Galapagos Riesenschildkroete: weitere Bilder für: Geochelone nigra
(Quoy & Gaimard, 1824)
... Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Die Galápagos-Riesenschildkröte erreicht eine Gesamtlänge von 110 bis 150 cm und ein Gewicht von 200 bis 250 kg. Die Männchen sind dabei beträchtlich größer als die Weibchen. Der Panzer ist hoch und gewölbt, die Beine sind lang und säulenförmig. Allerdings gibt es im Aussehen der Panzer Unterschiede. Einige Unterarten weiden nur Gras. Bei denen ist der Panzer normal ausgebildet. Andere Arten, die sich nur vom Laub der Sträucher ernähren können, weil es auf deren Inseln keine andere Möglichkeit gibt, haben einen am vorderen Ende sattelförmig nach oben gebogenen Panzer, damit sie ihren Kopf auch nach oben recken können. Der Hals ist sehr lang und beweglich. Der Kopf ist deutlich größer als der Durchmesser des Halses.
Obwohl diese Riesenschildkröte keinen äußeren Gehörgang und keine Ohrmuschel hat, soll sie ein Hörvermögen, vergleichbar mit dem einer Katze, haben.
Die genaue Lebenserwartung ist unbekannt. Wenn eine Galapagos Riesenschildkröte aber ohne Gefahr lebt, soll es etwa 150 bis 180 Jahre alt werden können.
Die Heimat sind die Galápagos-Inseln. Einst waren diese Riesenschildkröten auf allen Inseln zu finden, heute auf einigen nicht mehr. Jede Insel hat/hatte ihre eigene Unterart, die sich teilweise auch verschiedenartig entwickelt haben.
Der einzige natürliche Feind ist der Galápagos-Bussard. Für die Jungen Schildkröten sind es teilweise noch die eingeführten verwilderten Haustiere, wie Katzen, Schweine, Ziegen und Ratten.
Da auf den Galápagos-Inseln selber herrscht Wassermangel. Dieser Zustand führte dazu, dass die Riesenschildkröten eine merkwürdige Lebensweise führen. Die meiste Zeit verbringen diese Tiere in den Niederungen der Inseln, auf dem warmen, aber völlig vertrockneten Lavaboden. In regelmäßigen Abständen wandern die Riesenschildkröten auf langen Trampelfaden, die schon seit Generationen benutzt werden, um zu den vulkanischen Hochlanden zu gelangen. Dort gibt es Wasserquellen und üppige Vegetation. Sobald sie angekommen sind, genießen die Riesenschildkröten ein Bad in den Tümpeln, sie trinken und fressen sich satt und wandern nach drei bis vier Tagen auf dem selben Weg wieder in die Niederungen.
Allerdings gibt es nicht auf jeder Inseln solche Wasserquellen. Auf diesen Inseln begnügen sich die Riesenschildkröten mit Regenwasser oder decken ihren Flüssigkeitsbedarf aus saftigen Kakteenfrüchten.
Die Nahrung ist rein vegetarisch. Sie besteht hauptsächlich aus Kakteen und Trieben von Buschwerk. Je nach Unterart kommen dann noch Gräser, Kräuter, Kletterpflanzen, Beeren und Flechten hinzu.
Die Weibchen legen meistens im Oktober ihre zwei bis 17 Eier, die mit einer kalkigen Schale versehen sind, in ein im Sand ausgehobenem Erdloch, verscharren dieses und lassen die Eier nur von der Boden- und Sonnenwärme 240 Tage lang ausgebrütet. Die Jungen schlüpfen dann mit einem Gewicht von 64 g. Sie graben sich ihren Weg frei und verbergen sich sofort im Gras oder Gebüsch.
Geschlechtsreif werden die Riesenschildkröten erst mit 25 bis 30 Jahren.
Galápagos-Riesenschildkröten gehören zur Familie der Landschildkröten (Testudinidae)
dazu gehören auch die Gattungen
Zur Gattung Geochelone gehören noch die Arten:
Zur Galápagos-Riesenschildkröte gehören elf Unterarten:
Geochelone nigra abingdonii
Günther, 1877
Englisch: Abingdon Island Tortoise, Pinta Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Pinta.
Status: es lebt nur noch ein einziges männliches Tier, er wurde Lonesome George getauft. Trotz intensivster Suche wurde kein Weibchen mehr gefunden. Somit ist diese Unterart am Aussterben.
Geochelone nigra becki
(Rothschild, 1901)
Englisch: Volcán Wolf Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Isabela rund um den Vulkan Wolf.
