heller, aber nicht weiß. Nach einer Tragzeit von 30-49 Tagen bringt das Weibchen meistens 1-2, selten auch 7-8 Junge zur Welt.

Das Gelbbauchwiesel (Mustela kathiah) lebt im Himalaja, in West- und Südchina und Nord-Burma. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 23-29 cm und eine Schwanzlänge von 16-18 cm. Die Oberseite des Körpers ist dunkel schokoladenbraun, die Unterseite gelb. Im Winter wird das Fell rötlichbraun. Teilweise sind an den Vorderpfoten weiße Punkte und an Hals, Kinn und Oberlippe weißliche Flecken. Der Schwanz ist im Winter lang behaart.

Das Rückenstreifenwiesel (Mustela strigidora) lebt in Nepal, östlich über Nord-Burma bis nach Indochina. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 29 cm und eine Schwanzlänge von etwa 15 cm. Das Fell ist dunkel schokoladenbraun mit silbrigen Rückenstreifen, die vom Schädel bis zur Schwanzwurzel reichen, und einem gelblichen Streifen von der Brust bis zum Unterleib. Im Winter wird das Fell heller. Hals, Kinn und Oberlippe sind weißlich bis ockerfarben. Der Schwanz ist buschig.

Das Nacktfußwiesel (Mustela nudipes) lebt in Südostasien, auf Sumatra und Borneo. Das Fell ist einfarbig hellrot, der Kopf ist weiß.

Gattung der Echten Marder

Die Gattung der Echten Marder (Martes) sind, bis auf den Steinmarder, Waldbewohner. Sie halten sich überwiegend im Geäst der Bäume auf. Ständig markieren sie ihr Gebiet mit ihrem Harn und mit dem Sekret aus der Praegenitaldrüse am Hinterleib. Die Echten Marder haben 38 Zähne. Im Kiefer befindet sich eine Sperrmechanik, die es den Mardern ermöglicht, ihren Unterkiefer bis zu 90° vom Oberkiefer abzuwinkeln. So können sie problemlos größere Beute (hauptsächlich Eier) transportieren. Der lang gestreckte Körper selber ist sehr beweglich, die Beine sind lang, der Schwanz ist buschig und die Ohren sind groß. Zu dieser Gattung gehören 8 Arten.

Der Stein- oder Hausmarder (Martes foina) ist eine einheimische Art und bewohnt bevorzugt Feldscheunen, Felshöhlen, Steinhaufen und Stallungen. Er ist eigentlich in ganz Europa beheimatet, mit Ausnahme von Großbritannien, Irland und Skandinavien. Auch in Zentralasien bis zur Mandschurei ist er zu Hause. Der Steinmarder erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 43-55 cm, eine Schwanzlänge von 22-30 cm und ein Gewicht von 500-2000 g. Kennzeichnend für den Steinmarder ist der lange bis auf die Vorderbeine gegabelten weißen Kehlfleck. Der Steinmarder ist ein Kulturfolger. Als Rattenvertilger wird er vom Menschen gerne gesehen, nicht aber als Jäger von Hausgeflügel. Er ist tag- und dämmerungsaktiv. Als Beikost nimmt er gerne süßes Obst und Beeren.

Der Baum- oder Edelmarder (Martes martes) ist ebenfalls eine einheimische Art. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet sind Europa und große Teile Asiens. Aber durch seinen feinen und wertvollen Pelz wurde er stark bejagt. Er stand kurz vor der Ausrottung, darum wurde er unter Jagdschutz gestellt. Als Lebensraum bevorzugt der Baummarder große, zusammenhängende Waldgebiete, möglichst nicht in der Nähe von menschlichen Siedlungen. Er gilt als Kulturflüchter. Der Baummarder erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 40-55 cm, eine Schwanzlänge von 20-28 cm und ein Gewicht von 900-2000 g. Als Nahrung bevorzugt er Eichhörnchen, aber seine Nahrung besteht als Tieren von maus- bis rehkitzgroß. Er geht aber auch gerne an Wespen- und Hummelnester, ohne dass ihm die Stiche etwas ausmachen. Auch Beeren, Obst und Nüsse verschmäht er nicht. Als Wohnung dienen verlassene Nester größerer Vögel oder oftmals auch verwaiste Eichhörnchenkobel. Kennzeichnend für den Baummarder ist der dotter- bis weißlichgelbe ungegabelte Kehlfleck, den die Jungen bereits bei der Geburt haben. Das Weibchen bringt 2-5 blinde Junge zur Welt. Bei der Geburt sind die Jungen 9-12 cm lang. Die Augen öffnen sich nach 34-38 Tagen. Mit 7-8 Wochen verlassen sie zum ersten Mal das Nest. Mit 2 Jahren erst werden sie dann geschlechtsreif. Die Lebenserwartung beträgt in freier Wildbahn 8-10 Jahre und in Gefangenschaft bis zu 16 Jahre.

