Tier Kaufen Informationen

Bevor man sich Tiere kaufen möchte sollte man sich diverse Gedanken machen, um sich und dem Tier das gemeinsame Leben miteinander so angenehm wie möglich zu gestalten.

Es gibt immer noch unzählige Menschen, die sich ein Tier kaufen, ohne sich über die Thematik Tierkauf/Tierhaltung Gedanken zu machen. Es entsteht eine Idee, muss sofort umgesetzt werden und steht dann vor vollendeten Tatsachen und in vielen Fällen landet das Tier auf dem schnellsten Wege dann leider im Tierheim. Doch das muss nicht sein, man sollte sich wirklich einige Punkte überlegen.

Wichtige Punkte in der Überlegung zu einem Tierkauf sind auf jeden Fall: Sind alle Familienmitglieder mit einem Haustier einverstanden? Habe ich ausreichend Zeit für das Tier? Welches Tier passt zu mir? Welche Kosten kommen auf mich zu oder können in Zukunft noch auf mich zukommen? Falls ein Mietobjekt bewohnt wird, ist der Vermieter mit der Tierhaltung einverstanden? Was passiert mit dem Tier, wenn Urlaub ansteht? Und vieles vieles mehr.

Bild Hund und Katze

Um herauszufinden, welches Tier zu einem passt, wäre es schon mal gut zu wissen, ob man lieber zu Hause bleibt (dann wäre ein Hund äußerst ungünstig) oder ob man ein Sport-Fan ist, dann würde ein Hund oder sogar ein Pferd passen. Möchte ich möglichst wenig Aufwand bei der Tierpflege betreiben, dann sollte man von Hunde, Pferde und Katzen Abstand nehmen. Selbst bei Vögeln, Fischen, Reptilien, Nagetieren darf man nie vergessen, dass auch deren Behausungen - Käfige, Aquarien, Terrarien - regelmäßig gereinigt werden müssen.

Gibt es in der Familie einen Tierhaar-Allergiker, sollte man ebenfalls von Hunde und Katzen, gegebenenfalls auch von Nagern, Abstand nehmen. Doch auch Vögel könnten dann in diesem Fall unangebracht sein, denn bei Vögeln entsteht feinster Staub, der empfindlichen Lungen schwer zu schaffen machen könnte. In diesem Fall eigenen sich besonders Fische oder Reptilien. Wenn der Allergiker aber unbedingt ein Hund oder eine Katze möchte, dann hat er eventuell die Chance, sich selbst gegen das eigene Tier zu immunisieren. In vielen Fällen klappt es, aber leider nicht immer. Und dies ist ein sehr langwieriger und unangenehmer Prozess.

hundebild

Wohnt man in einer Mietwohnung oder einem Miethaus, dann muss man mit dem Vermieter abklären, ob Tierhaltung erlaubt ist. Dulden muss der Vermieter Kleintiere, wie Nager, Fische, Reptilien - solange die Anzahl in einem angemessenen Rahmen bleibt und weder die Wohnung noch die Nachbarschaft darunter leidet, z.B. durch Geruchsbildung. Die Haltung von Hunde und Katzen darf der Vermieter verbieten. Gibt es in dem Haus, in dem man lebt bereits Hunde oder Katzen, dann sollte man ruhig hinterfragen, warum er ausgerechnet bei einem selbst die Tierhaltung verbietet. Er darf es zwar, aber es wäre nur fair, wenn er seinen Entschluss rechtfertigen würde.

Die Frage des Platzes ist allerdings auch nicht unwichtig. Wenn man nur in einer kleinen 30 qm-Wohnung lebt, dann sollte man keine großen Hunde oder mehrere Tiere halten, das wäre nur Stress für sie. Allerdings, wenn man z.B. eine Katze in so eine kleine Wohnung nehmen möchte, aber wenig zu Hause ist, dann sollte man versuchen, zwei Katzen zu sich zu holen, aber dann möglichst Wurfgeschwister, die sich wirklich super verstehen. Dann funktioniert das Zusammenleben auch auf engem Raum. Besser wären dann aber doch kleinere Tiere.

Wenn man selber gerne und viel reist, dann sollte man sich genau überlegen, ob man sich wirklich ein Tier anschaffen möchte. Denn die Frage ist, wer kümmert sich darum, wenn man weg ist. Oder fährt man bestenfalls sogar so weg, dass man das Tier mitnehmen kann? Auch wenn man zu Hause ist, darf man den Zeitaufwand, den man für ein Tier aufbringen muss, nicht unterschätzen.

