Informationen Greifschwanzaffen

Greifschwanz-, Klammerschwanzaffen oder Kapuzinerartige:
wissenschaftlicher Name: Cebidae. Greifschwanzaffen sind eine Familie der Primaten.


Infos zu den Greifschwanzaffen

  • Teilordnung: Neuwelt- oder Breitnasenaffen (Platyrrhina)
  • Unterordnung: Affen (Anthropoidea)
  • Ordnung: Primaten (Primates)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Das Merkmal der Greifschwanzaffen ist, wie der Name ja schon sagt, deren Greifschwanz, der auch als fünfte Hand bezeichnet wird. Vom Gehirn führt eine besonders dicke und rasch leitende Nervenbahn in die Greifregion des Schwanzes, somit wird eine blitzschnelle Reaktion ermöglicht. Greifschwanzaffen können einfach kopfüber an ihrem Schwanz hängen und dabei ihre Umgebung anschauen oder mit allen vier Gliedmaßen Gegenstände festhalten oder mit ihnen spielen, sogar ihre Nahrung pflücken und verzehren sie in dieser Haltung. In Gefangenschaft konnte man sogar beobachten, wie Klammerschwanzaffen sogar Türklinken bedienen.

Die Finger sind lang und schlank und haben lange Nägel. Sie sind sehr guter Greiforgane. Allerdings sind die Daumen nicht abspreizbar. Der große Zeh hingegen kann den anderen Zehen gegenübergestellt werden.

Verbreitung

Die Greifschwanzaffen leben in den Wäldern Mittel- und Südamerikas.

Lebensweise

Greifschwanzaffen leben in großen Familiengruppen.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, Spinnen, Insekten und kleiner Wirbeltiere.

Verwandtschaft

Greifschwanzaffen gehören zur Teilordnung der Neuweltaffen (Platyrrhina)
dazu gehört auch die Familie:

  • Krallenäffchen (Callitricidae)

Systematik

Zur Familie der Greifschwanzaffen (Cebidae) gehören die Gattungen:

  • Brüllaffen (Alouatta)
  • Nachtaffen (Aotes)
  • Klammeraffen (Ateles)
  • Spinnenaffen (Brachyteles)
  • Uakaris oder Kurzschwanzaffen (Cacajao)
  • Springaffen oder Titis (Callicebus)
  • Kapuzineraffen (Cebus)
  • Bartsakis (Chiropotes)
  • Wollaffen (Lagothrix)
  • Sakis oder Schweifaffen (Pithecia)
  • Totenkopfäffchen (Saimiri)

Gattungen und Arten

Die Gattung der Kapuzineraffen (Cebus) besteht aus 4 Arten. Kapuzineraffen erreichen Kopf-Rumpf-Längen von etwa 30-36 cm und haben einen etwa gleichlangen Schwanz. Sehr häufig wird der Schwanz aufgerollt getragen, daher auch die Bezeichnung " Rollaffen ". Die Farbe und die Anordnung des Haares am Kopf geben den Eindruck eines Kapuziner-Käppchens. Kapuziner sind Baumbewohner. Sie leben in den dunstigen Tieflandurwäldern des Amazonas, genauso wie in den über 1600 m hoch gelegenen Urwäldern der Anden. Kapuzineraffen halten sich gerne in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. Gerne gehen sie in die Häuser und gehen auf Beutestreifzüge. Ihr Nahrungsrevier kennzeichnen sie, indem sie Urin auf ihren Hand- und Fußflächen absetzen, diesen dort verteilen und so beim Marschieren eine "Duftstraße" hinterlassen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Insekten, Pflanzen, Blüten, Samen, Wurzeln, Schnecken, Spinnen, junge und kleine Wirbeltiere und Getreide. Nach einer Tragzeit von etwa 6 Monaten bringen die Weibchen 1 Junges zur Welt, das sich in den ersten 5 Wochen fest an die Mutter klammert.

