Informationen Echte Salamander

Wissenschaftliche Informationen und Bilder über Echte Salamander und Molche, einer Familie der Schwanzlurche, Amphibien.
wissenschaftlicher Name: Salamandridae


auch Molche
Goldfuss, 1820

Besonderheiten und Infos zu den Echten Salamandern

Wer Salamander Schuhe kennt, der kennt auch Lurchi. Lurchi ist das Kennzeichen der Schuhmarke Salamander und wird von einem Feuersalamander dargestellt, der zu den Eigentlichen Salamandern, einer Gattung der Echten Salamander gehört, somit in dieser Familie eingereiht wird.

Allgemeines

Zur Familie der Echten Salamander und Molche gehören etwa 390 Arten. Innerhalb dieser Amphibien-Familie findet man die Molche, mit einem seitlich abgeflachten Schwanz, und die Salamander, mit einem drehrundem Schwanz.

Charakteristisch für die Molche ist, dass sie nicht nur wasserbewohnende Larven haben, sondern mindestens zur Fortpflanzungszeit wieder für einige Zeit zum Wasserleben übergehen. Dabei treten bestimmte Veränderungen an ihren Körper ein. Am seitlich abgeplatteten Schwanz bildet sich ein breiter, oft sehr auffälliger Rudersaum. Die Haut und Riechorgane wandeln sich auch um.

Systematik

Die Gesamtsystematik:


Zur Familie der Echte Salamander und Molche (Salamandridae) gehören die Unterfamilien:

  • Pleurodelinae
  • Salamandrinae
  • Salamandrininae

Zur Unterfamilie Pleurodelinae gehören die Gattungen:
  • Feuerbauchmolche (Cynops)
  • Hypselotriton
  • Laotriton
  • Kurzfußmolche (Pachytriton)
  • Warzenmolche (Paramesotriton)
  • Europäische Gebirgsmolche (Euproctus)
  • Gebirgsmolche (Calotriton)
  • Bergmolche (Ichthyosaura)
  • Kleine europäische Wassermolche (Lissotriton)
  • Kurdische Bergbachmolche (Neurergus)
  • Bandmolche (Ommatotriton)
  • Große europäische Wassermolche (Triturus)
  • Ostamerikanische Wassermolche (Notophthalmus)
  • Westamerikanische Wassermolche (Taricha)
  • Echinotriton
  • Rippenmolche (Pleurodeles)
  • Krokodilmolche (Tylototriton)

Zur Unterfamilie Salamandrinae gehören die Gattungen:
  • Goldstreifen-Salamander (Chioglossa)
  • Kaukasus-Salamander (Mertensiella)
  • Lykische Salamander (Lyciasalamandra)
  • Eigentliche Salamander (Salamandra)

Zur Unterfamilie (Salamandrininae) gehören die Gattungen:
  • Brillensalamander (Salamandrina)

Molch-Gattungen und -Arten

Europäische Arten: Am bekanntesten sind wohl der bis 18 cm (Weibchen) bzw. 14 cm (Männchen) lange, schieferschwarze, gelbbäuchige Kammmolch (Triturus cristatus), der gelbbraune, viel weniger auffällige Teichmolch (Triturus vulgaris), bei dem die Männchen zur Fortpflanzungszeit einen hohen, oberseits gewellten Rückenkamm tragen, und der besonders im Hochzeitskleid farbenprächtige Alpen- oder Bergmolch (Triturus alpestris). Der Alpenmolch wird bis zu 11 cm lang und somit der kleinste einheimische Molch. Die Oberseite des Körpers ist oft blauschwarz marmoriert, die Unterseite leuchten orangerot, auch beim Weibchen. Er kann bis zu 25 Jahre alt werden und kommt in fast ganz Europa vor. Er liebt stehendes aber auch fließendes Gewässer, besonders in bewaldetem Hügelland oder Gebirge, sogar bis in Höhen von 3000 m. Außerhalb der Fortpflanzungszeit versteckt sich der erwachsene Alpenmolch an feuchten Orten am Land. Zur Paarungszeit (Februar bis Mai) trägt das Männchen einen ungezackten, niedrigen Rückenkamm. Er ist hellgelb und schwarz quergebändert. Nach einem ausgedehnten Balzspiel und Übernahme von Samenpaketen der Männchen, legen die Weibchen ca. 100-300 Eier an Wasserpflanzen ab. Die Larven haben Kiemen. Die Umwandlung erfolgt in einem Alter von 2-4 Monaten. Dann verlassen sie auch das Wasser, in kalten Gegenden erst im nächsten Frühjahr. In Westeuropa und im westlichen Mitteleuropa lebt der Fadenmolch (Triturus helveticus). Sein östlichstes Auftreten ist im Harz und im Thüringer Wald. Sie sind den Teichmolche in Größe und Farbe sehr ähnlich. Der prächtig grüne, schwarz marmorierte Marmormolch (Triturus marmoratus) lebt in Frankreich und auf der Pyrenäenhalbinsel. Er wird etwa so groß wie der Kammmolch und kreuzt sich mit diesem an der Ostgrenze seines Verbreitungsgebietes. Es lassen sich alle Triturus-Arten miteinander kreuzen.