Der Zobel (Martes zibellina) lebt in Nordasien, vom Ural bis Ostsibirien, Korea, Mongolei, Altai und nördliche japanische Inseln. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 35-58 cm, eine Schwanzlänge von 12-19 cm und ein Gewicht von 500-2000 g. Das Fell ist dunkelbraun mit einem gelblichen Lätzchen, das aber nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Der Zobel gilt als wertvollster Pelz. Das war auch der Grund, warum der Zobel fast ausgestorben war. Der wildlebende Zobel wurde dann unter Schutz gestellt und es wurden Zuchtstationen errichtet. Er ist ein Bodenbewohner, der die Waldlandschaft, wie Nadelwälder oder auch Mischwälder bevorzugt. Seine Nahrung besteht aus Lemmingen, Rötelmäusen, Eichhörnchen, Flug- und Streifenhörnchen. Als Beikost frisst er auch süße Beeren und andere Früchte und Nüsse. Nach einer Tragzeit von 250-300 Tagen bringt das Weibchen 3-4 blinde Junge zur Welt. Nach etwa 30 Tagen öffnen sich die Augen. Mit etwa 15 Monaten werden die Jungen dann geschlechtsreif. Die natürliche Lebenserwartung liegt bei 15 Jahren.

Die Charsa oder Buntmarder (Martes flavigula) lebt in Südostasien bis Korea, Java, Sumatra und Borneo. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 48-70 cm, eine Schwanzlänge von 35-45 cm und ein Gewicht von 1-5 kg. Das Fell ist gelbbraun bis dunkelbraun, die Beine und der Schwanz sind dunkelbraun bis schwarz. Am Hals befindet sich ein gelbes bis orangefarbenes Lätzchen. Das Tier ist plump, der Kopf ist breit. Die Füße sind sehr kräftig. Die Charsa ist ein Bodenbewohner, der aber in Bäumen jagt. Die Hauptnahrung bilden Eichhörnchen.

Die Indische Charsa (Martes gwatkinsi) lebt in Südindien. Sie ist kleiner als die Charsa aber hat die gleiche Färbung.

Der Fichtenmarder (Martes americana) lebt im nördlichen Nordamerika bis in die Sierra Nevada und die Rocky Mountains. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-45 cm, eine Schwanzlänge von 16-24 cm und ein Gewicht von 100-1500 g. Das Fell ist goldbraun bis dunkelbraun mit einem beigen oder orangefarbenen Lätzchen.

Der Japanische Marder (Martes melampus) lebt in Japan und Korea. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-45 cm, eine Schwanzlänge von 17-23 cm und ein Gewicht von 500-1500 g. Das Fell ist gelbbraun bis dunkelbraun mit einem weißen bis cremefarbenen Lätzchen.

Der Fischermarder, Pekan oder Virginia-Iltis (Martes pennanti) lebt im nördlichen Nordamerika bis in die Sierra Nevada und West-Virginia. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 47-75 cm, eine Schwanzlänge von 30-43 cm und ein Gewicht von 2-5 kg. Das Fell ist mittel- bis dunkelbraun, der Kopf und die Schultern sind silbern weißgrau und die Beine und der Schwanz sind schwarz. Der beige Brustfleck ist von Tier zu Tier unterschiedlich groß.