Der Kapuziner, Weißschulteraffe oder Weißschulterkapuziner (Cebus capucinus) lebt in den trockenen und feuchten Wäldern, in Höhen bis 2100 m, und in Mangroven in Mittelamerika von Belize bis Nord- und Westkolumbien. Der Kapuziner erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 32-46 cm, eine Schwanzlänge von 40-50 cm und ein Gewicht von 2 bis 3,8 kg. Das Fell ist an den oberen Gliedmaßen, den Seiten und dem Bauch blassbeige bis weiß, geht am Rücken und an den Händen und Füßen in schwarz über. Der Kapuziner trägt eine auffällige Kappe, die fast schwarz ist. Der Rest des Gesichtsfells ist weiß. Die längeren Stirn- und Scheitelhaare können bei älteren Tieren eine Krause bilden. Kapuziner leben in Gruppen von 10-24 Tieren.

Der Weißstirnkapuziner (Cebus albifrons) lebt in den Wäldern in Teilen Kolumbiens, Venezuelas, am oberen Amazonas und auf Trinidad. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-44 cm und eine Schwanzlänge von 38-50 cm. Der Weißstirnkapuziner ist lebhaft und intelligent. Die Arme und Bein sind lang, der Körper sehr schlank. Von der Farbe sieht er dem Kapuziner sehr ähnlich, nur dass er nie dunkelbraun oder schwarz ist. Die Kappe ist blasser und breit und bedeckt somit den ganzen Kopf. Die Hände und Füße, sowie die Schwanzspitze sind blasser im Gegensatz zu den anderen Kapuzineraffen. Dieser Affe lebt in Gruppen von 7-30 Tieren. Hin und wieder kommt er auch auf den Boden und erkundet sogar offenes Gelände. Die Nahrung besteht aus Schösslingen, Früchten, Insekten, jungen Vögeln und Vogeleiern. Das Weibchen bringt 1-2 Junge zur Welt.

Der Apella, Faunaffe oder Gehaubter Kapuziner (Cebus apella) lebt in ganz Südamerika östlich der Anden. Als Lebensraum bevorzugt der Apella subtropische und tropische Wälder. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 32-57 cm, eine Schwanzlänge von 38-56 cm und ein Gewicht von 2,5 bis 3,9 kg. Das Fell ist rauer als bei anderen Arten. Meistens ist es hell- bis dunkelbraun, am Bauch blasser. Die Hände und Füße sind immer schwarz. Die Gesichtszeichnung ist unterschiedlich, meistens jedoch sieht man durch das weißliche Fell die blasse Haut. Die Koteletten reichen bis zum Kinn und sind schwarz. An der Stirn hat der Apella eine schwarze Kappe die wie ein Dreieck aussieht, dass auf dem Kopf steht. Der Apella lebt in Gruppen von 3-5 Tieren. Die Nahrung besteht aus Pflanzen und Früchten.

Der Braune oder Weißgesichtskapuziner (Cebus nigrivittatus) lebt nördlich des Amazonas und in Brasilien, Guyana bis ins mittlere Venezuela. Der Braune Kapuziner bevorzugt dabei die trockenen und feuchten Wälder, sowie die Mangroven. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 38-46 cm, eine Schwanzlänge von 44-49 cm und ein Gewicht von 2,1 bis 2,9 kg. Die Färbung ist wie beim Kapuziner, nur mit weniger Kontrast zwischen den hellen und den dunklen Farben. Der Braune Kapuziner hat einen schmalen Scheitelfleck, der an der Stirn zu einem auffälligen Punkt zusammenläuft. Er lebt in Gruppen mit 10-33 Tieren.