Vor dem kaufen eines Tieres sollte man sich genau überlegen, wie teuer eine Tierhaltung pro Monat werden könnte. Denn jedes Tier braucht Futter, bei Pferden, Katzen, Nagern, Vögeln, Reptilien muss regelmäßig die Streu gewechselt werden. Pferde sind dabei vermutlich die mit den höchsten Unterhaltskosten, gefolgt von den Hunden und Katzen. Bei Nagern und Vögeln, sowie Reptilien und Fischen sind die Kosten recht übersichtlich. Allerdings darf man nicht vergessen, dass noch unregelmäßige Kosten entstehen könnten. Wie z.B. die Hundesteuer, Impfungen und andere Tierarztkosten. Kosten für die Anschaffung von Spielzeug, Käfigeinrichtung, Kratzbäume etc.

Wenn man all diese Fragen geklärt hat und sich dann sicher ist ob man ein Tier kaufen möchte und auch genau weiß, welches Tier es sein soll, dann kommt die Überlegung, wo hole ich ein Tier her? Möchte ich einem älteren Tier ein schönes Zuhause bieten? Dann empfiehlt sich der Gang ins Tierheim. Möchte man aber unbedingt ein junges Tier - insbesondere ein Rassehund oder eine Rassekatze, dann sollte man auf jeden Fall zu einem Züchter gehen. Wobei man nicht gleich bei dem ersten gleich direkt kaufen sollte - außer man kennt ihn, sondern sich ruhig auch bei anderen Züchtern informieren sollte. Denn es gibt leider genug schwarze Schafe in der Branche, die die Tiere zu Dumping-Preisen verkaufen. Diese Tiere stammen häufig aus Massenzuchten, sind meistens nicht entwurmt und schon gar nicht geimpft. Es mag auch Züchter geben, die ordentlich sind und die Tiere einfach nur günstig anbieten. Darum auf jeden Fall das Zuhause des Züchters besuchen - ein seriöser Züchter begrüßt das sogar - und viele Fragen stellen. Sich die Elterntiere zeigen lassen und die Räumlichkeiten, wo die Kleinen aufwachsen. Natürlich kann man auch im Tierheim hin und wieder junge Tiere finden und ihnen ein neues Zuhause geben, aber die jungen Tiere sind seltener im Tierheim – und vor allem sehr schnell vermittelt.


Der Erwerb des Tieres aus dem Tierheim ist auf jeden Fall deutlich günstiger als beim Züchter. Da muss man sich also auch überlegen, wenn es schon ein Rassetier sein muss, habe ich überhaupt das Geld für den Kauf? Für Hunde und Katzen gehen die Preise in der Regel ab 500 Euro los und können bis zu mehreren tausend Euro betragen. Beim Tierheim sind die Tiere deutlich günstiger zu bekommen - und auch hier gibt es immer wieder Rassetiere. Von einem Kauf eines Hundes oder einer Katze aus einer Zootierhandlung sollte man absehen. Dass die Tiere dort ausgestellt werden, ist für sie großer Stress, die reinste Tierquälerei und alles andere als eine angenehme Umgebung für die Kleinen.

Ein Pferd kann man direkt von einem Züchter kaufen oder aber auch von Pferdehaltern. Auch hier empfiehlt es sich, den Züchter bzw. den bisherigen Besitzer zu besuchen und sich die Umgebung des Pferdes anzuschauen. Wie sieht der Stall aus, wie wurde das Pferd gehalten (Stall, Offenstall, Weide etc.)? Wie gepflegt ist das Pferd? usw.

Nagetiere, Reptilien und Fisch werden in Massen in Zootierhandlungen angeboten. Auch da sollte man sich das Geschäft genauestens ansehen. Wie sehen die Käfige, Terrarien, Aquarien aus? Sind die Tiere agil (Ausnahme Reptilien und Spinnen, dies sind eher ruhigere Gesellen) und gepflegt? Sind die Tiere ruhig, wenn man dichter herankommt oder geraten sie in Panik? Von panischen Tieren sollte man Abstand nehmen, es sei denn, man hat die Hand dafür, solche Tiere zu rehabilitieren.

Hat man sich alle Punkte überlegt und hat man dann das richtige Tier für sich gefunden und auch bei sich einziehen lassen, dann steht doch einem glücklichen, gemeinsamen Leben "nichts" mehr im Weg!