Status: vom Aussterben bedroht
Geochelone nigra chathamensis
(van Denburgh, 1907)
Englisch: Chatham Island Tortoise, San Cristóbal Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel San Cristóbal.
Status: vom Aussterben bedroht
Geochelone nigra darwini
(van Denburgh, 1907)
Englisch: James Island Tortoise, Santiago Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Santiago (nicht zu verwechseln mit der Stadt!).
Status: gefährdet
Geochelone nigra ephippium
(Günther, 1875)
Englisch: Duncan Island Tortoise, Pinzón Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Pinzón.
Status: in freier Wildbahn ausgestorben
Geochelone nigra galapagoensis
(Baur, 1889)
Englisch: Charles Island Tortoise, Floreana Tortoise
Verbreitung: Lebte auf der Insel Floreana.
Status: ausgestorben
Geochelone nigra guentheri
(Baur, 1889)
Englisch: Sierra Negra Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Isabela rund um den Vulkan Sierra Negra.
Status: gefährdet
Geochelone nigra hoodensis
(van Denburgh, 1907)
Englisch: Hood Island Tortoise, Española Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Española.
Status: stark gefährdet
Geochelone nigra microphyes
(Boulenger, 1889)
Englisch: Volcán Darwin Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Isabela rund um den Vulkan Darwin.
Status: vom Aussterben bedroht
Geochelone nigra nigra
(Quoy & Gaimard, 1824)
Englisch: Iguana Cove Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Isabela.
Status: gefährdet
Geochelone nigra nigrita
(Duméril & Bibron, 1835)
Englisch: Indefatigable Island Tortoise, Santa Cruz Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Santa Cruz.
Status: gefährdet
Geochelone nigra phantastica
(van Denburgh, 1907)
Englisch: Narborough Island Tortoise, Fernandina Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Fernandina.
Status: ausgestorben
Geochelone nigra vandenburghi
(De Sola, 1930)
Englisch: Volcán Alcedo Tortoise
Verbreitung: Lebt auf der Insel Isabela rund um den Vulkan Alcedo.
Status: vom Aussterben bedroht
Geochelone nigra vicina
(Boulenger, 1889)
Englisch: Cerro Azul Tortoise
Verbreitung: lebt auf der Insel Isabela rund um den Vulkan Cerro Azul.
Geochelone nigra wallacei
(Rothschild, 1902)
Status: ausgestorben.
Trotz strenger Schutzmaßnahmen ist die Galápagos-Riesenschildkröte stark in ihrem Bestand gefährdet. Früher war sie auf allen Galápagos-Inseln zahlreich verbreitet. Aber die Schiffsbesatzungen des 17. Jahrhunderts bis zu den der Walfangflotten brachten diese Riesenschildkröte an den Rand der Ausrottung. Die Besatzungsmitglieder haben die Schildkröten gefangen und haben sie verzehrt. Und da sich die Tiere eine ganze Zeit an Bord halten konnten, wurden immer gleich mehrere gefangen und als "lebende Konserven" im Frachtraum mitgeführt.
Junge Schildkröten und die Eier fielen verwilderten Haustieren, die durch spätere Siedler eingeführt wurden, zum Opfer. Von einigen Inseln wurden diese verwilderten Tiere wieder ausgesiedelt, um ein Überleben der entsprechenden Unterart zu gewährleisten.
Heute gibt es ca. 13.000 erwachsene Tiere. Die Galápagos-Riesenschildkröte ist im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt. 1959 wurden der Galápagos-Archipel zum Nationalpark erklärt. Außerdem laufen seit 1965 in der Charles-Darwin-Forschungsstation Nachzucht- und Auswilderungsprogramme. Inzwischen wurden etwa 2500 nachgezogene Riesenschildkröten in einem Alter von drei bis fünf Jahren ausgewildert.
Die am zahlreichsten vertretenen Unterarten sind Geochelone nigra vandenburghi, Geochelone nigra nigrita und Geochelone nigra becki mit jeweils wenigen Tausend Individuen. Insgesamt sind von den 15 Unterarten bereits 4 ausgestorben und die Unterart Geochelone nigra abingdonii ist nicht mehr zu retten, da nur noch ein einziges männliches Tier lebt.
Galapagos Riesenschildkroete - Galápagos-Riesenschildkröte oder Elefantenschildkröte:
wissenschaftlicher Name: Geochelone nigra. Die Galápagos-Riesenschildkröte gehört zur Familie der Landschildkröten.
Bilder / Foto Name: geochelone_nigra - Galapagos Riesenschildkroete
Fotograf / Bildquelle: Rolf Hicker Fotografie
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