Die Gattung der Brüllaffen (Alouatta) besteht aus 6 Arten. Sie leben in den ungestörten Trocken- bis Regenwäldern und den Savannen. Die Brüllaffen haben Kopf-Rumpf-Längen von etwa 57 cm und Schwanzlängen von etwa 60 cm. Das Fell ist mittelmäßig lang, am Bauch spärlich. Die Brüllaffen haben ein aufgeriebenen Zungenbein- und Schildknorpel des Kehlkopfes. Dieser dient als Resonanzorgan. Betont wird der Bereich noch durch einen Bart. Entsprechend laut sind die Rufe der Brüllaffen. So ein Brüllkonzert fängt unvermutet mitten am Tag an und ist dann etwa 2-5 km weit zu hören. Brüllaffen bewegen sich ausschließlich hangelnd fort. In freier Natur findet man häufig Großverbände, bestehend aus Brüllaffen, Wollaffen und Klammeraffen. Die Nahrung besteht aus Früchten und Blättern. Nach einer Tragzeit von 180-194 Tagen bringen die Weibchen jeweils 1, selten auch mal 2 Junge zur Welt.

Der Rothandbrüllaffe (Alouatta belzebul) lebt südlich des Amazonas. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 40-65 cm, eine Schwanzlänge von 47-69 cm und ein Gewicht von 5,6 bis 7,2 kg. Das Fell ist schwarz oder schwärzlichbraun, die Hände, Füße und Schwanzspitze sind gelb bis rötlich.

Der Schwarze Brüllaffe (Alouatta caraya) lebt in den Wäldern von Südbrasilien bis Nordargentinien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50-65 cm, einer Schwanzlänge von 54-65 cm und ein Gewicht von 6,5 kg. Das Fell der Männchen ist schwarz, das der Weibchen braun oder olivlederfarben. Die Nahrung besteht aus Früchten und Blättern. Nach einer Tragzeit von etwa 20 Wochen bringt das Weibchen 1 Junges zur Welt, das bis zu 2 Jahre bei der Mutter bleibt.

Der Braune Brüllaffe (Alouatta fusca) lebt an der Ostküste Brasiliens. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 44-65 cm und eine Schwanzlänge von 48-67 cm. Das Fell ist braun. Diese Art gilt als potentiell gefährdet.

Der Mantelbrüllaffe (Alouatta palliata) lebt von Mexiko bis zur Nordspitze Kolumbiens und im Westen bis Ecuador. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-63 cm, eine Schwanzlänge von 50-67 cm und ein Gewicht von 6,6 bis 7,8 kg. Das Fell ist schwarz oder braun, am Rücken mit goldbraun vermischt.

Der Rote Brüllaffe (Alouatta seniculus) lebt in den Wäldern und Mangrovensümpfen von Kolumbien bis zur Amazonasmündung, südlich bis Bolivien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 46-70 cm, eine Schwanzlänge von 49-75 cm und ein Gewicht von 4,5 bis 6,5 kg. Das Fell ist orangebraun bis rotbraun. Eine Gruppe wird angeführt von einem Männchen und besteht aus weiteren 6-8 Tieren. Wenn ein Männchen eine neue Gruppe übernimmt, tötet es manchmal die Jungtiere dieser Gruppe. Der Rote Brüllaffe ist der lauteste Brüllaffe. Die Nahrung besteht aus Früchten und Blättern. Nach einer Tragzeit von etwa 20 Wochen bringt das Weibchen 1 Junges zur Welt. Dieses klammert sich erst am Fell der Mutter fest, später klettert aus auf ihren Rücken. Gesäugt wird das Junge 18-24 Monate.

Der Guatemala- oder Mexikanische Brüllaffe (Alouatta villosa) lebt in Mexiko, Nordguatemala und Belize. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50-64 cm, eine Schwanzlänge von 64-71 cm und ein Gewicht von knapp 10 kg. Das Fell ist schwarz mit rötlichbraunem Haaransatz. Diese Art gilt als potentiell gefährdet.