Es gibt eine kleine Gruppe Molche, die in Südeuropa leben, die sich stark an das eiskalte Wasser von Gebirgsseen und -bächen in den Pyrenäen, auf Sardinien und Korsika angepasst haben. Diese Gebirgs- oder Hechtkopfmolche (Gattung Euproctes), die Hechtkopfmolche genannt werden, weil sie einen flachen Kopf mit langer Schnauze haben, legen ihre Eier einzeln unter Steinen ab. Die Larven leben dort weiter, damit sich nicht vom Wasser fortgerissen werden. Die Paarungen beginnen schon, wenn das Eis zu schmelzen beginnt. Sie sind als Terrarienbewohner ungeeignet, weil sie das saubere, kristallklare Wasser ihres heimatlichen Lebensraumes brauchen. Außerdem vertragen sie keine Temperaturen über +8°C. Als Arten unterscheidet man den Pyrenäen-Gebirgsmolch (Euproctes asper), den Korsischen Gebirgsmolch (Euproctes montanus) und den Hechtkopf-Gebirgsmolch (Euproctes platycephalus).

Die Rippenmolche (Gattung Pleurodeles) sind sehr anpassungsfähig. Sie leben in Nordafrika und auf der Pyrenäenhalbinsel. Die Tiere werden bis zu 28 cm lang. Sie entwickeln sich in stehenden Gewässern und müssen daher bei deren Austrocknung oft schon sehr frühzeitig zum Landleben übergehen. Sie können aber auch ein Leben lang im Wasser bleiben. So können sie z.B. in Zisternen o.ä., aus denen sie nicht wieder herauskommen, leben. Die freien oberen Rippen sind bei diesen Tieren recht lang, aber wie bei allen Lurchen nicht mit dem Brustbein verbunden. Sie enden unter orangefarbenen Warzen auf den Körperseiten und können diese bei dem Spanischen Rippenmolch (Pleurodeles waltl) mitunter auch nach außen durchbohren, was den Tieren den Namen gab. Er wird 15-30 cm lang. Über den Algerischen Rippenmolch (Pleurodeles poireti) ist dagegen so gut wie nichts bekannt.

Asiatische Arten: Knopfartige Drüsen über den freien Rippenenden zeichnen einige asiatische Wassermolche aus. So die Krokodilmolche (Gattung Tylototriton). Diese Tiere haben eine starke Knochenleiste auf dem Schädel, einen Knochenwulst aus Wirbelfortsätzen vom Kopf bis zur Schwanzwurzel und eine raue, körnige Haut, so dass sie mit ihren 18 cm Länge tatsächlich wie kleine Krokodile aussehen. Sie haben sich aus demselben Formenkreis wie die Rippenmolche entwickelt.

Häufig gelangt der Feuerbauchmolch (Cynops pyrrhogaster) der ostasiatischen Gattung Cynops in europäische Aquarien. Er sieht dem europäischen Kammmolch in der Gestalt ähnlich, nur dass der schwarzgefleckte oder gebänderte Bauch des Feuerbauchmolchs leuchtend orange bis karminrot gefärbt ist.

Amerikanische Arten: Auch in Nordamerika sind einige Molchgattungen zu Hause. In Ostamerika lebt die Gattung Notophthalmus und die Westamerikanischen Wassermolche der Gattung Taricha. Die Notophthalmus-Arten erinnern im Aussehen stark an den Teich- und den Fadenmolch. Eine Reihe dieser Arten entwickeln nach dem Larvenstadium zunächst für 1-3 eine Landform, die sich erst danach in eine anders aussehende, fortpflanzungsfähige Wasserform verwandelt. Manche Arten bleiben dann auf Dauer im Wasser.

Der Grünliche Wassermolch (Notophthalmus viridescens) ist erst rot gefleckt und 7-14 cm lang. Wenn sich sein Lebensraum vom Land ist Wasser verlagert, ändert er auch seine Farbe. Sie geht nun in ein mattes Grün über, während sich über die Flanken je eine Reihe kleiner, roter Tüpfelchen entlang zieht.