Gattung der Grisons

Die Gattung der Grisons (Galictis) besteht aus zwei Arten. Der Grison oder Großgrison (Galictis vittata) lebt in Mittel- und Südamerika, von Mexiko bis Brasilien. Und dort in Höhen bis zu 1200 m. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 47-55 cm, eine Schwanzlänge von 16 cm und ein Gewicht von 1,4 bis 3,2 kg. Die Oberseite des Körpers ist rauchgrau, wie auch der Schwanz, die Unterseite, Gesicht und Füße sind schwarz. Über der Stirn läuft ein weißer Streifen. Zwischen den Zehen der Hinterfüße befinden sich teilweise Schwimmhäute. Es werden jeweils 2-4 Junge geboren.

Der Kleingrison (Galictis cuja) lebt ebenfalls in Mittel- und Südamerika, aber etwas höher als der Großgrison. Der Kleingrison erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 40-45 cm, eine Schwanzlänge von 15-19 cm und ein Gewicht von etwa 1 kg. Die Färbung ähnelt dem des Großgrison, nur dass der Rücken beim Kleingrison gelblichgrau oder bräunlich ist.

Gattung Lyncodon

Die Gattung Lyncodon besteht nur aus dem Zwerggrison (Lyncodon patagonicus). Er lebt in der Pampa von Argentinien und Chile. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-35 cm und eine Schwanzlänge von 6-9 cm. Die Oberseite des Körpers ist gräulich, die Unterseite braun und der Scheitel beigeweiß. Sein Gebiss besteht aus nur 28 Zähnen.

Gattung der Zorillas

Die Gattung der Zorillas (Ictonyx) besteht aus nur einer Art, der Zorilla oder Bandiltis (Ictonyx striatus). Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 28-38 cm, eine Schwanzlänge von 20-30 cm und ein Gewicht von 1400 g. Er bewohnt die unterschiedlichsten Lebensräume und ist nachtaktiv. Seine Nahrung besteht aus Insekten, kleinen Wirbeltieren und sogar pflanzliche Nahrung. Auch er hat eine Stinkdrüse, obwohl er ein friedlicher Vertreter der Marder ist. Nach einer Tragzeit von etwa 60 Tagen bringt das Weibchen bis zu 3 Junge zur Welt. Dieser werden, wie bei den meisten anderen Marderarten auch, nur von der Mutter aufgezogen. Mit 2-4 Monaten werden die Jungen dann selbständig und werden von der Mutter vertrieben. In Gefangenschaft können Zorillas bis zu 5 Jahre alt werden.

Gattung der Tigeriltisse

Auch die Gattung der Tigeriltisse (Vormela) besteht aus nur einer Art, dem Tigeriltis (Vormela peregusna). Er lebt in Südeuropa und in Teilen Asiens. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 33-35 cm, eine Schwanzlänge von 12-22 cm und ein Gewicht von etwa 700 g. Der Tigeriltis hat eine auffällige Zeichnung. Die Unterseite des Körpers ist dunkler als die Oberseite. Der Rücken ist hellbraun und trägt gelblichweiße Streifen und Flecken. Ein dunkler Streifen läuft von der einen Wange über die Augen und den Nasenrücken zur anderen Wange. Wenn der Tigeriltis sein stinkendes Drüsensekret abspritzen will, richtet er sich mit dem Hinterteil katzenbuckelartig auf, streckt den buschigen Schwanz nach vorn und stößt schrille Warnlaute aus. Der Tigeriltis gräbt sich entweder selbst seine Wohnhöhle oder er nimmt sich die Baue von Ziesel, Rennmäuse, Hasen und Hamster, die auch als seine Hauptbeute gilt. Er verzehrt aber auch Reptilien, Vögel und Frösche. Nach einer Tragzeit von etwa 2 Monaten bringt das Weibchen 4-8 Junge zur Welt.

Gattung der Streifenwiesel

Auch die Gattung der Streifenwiesel (Poecilictis) besteht aus nur einer Art, dem Libyschen Streifenwiesel (Poecilictis libyca). Es lebt in der Halbwüste am Rand der Sahara. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 22-28 cm, eine Schwanzlänge von 13-18 cm und ein Gewicht von 200-250 g. Das Fell ist schwarz mit Streifen und Tupfen. Pro Wurf bringt das Weibchen 1-3 Junge zur Welt.