Die Gattung der Klammeraffen (Ateles) besteht aus 4 Arten. Sie leben in den ausgewachsenen, hohen Feucht- bis Regenwäldern. Die Klammeraffen haben unter allen Greifschwanzaffen mit bis zu 92 cm den längsten Schwanz. Die Kopf-Rumpf-Längen betragen bis zu 59 cm. Das Fell ist kurz und nicht dicht. Klammeraffen sind wahre Artisten. Sie fliegen aus hangelndem Schwung spielend 10 Meter über Lichtungen hinweg, landen dabei zielsicher im gegenüberliegenden Geäst. Hin und wieder verknäueln sie sozusagen alle 5 Extremitäten um den Körper und lassen nur den Kopf aus diesem Wirrwarr herausschauen. Außerdem hängen Klammeraffen gerne an ihrem Schwanz von Ästen herunter und erkunden die Umgebung. In freier Natur findet man häufig Großverbände, bestehend aus Klammeraffen, Wollaffen und Brüllaffen. Die Nahrung besteht aus Früchten und Blättern. Nach einer Tragzeit von etwa 225 Tagen bringen die Weibchen 1 Junges zur Welt.

Der Goldstirn-Klammeraffe (Ateles belzebuth) lebt von Nordkolumbien bis Nordperu. Einige Populationen findet man auch in Brasilien und in Nordvenezuela. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 34-58 cm, eine Schwanzlänge von 61-88 cm und ein Gewicht von 5,8 kg. Das Fell ist schwarz oder dunkelbraun, wobei die Unterseite des Körpers blassbraun oder weiß ist, ebenso die Hinterbeine und der Schwanzansatz. Auf der Stirn befindet sich ein weißer bis gelbbrauner dreieckiger Fleck. Der Bestand ist stark gefährdet.

Der Braunkopfklammeraffe (Ateles fusciceps) lebt von Südpanama durch Nordkolumbien bis nach Ecuador. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 37-59 cm und eine Schwanzlänge von 60-81 cm. Das Fell ist ganz schwarz oder. Der Schnurr- und Backenbart ist weiß oder bräunlichschwarz. Auf dem Kopf befindet sich eine olivfarbene bis gelbbraune Scheitelkappe. Diese Art gilt als potentiell gefährdet.

Der Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) lebt in ganz Mittelamerika von Mexiko bis Westpanama. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 34-52 cm, eine Schwanzlänge von 59-84 cm und ein Gewicht von 7,6 kg. Das Fell ist gold-, rot- bis dunkelbraun. Die Hände und Füße sind schwarz. Der Bestand ist stark gefährdet.

Der Schwarze Klammeraffe (Ateles paniscus) lebt in den Wäldern vom nördlichen Südamerika bis Brasilien und Bolivien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 38-57 cm, eine Schwanzlänge von 63-92 cm und ein Gewicht von 8,8 bis 9,5 kg. Der Schwarze Klammeraffe hat einen leichten Körper und einen kleinen Kopf. Das Fell ist überall schwarz glänzend. Er lebt in Gruppen von 15-30 Tieren. Die Nahrung besteht aus Früchten und Nüssen. Nach einer Tragzeit von etwa 20 Wochen bringt das Weibchen 1 Junges zur Welt, das ca. 10 Monate gestillt wird. Der Bestand ist stark gefährdet.

Die Gattung der Springaffen oder Titis (Callicebus) besteht aus 4 Arten. Der Lebensraum sind die geschädigten bis voll entwickelten, feuchten oder Regenwälder in Höhen bis 1000 m. Am liebsten halten sich die Springaffen im Sekundärbewuchs in 10 m Höhe auf. Alle Springaffen haben einen Bart. Er umgibt das Gesicht und verdeckt den Hals. Er ist wohl auch das einzige gemeinsame Merkmal aller Springaffen-Arten. Das Fell ist dicht, lang und seidig. Ihr Geheul erinnert stark an Brüllaffen. Springaffen leben in Gruppen von 2-5 Tieren. Die Nahrung besteht aus Früchten, Insekten und Blättern. Nach gut 4 Monaten bringt das Weibchen meistens nur 1 Junges zur Welt.