Die 3 Taricha-Arten sind größer und werden bis 20 cm lang. Sie sind am Rücken dunkel, am Bauch scharf abgesetzt leuchtend gelb bis rot. Ihre Haut ist während des Landlebens rau und körnig, zur Fortpflanzungszeit aber ganz glatt und enthält ein starkes Gift. Wenn sie angegriffen werden, nehmen sie eine Warnstellung ein, bei der sie die bunte Unterseite zeigen. Nach der Bauchfarbe werden der Kalifornische oder Gelbbauchmolch (Taricha torosa), der hauptsächlich in kleineren Seen und Teiche vorkommt, und der Rotbauchmolch (Taricha rivularis) unterschieden. Das Verbreitungsgebiet des rauhäutigen Körnchenmolches (Taricha granulosa) zieht sich längs der Küstenregion des westlichen Nordamerika entlang. Er wird 7-13 cm lang. Er sucht seine Nahrung an Land ebenso wie im Wasser. In der Paarungszeit wird die Haut des Männchen zeitweilig glatt, und seine Kloake schwillt an. Das Weibchen legt seine Eier einzeln auf Pflanzen im Wasser ab.

Salamander-Gattungen und -Arten

Der bekannteste europäische Salamander überhaupt ist der Feuersalamander (Salamandra salamandra). Er kommt von Nordwestafrika über Süd- und Mitteleuropa bis nach Westasien vor. Sie sind 20-30 cm lang und können mehr als 40 Jahre alt werden. Zur Fortpflanzung nimmt das Männchen das Weibchen auf seinen Rücken, setzt nach einem Paarungsspiel sein Samenpaket ab, und dieses wird dann sofort aus der Huckepack-Stellung heraus aufgenommen, wenn das Männchen seinen Schwanz zur Seite biegt. Die Larven (10-50 Stück) schlüpfen noch im Mutterleib und werden dann im Frühjahr geboren. Die Haut der Feuersalamander sondert einen unangenehmen Schleim ab, der Maul und Augen eines Angreifers reizt und für kleine Säugetier sogar sein kann.

Bei den rein schwarzen Alpensalamander (Salamandra atra), der in den europäischen Alpen vorkommt und etwa 16 cm lang wird, bilden sich in jedem Eileiter 30 Eier, doch nur je eines entwickelt sich auf Kosten der übrigen bis zu einem fertigen 4 cm langen Jungtier, es ernährt sich also von den anderen Eiern. Nach 2-4 Jahren werden diese Jungen dann geboren. Sie können bis zu 12 Jahre alt werden.

Im Kaukasus und in Kleinasien lebt die eierlegenden Salamander der Gattung Mertensiella. Deren Schwänze sind genauso lang wie der eigentliche Körper.

Sehr hübsch ist der Goldstreifensalamander (Chioglossa lusitanica), der in Portugal und Nordostspanien vorkommt. Ein goldbronzener Längsstreifen zieht sich über dessen Körper. Diese nachtaktiven Tiere haben eine Schleuderzunge an langem Stiel zum Insektenfang. Sie können auch, ähnlich wie bei den Eidechsen, ihren Schwanz verlieren, wenn man sie daran zu fangen versucht. Er kann aber nur bei jungen Tieren nachwachsen.

Die Brillensalamander (Salamandrina terdigitata) macht immer einen verhungerten Eindruck. Sie leben an der Westküste Italiens. Den verhungerten Eindruck machen sie, weil ihre Rippen und die Dornfortsätze der Wirbel unmittelbar unter der Haut liegen und sich deutlich abzeichnen. Die Bauchseite der etwa 10 cm langen Tiere ist bunt gemustert, und eine gelbe Brillenzeichnung auf dem Hinterkopf zwischen den Augen hat ihnen ihren Namen eingebracht. Sie suchen nur zur Paarungszeit das Wasser auf und halten sich sonst unter Baumstämmen, Moos oder Steinen versteckt.

Verwandtschaft

Echte Salamander gehören zur Überfamilie der Salamanderverwandte (Salamandroidea)
dazu gehören auch die Familien:

  • Querzahnmolche (Ambystomatidae)
  • Aalmolche (Amphiumidae)
  • Riesenquerzahnmolche (Dicamptodontidae)
  • Lungenlose Salamander (Plethodontidae)
  • Olme (Proteidae)
  • Vulkan-Querzahnmolche (Rhyacotritonidae)

In anderen Sprachen

  • Englisch: True Salamanders and Newts
  • Französisch: Salamandridae
  • Dänisch: Salamandre
  • Italienisch: Salamandre
  • Niederländisch: Echte salamanders
  • Portugiesisch: Salamandras ou Tritões
  • Schwedisch: Salamandrar (stjärtgroddjur)
  • Spanisch: Salamándridos


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