Informationen Spitzhoernchen

Spitzhoernchen oder Tupajas:


Infos zu den Spitzhörnchen

  • Ordnung: Spitzhörnchen (Scandentia)
  • Unterklasse: Echte oder Höhere Säuger (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Optisch haben die Spitzhörnchen eine Ähnlichkeit mit den Rüsselspringern.

Spitzhörnchen haben eine hörnchenähnliche Gestalt. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-22 cm und der Schwanz ist auch etwa körperlang. Die meisten Arten allerdings haben im Gegensatz zu den eigentlichen Hörnchen keine verlängerten Tasthaare an der Nase. Die Farbe des Fells ist von Art zu Art unterschiedlich. Die meisten Tiere jedoch sind ockerfarben, gelblich oder rötlichbraun gefärbt. Häufig sind helle Schulterstreifen. Aber auch eine angedeutete Gesichtszeichnung ist nicht selten. Die Ohren sind überwiegend klein und fleischig. Die Füße sind nackt. Die Finger sind lang und biegsam und tragen scharfe, aber nicht übermäßig gebogene Krallen.

Die oberen Schneidezähne sind verlängert und stehen auseinander, sie sehen aus wie Eckzähne. Die eigentlichen Eckzähne sind nur klein sehen wie Vorbackenzähne aus.

Spitzhörnchen können gut riechen, hören und sehen. Allerdings geht man davon aus, dass den Tieren das räumliche Sehvermögen fehlt, da die Augen seitlich am Kopf liegen.

Verbreitung

Spitzhörnchen findet man in Teilen Südostasiens.

Lebensweise

Spitzhörnchen sind tagaktiv, mit Ausnahme der Federschwanzhörnchen. Die Lebensweise selber ist mit der der Hörnchen zu vergleichen. Man nimmt an, dass Spitzhörnchen paarweise leben. Sie sind gute Kletterer und hervorragende Läufer. Die meisten Arten leben am Boden. Droht Gefahr, suchen sie Unterschlupf unter Baumwurzeln, umgestürzten Baumstämmen oder in Höhlen und Spalten am Boden.

Ernährung

Ihre Nahrung suchen die Spitzhörnchen in Bäumen und Büschen. Sie besteht aus Insekten, Beeren und Früchten. Aber auch Blätter und Schösslinge stehen mit auf dem Speiseplan, ebenso auch junge Vögel und Mäuse.

Fortpflanzung

Die Spitzhörnchen haben keine feste Fortpflanzungszeit. Sie können das ganze Jahr hindurch Junge bekommen. Nach einer Tragzeit von 7 Wochen bringt das Weibchen 1-5 Junge, meistens jedoch sind es 1-2 Junge, zur Welt. Die Augen der Jungen öffnen sich am 19. Tag und erwachsen sind sie dann mit etwa 3 Monaten.

Verwandtschaft

Spitzhörnchen gehören zur Unterklasse der Höheren Säugetiere (Eutheria)
dazu gehören auch die Familien:

  • Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Rüsselspringer (Macroscelidea)
  • Fledertiere (Chiroptera)
  • Riesengleiter (Dermoptera)
  • Herrentiere oder Primaten (Primates)
  • Nebengelenktiere (Xenarthra)
  • Schuppentiere (Pholidota)
  • Nagetiere (Rodentia)
  • Raubtiere (Carnivora)
  • Hasentiere (Lagomorpha)
  • Waltiere (Cetacea)
  • Röhrenzähner (Tubulidentata)
  • Rüsseltiere (Proboscidea)
  • Seekühe (Sirenia)
  • Schliefer (Hyracoidea)
  • Unpaarhufer (Perissodactyla)
  • Paarhufer (Artiodactyla)

Systematik

Zur Familie der Spitzhörnchen (Tupaiidae) gehören die Unterfamilien:

  • Buschschwanz-Spitzhörnchen (Tupaiinae)
  • Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercinae)

Unterfamilie der Buschschwanz-Spitzhörnchen

Die Arten der Unterfamilie der Buschschwanz-Spitzhörnchen (Tupaiinae) haben bis auf die Bergtupajas einen buschigen Schwanz, der stark an Baumhörnchen erinnert.