Der Graue Springaffe (Callicebus moloch) lebt in den Wäldern und im Dickicht von Kolumbien bis Bolivien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 26-41 cm, eine Schwanzlänge von 29-52 cm und ein Gewicht von etwa 700 g. Der Graue Springaffe hat einen runden Kopf und ein dickes, weiches Fell. Die Farbe reicht von grau bis rotbraun. An der Stirn kann ein hellrotes, graues oder schwarzes Band sein. Die Schwanzspitze ist blassbeige oder lederfarben. Er lebt in Paaren oder Familiengruppen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Insekten, Spinnen, kleinen Vögeln und Vogeleiern. Das Weibchen bringt 1 Junges zur Welt. Der Rote Springaffe (Callicebus supreus) unterscheidet sich vom Grauen Springaffen nur durch die kräftig orangerote Fellfarbe.

Der Witwenaffe (Callicebus torquatus) lebt in den nicht überschwemmten, mineralienarmen, sandigen Wäldern nördlich des Amazonas von Peru bis zum Orinoco und Guyana und südlich des Amazonas in Brasilien. Der Witwenaffe erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 31-46 cm, eine Schwanzlänge von 38-51 cm und ein Gewicht von etwa 1 kg. Das Fell ist rotbraun bis schwarz. Die Stirn, der Hals und die Schwanzspitze können weißbeige bis orange sein. An den Händen ist das Fell blassbeige. Die Unterarme, Beine und Füße sind schwarz, der Schwanz dunkelbraun bis schwarz. Die Nahrung besteht aus Früchten und Insekten.

Der Schwarzköpfige Springaffe oder Maskentiti (Callicebus personatus) lebt an der Ostküste Brasiliens. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 30-42 cm und eine Schwanzlänge von 41-55 cm. Das Fell ist dunkelbraun mit lederfarbenen Haarspitzen. Bei einigen Tieren ist der Bauch rotbraun. Das Gesicht ist behaart und dunkelbraun oder schwarz. Die Hände und Füße sind immer schwarz, der Schwanz ist rötlichbraun. Über die Nahrung ist leider nichts bekannt. Der Bestand ist stark gefährdet.

Die Gattung der Uakaris oder Kurzschwanzaffen (Cacajao) besteht aus 3 Arten. Sie leben in den Tiefland-Sumpfwäldern. Die Uakaris haben ein geschrumpft menschlich wirkenden Kopf. Die Ohren sind menschlich geformt. Der Körper ist schlank und beweglich. Das Fell ist lang und rau. Der Schwanz ist nur halblang. Die Uakaris leben in Gruppen von 15-30 Tieren. Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, einigen Samen und Insekten. Nach einer Tragzeit von etwa 6 Monaten bringen die Weibchen jeweils 1 Junges zur Welt.

Der Scharlachgesicht oder Kahlkopf-Uakari (Cacajao calvus) lebt im Wald von Westbrasilien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 51-57 cm und eine Schwanzlänge von 15-16 cm. Das Fell ist meistens weiß, allerdings nimmt es im Sonnenlicht einen rötlichen Schimmer an. Das Haar ist lang und zottelig. Das Gesicht und die Stirn sind kahl und rot. Der Kahlkopf-Uakari springt so gut wie nie, sondern läuft sehr geschickt auf allen Vieren. Er lebt in Gruppen aus mehreren erwachsenen Männchen und Weibchen und deren Jungen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, Insekten, kleinen Säugetieren und kleinen Vögeln.

Der Rote oder Golduakari (Cacajao rubicundus) lebt nördlich des Amazonas in Brasilien, westlich bis zu den Ausläufern der Anden und südlich von Brasilien bis Peru. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 36-49 cm, eine Schwanzlänge von 14-19 cm und ein Gewicht von 3,5 bis 4,1 kg. Das Fell ist ganz weiß bis kastanienrot. Die Stirn und der Scheitel sind kaum oder sogar gar nicht behaart. Das Gesicht ist nackt und rosa bis scharlachrot. Er sieht dem Scharlachgesicht sehr ähnlich.