Gattung Poecilogale

Die Gattung Poecilogale besteht auch nur aus einer Art, dem Weißnackenwiesel (Poecilogale albinucha). Es lebt südlich der Sahara. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 25-35 cm, eine Schwanzlänge von 15-23 cm und ein Gewicht von 230-350 g. Das Fell ist schwarz, mit 4 weißen und 3 schwarzen Streifen auf dem Rücken. Der Schwanz ist weiß. Nach einer Tragzeit von 31-33 Tagen bringt das Weibchen 1-3 Junge zur Welt.

Gattung der Tayras

Die einzige Art der Gattung der Tayras (Eira) ist die Tayra oder Hyrare (Eira barbata). Sie lebt in den Wäldern von Südmexiko bis Argentinien. Sie erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 60-68 cm und eine Schwanzlänge von 38-47 cm. Sie kann sehr gut rennen, klettern und schwimmen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Baumeichhörnchen und kleinen Nagern, sowie Früchte und Honig. Entweder findet man Tayras in kleinen Familiengruppen oder als Pärchen. Sie sind überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv.

Gattung der Vielfraße

Auch die Gattung der Vielfraße (Gulo) besteht aus nur einer Art, dem Vielfraß, Bärenmarder oder Järv (Gulo gulo). Sein Verbreitungsgebiet ist rings um den Nordpol, in Nordamerika und in Eurasien. Sein Lebensraum ist die arktische und subarktische Tundra und Taiga. Der Vielfraß erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 83 cm, einer Körperhöhe von etwa 45 cm, eine Schwanzlänge von 20 cm und ein Gewicht von bis zu 35 kg. Sein Fell ist braun. Die Stirn und die Wangen sind gelblichweiß, ebenso der breite Streifen, der vom Schulterblatt zur Schwanzwurzel reicht. Auch er ist ein Einzelgänger. Sein Revier kann bis zu 2000 km² umfassen. Bei Wanderungen durch sein Revier setzt er an bestimmten Stellen immer wieder Kot- und Duftmarken ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Marderarten, tötet er nur soviel Beutetiere, wie er im jeweiligen Moment verzehren kann. Er hat kein bevorzugtes Beutetier, er nimmt alles, was nicht rechtzeitig flüchten kann. Allerdings bewegt er sich nur langsam und auch sehr geräuschvoll fort, somit erbeutet er nur langsame Tiere. Im Sommer verzehrt er deshalb mehr pflanzliche Kost, wie junge Baumtriebe und süße Beeren. Aber auch an Vogelnester und Wespenlarven geht er. Jungtiere, wie auch Elch- und Renkälber stehen auf seinem Speisezettel. Im Winter allerdings ist der Speisezettel umfangreicher. Auf dem schneebedeckten Boden ist er nun kaum mehr zu hören und durch seine breiten Fußsohlen kann er auch kaum im Schnee versinken. Nun erbeutet er auch andere Marder, Füchse, Elche und Rentiere. Kleinere Beutetiere gräbt er mit ihrem Lager unter dem Schnee aus. Zu ihnen gehören dann Auer- und Schneehühner, Schneehasen, Eichhörnchen und Mäuse. In menschlichen Siedlungen ist er aber überhaupt nicht gerne gesehen, denn er plündert Fallen und bricht in Blockhütten ein, um dort alles Essbare zu verschlingen. Im Mai ist Paarungszeit. In dieser Zeit sucht der Vielfraß einen Geschlechtspartner. Nach einer Tragzeit von 9 Monaten bringt das Weibchen 3-4 Junge zur Welt. Die Jungen werden etwa 10 Wochen gesäugt und bekommen dann vorgekautes Fleisch. Nach bereits 3 Monaten sind sie fast genauso groß wie die erwachsenen Tiere. Nach 2-3 Jahren werden die Jungen dann erst selbstständig und verlassen die Mutter. Mit etwa 4 Jahren werden sie dann geschlechtsreif. Der Vielfraß kann in freier Wildbahn bis zu 13 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar bis 18 Jahre.


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