Der Schwarze oder Schwarzkopfuakari (Cacajao melanocephalus) lebt nördlich des Amazonas. Sein Fell ist schwarz, die Hinterbeine und der Schwanz teilweise kastanienbraun. Manchmal findet sich am Schwanz sogar etwas gelb. Das nackte Gesicht ist schwarz. Scheitel und Stirn sind behaart. Der Bestand ist stark gefährdet.

Die Gattung der Wollaffen (Lagothrix) besteht aus 2 Arten. Die Wollaffen leben im mittleren und oberen Amazonasgebiet. Sie erreichen Kopf-Rumpf-Längen von 50-60 cm und Schwanzlängen von 70 cm. Sie haben kurzes, dichtes Wollfell, dessen Farbe von schwarz über grau bis hell ockerfarben reicht. Der Kopf ist rund, das Gesicht nackt und dunkel mit einer fliehenden Stirn und tiefliegende Augen. In freier Natur findet man häufig Großverbände, bestehend aus Wollaffen, Brüllaffen und Klammeraffen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern und andere Pflanzenteile. Nach einer Tragzeit von 225 Tagen bringen die Weibchen jeweils 1 Junges zur Welt.

Der Wollaffe oder Graue Wollaffe (Lagothrix lagotricha) lebt in den Wäldern bis zu 2000 m Höhe am oberen Amazonasbecken. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 39-68 cm, eine Schwanzlänge von 56-73 cm und ein Gewicht von 5,5 bis 6,5 kg. Der Graue Wollaffe hat einen schweren Körperbau. Das Haar ist kurz und dicht. Der Kopf ist rund, der Rumpf kräftig. Das Fell ist grau bis olivbraun, dunkelbraun oder schwarz, der Kopf ist oft dunkler, fast schwarz. Der Wollaffe lebt in Gruppen von etwa 50 Tieren. Er ist zwar ein reiner Baumbewohner, kommt aber auch häufig auf den Boden herab. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten. Nach einer Tragzeit von 18-20 Wochen bringt das Weibchen 1 Junges zur Welt, das sich am Bauchfell der Mutter klammert. Nach einigen Wochen kann es aber schon selbstständig auf den Ästen umherklettern. Gesäugt wird das Junge etwa 12 Monate. Geschlechtsreif wird es dann mit etwa 4 Jahren. Der Bestand ist stark gefährdet.

Der Gelbschwanzwollaffe (Lagothrix flavicauda) lebt in Wäldern in Höhen von 1700-2700 m in Peru, in Teilen des Amazonasgebietes. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 52 cm und eine Schwanzlänge von 56 cm. Das Fell ist mittelbraun, wobei die Unterseite bis zur Schwanzspitze gelb ist. Die Greifschwielen sind unbehaart. Das Gesicht selber ist nackt und hell ist aber an Nase und Mund weißlich behaart. Diese Art ist vom Aussterben bedroht!

Die Gattung der Bartsakis (Chiropotes) besteht aus 2 Arten. Sie leben in den Wäldern von Meereshöhe bis ins Gebirge. Das Fell ist mittelmäßig lang und dicht, der Schwanz ist buschig. Die Bartsakis leben in Gruppen mit 8-30 Tieren. Die Nahrung besteht aus unreifen Samen und Früchten und selten auch mal Blättern. Nach einer Tragzeit von etwa 5 Monaten kommt ein Junges zur Welt.

Der Weißnasensaki (Chiropotes albinasus) lebt in den hochgelegenen und in den ständig sumpfigen Wäldern südlich des Amazonas bis nahe an Bolivien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 38 cm, eine Schwanzlänge von 42 cm und ein Gewicht von 2,5 bis 3,1 kg. Das Fell ist bis auf die Nase ganz schwarz. Diese ist weiß. Der Bestand ist stark gefährdet.

Der Satansaffe oder Schwarze Bartsaki (Chiropotes satanas) lebt in den Wäldern vom Norden Südamerikas bis Brasilien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 36-52 cm, eine Schwanzlänge von 35-50 cm und ein Gewicht von 2,6 bis 2,9 kg. Der Satansaffe hat einen dichten Bart und langes, schwarze Kopfhaar. Das Fell ist kastanien- bis schwarzbraun, wobei der Rücken und die Schultern hell gelblichbraun bis dunkelbraun sind. Der Schwanz ist dick und dicht behaart.

Die Gattung der Sakis oder Schweifaffen (Pithecia) besteht aus 4 Arten. Sie leben in den primären Hochlandwäldern, den bewirtschafteten Wäldern und den Savannen. Die Sakis erreichen Kopf-Rumpf-Längen von etwa 33-48 cm und Schwanzlängen von etwa 31-51 cm. Der Pelz ist zottelig und grobhaarig. Die Gesichter sind meistens nackt und hellrosa über dunkelblau bis schwarz. Die Eckzähne ähneln denen von Katzen. Ihr Gesang hört sich wie der von Vögeln an. Springen können sie wie Halbaffen, sie können aber auch auf zwei Beinen laufen. Bei Gefahr trägt die Mutter ihr Junges im Nackengriff an der ausgestreckten Hand davon. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, unreifen Samen und einigen Blattarten. Die Sakis leben in Gruppen mit 2-5 Tieren. Nach einer Tragzeit von 163-176 Tagen bringen die Weibchen jeweils 1 Junges zur Welt.

Der Mönchs- oder Zottelschweifaffe (Pithecia monachus) lebt im Tieflandwald des oberen Amazonasbecken. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 35-48 cm, eine Schwanzlänge von 31-51 cm und ein Gewicht von 2,2 bis 2,5 kg. Um das Gesicht und den Nacken hat der Mönchsaffe lange, zottige Haare. Der Schwanz ist dick und buschig. Insgesamt ist das Fell braungraumeliert, die Hände und Füße sind blasser. Der Bart und die Unterseite des Körpers sind rötlich. Dieser Affe ist äußerst scheu und vorsichtig, er kommt niemals auf den Boden. Der Mönchsaffe lebt in Paaren oder in kleinen Familiengruppen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Beeren, Honig, Blättern, Mäusen, Fledermäusen und kleinen Vögeln. Das Weibchen bringt meistens 1 Junges zur Welt.

Der Isabellsaki (Pithecia albicans) lebt ausschließlich in den Wäldern in Teilen Brasiliens. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 36-41 cm und eine Schwanzlänge von 40-46 cm. Der Rücken und der Schwanz sind schwarz, die Gliedmaßen, das Bauchfell und die Kopfkrause sind lederfarben bis rot.

Der Schwarzbärtige Saki (Pithecia hirsuta) lebt in den Tieflandwäldern im oberen Amazonasgebiet bis südlich nach Nordbolivien. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 38-46 cm und eine Schwanzlänge von 40-50 cm. Das Fell ist braungraumeliert, die Hände und Füße sind blasser. Der Bart und die Unterseite des Körpers sind schwärzlich.

Der Blasskopfsaki (Pithecia pithecia) lebt in den Tiefland- und Gebirgswäldern nördlich des Amazonas und östlich bis zum Orinoco. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 33-38 cm, eine Schwanzlänge von 34-45 cm und ein Gewicht von 1,5 bis 2,1 kg. Das Männchen ist schwarz, außer die Stirn, das Gesicht und der Hals, die sind weiß bis rötlich. Das Weibchen ist auf der Oberseite des Körpers braun bis braungrau, auf der Unterseite blasser. Im Gesicht mit weißen bis blassrotbraunen Streifen von den Augen bis zu den Mundwinkeln.

Die Gattung der Nachtaffen (Aotes) besteht aus nur einer Art, dem Nachtaffen oder Mirikina (Aotes trivirgatus). Der Lebensraum sind die Savannen, Trocken und Regenwälder in Höhen bis 3000 m von Panama bis Paraguay. Der Nachtaffe erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 24-47 cm, eine Schwanzlänge von 22-50 cm und ein Gewicht von 800-1300 g. Sein Fell ist dicht und am Rücken, Hinterkopf, den Gliedmaßen und dem Schwanz graubraun, grau oder rötlich. Die Unterseite des Körpers ist lederfarben-weiß bis hellorange. Über den Augen befinden sich dreieckige weiße Flecken, zwischen und neben den Augen sind drei weiße Streifen, die am Scheitel zusammenlaufen. Die Ohren groß. Unter dem Kinn hat der Nachtaffe einen aufblasbaren Hautsack, der als Resonanzkörper für die Stimme dient. Der Nacktaffe ist, wie der Name schon sagt, nachtaktiv. Darum hat er riesige Augen. Der Tast- und Raumsinn sind gut entwickelt. Der Schwanz kann nicht zum Greifen benutzt werden, daher hängt er meistens schlaff herab. Nachtaffen leben paarweise. Tagsüber schlafen die Paare gemeinsam in Baumhöhlen. Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern, Honig, Insekten, Fröschen, Kleinvögeln und Kleinsäugern. Nach einer Tragzeit von etwa 133 Tagen bringt das Weibchen 1-2 Junge zur Welt.

Die Gattung der Spinnenaffen (Brachyteles) besteht auch nur aus einer Art, dem Spinnenaffen oder Muriqui (Brachyteles arachnoides). Er lebt in den Küstenwäldern Südostbrasiliens. Der Spinnenaffe erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 46-63 cm, eine Schwanzlänge von 65-80 cm und ein Gewicht von bis zu 12 kg. Das dicke, dichte Fell ist einfarbig blassgrau bis braun oder rötlich, bei den Männchen sogar gelb. Das Gesicht ist nackt und kann dunkel, fleischfarben oder sogar hochrot sein. Der Daumen ist verkümmert oder fehlt ganz. Der Spinnenaffen lebt in Gruppen von 25 und mehr Tieren. Die Nahrung besteht aus Früchten, Blättern und Blüten. Diese Art ist leider von der Ausrottung bedroht!

Die Gattung der Totenkopfäffchen (Saimiri) besteht ebenfalls aus nur einer Art, dem Totenkopfäffchen oder Monki-Monki (Saimiri sciureus). Es lebt in den Wäldern und auf dem Ackerland von Kolumbien bis zum Amazonasbecken. Das Totenkopfäffchen hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 23-37 cm, eine Schwanzlänge von 35-47 cm und ein Gewicht von 500 bis 1100 g. Das Fell ist kurzhaarig und gelb, gelbgrün oder graugrün. Der Bauch ist blasser gelb bis weiß. Das Gesicht, der Hals und die Ohren sind weiß, die Schnauze und Schwanzspitze dagegen schwarz. Der Scheitel und die Koteletten sind dunkelgrün bis schwarz. Die Horden, in denen die Totenkopfäffchen leben, sind bis zu 550 Tiere groß. Die Nahrung besteht aus Blättern, Früchten, Nüssen, Insekten, Spinnen, jungen Vögeln und Vogeleiern. In Gruppen kommen die Totenkopfäffchen auch auf den Boden und forsten z.B. Zeltlager des Menschen durch und plündern alles Essbare. Es gibt eine merkwürdige Eigenart des Totenkopfäffchens. Er verreibt seinen eigenen Urin auf Körper- und Schwanzfell, um anhand seines "Duftes" für die Mitglieder seiner Gruppe, die aus 12-30 Tieren besteht, erkennbar zu sein. Auch die Rangordnung wird durch eine besondere Eigenart bestimmt. Das Männchen, das seinen Penis am längsten im erigierten Zustand halten kann, ist der Ranghöchste! Nach einer Tragzeit von 24-26 Wochen bringt das Weibchen 1 Junges zur Welt, das schon bald nach der Geburt klettern kann. Das Junge wird kaum von den Eltern versorgt.


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