Die Gattung der eigentliche Tupajas (Tupaia) besteht aus 12 Arten. Sie leben in Südostasien. Diese Tiere haben große Ähnlichkeit mit den Langnasenhörnchen, die im selben Lebensraum vorkommen. Die Tupajas bevorzugen als Lebensraum den Regenwald, Sekundärwälder und Bergwälder. Tupajas erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 11-23 cm und eine Schwanzlänge von 10-21 cm. Die Oberseite des Fells der meisten Arten ist olivgrün bis sehr dunkelbraun und die Unterseite ist beigeweiß bis orangerot. Die meisten Arten leben am Boden. Man sieht sie nur selten in Bäumen und Gebüsch umherklettern. Flüchten Tupajas, bleiben sie am Boden und laufen mit schnellen, hüpfenden Bewegungen. Tupajas legen ihr Nest in hohlen Bäumen oder im Zweiggewirr von Gestrüpp und Baumkronen an. Ihre Nahrung sammeln sie am Boden. Tupajas gelten als tagaktiv, sie sind aber auch in den frühen Morgen- und Abendstunden unterwegs. Tupajas sind entweder Einzelgänger oder leben paarweise zusammen. Die Männchen sind männlichen Artgenossen gegenüber aggressiv. Tupajas haben am Hals- und Brustbereich Drüsen, mit dessen Duftsekret sie ihr Revier markieren. Artgenossen, die in ein Revier eindringen werden bekämpft, aber nicht die Weibchen. Sie sind weniger aggressiv und werden von den Männchen auch nicht angegriffen. Die Nahrung der Tupajas besteht hauptsächlich aus Insekten und Schnecken. Als Beikost nehmen sie auch verschiedene Früchte. Nach einer Tragzeit von etwa 1½ Monaten bringt das Weibchen 1-4 nackte und blinde Junge zur Welt. Auch wenn die Jungen typische Nesthocker sind, kümmert sich die Mutter wenig um sie. Die Jungen werden zwar nach der Geburt gereinigt und gesäugt, aber die Mutter verlässt das Nest dann für 2 Tage. Sie säugt die Jungen dann hastig und verlässt die Jungen wieder für 1-2 Tage. Mit etwa 9 Tagen bekommen die Jungen ihre ersten Zähne und mit etwa 15 Tagen öffnen sich die Augen. Das Nest verlassen sie nach etwa 3-4 Wochen. Mit etwa 6 Monaten werden sie geschlechtsreif. Die Arten ähneln sich alle.

Das Gewöhnliche Spitzhörnchen oder Eigentliche Tupaja (Tupaia glis) lebt auf der südlichen Malaiischen Halbinsel, auf Sumatra und den umliegenden Inseln. Der Schwanz ist genauso lang wie die Kopf-Rumpf-Länge. Es erreicht ein Gewicht von etwa 160 g. Das Belanger-Tupaja (Tupaia belangeri) lebt in Indochina. Das Großfüßige Spitzhörnchen (Tupaia longipes) lebt auf Borneo. Das Hochlandtupaja (Tupaia montana) lebt im Gebirge von Nordborneo. Das Nikobaren-Spitzhörnchen oder Philippinen-Tupaja (Tupaia nicobarica) und das Langschwanztupaja (Tupaia longicauda) leben auf den Nikobaren und führt überwiegend ein Leben in den Bäumen. Der Schwanz ist länger als die Kopf-Rumpf-Länge. Das Tieflandtupaja (Tupaia picta) lebt im Tiefland von Nordborneo. Das Tieflandtupaja hat zusätzlich einen dunklen Rückenstreifen. Das Palawan-Spitzhörnchen (Tupaia palawanensis) lebt auf den Philippinen. Das Rotschwanztupaja (Tupaia splendidula) lebt auf Südwestborneo und Nordostsumatra.

Das Zwergtupaja (Tupaia minor) lebt auf Borneo, auf Sumatra, der südlichen Malaiischen Halbinsel und den umliegenden Inseln. Er ist ein Baumbewohner. Der Schwanz ist länger als die Kopf-Rumpf-Länge. Es erreicht ein Gewicht von etwa 45 g. Die Unterseite des Körpers ist gebrochen weiß. Das trifft auch für die nachfolgenden Arten zu.

Das Javaspitzhörnchen (Tupaia javanica) lebt auf Java und Sumatra. Das Schlanktupaja (Tupaia gracilis) lebt auf Nordborneo und den umgebenden Inseln. Das Tana (Tupaia tana) lebt auf Borneo, Sumatra und den umliegenden Inseln. Es erreicht ein Gewicht von 300 g. Die Oberseite des Körpers ist dunkelrotbraun und die Unterseite orangerot oder rostrot. Auf dem Rücken befindet sich ein dunkler Streifen, auf den Schultern sind gelbliche Streifen. Die Krallen sind kräftig und verlängert.

Die Gattung Anathana besteht aus nur einer Art, dem Elliot-Tupaja oder Madras-Spitzhörnchen (Anathana ellioti). Es lebt in Indien, südlich des Ganges. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 16-18 cm, eine Schwanzlänge von 16-19 cm und ein Gewicht von 160 g. Die Oberseite des Körpers ist braun oder graubraun und die Unterseite ist hell lederfarben oder weiß. Um die Augen herum befinden sich helle Zeichnungen. Die Eckzähne sind kaum entwickelt. Seine Nahrung, die aus Insekten und Früchten besteht sucht es am Boden.

Die Gattung Urogale besteht ebenfalls aus nur einer Art, dem Everett- oder Philippinen-Spitzhörnchen (Urogale everetti). Es lebt auf der Insel Mindanao von den Philippinen. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 17-20 cm, eine Schwanzlänge von 11-17 cm und ein Gewicht von 350 g. Die Oberseite des Körpers ist dunkelbraun und die Unterseite ist gelblich oder rotbraun. Die Schulterstreifen sind blass. Der Schwanz ist viel kürzer als die Kopf-Rumpf-Länge und trägt dichte rote Haare. Seine Nahrung besteht aus Insekten, Eidechsen, jungen Vögeln, Vogeleiern und Früchten. Nach einer Tragzeit von 54-56 Tagen bringt das Weibchen 1-2 Junge zur Welt.

Bei der Gattung der Bergtupajas (Dendrogale) ist der Schwanz rund und hat nur wenige kurze Haare. Diese sind auf der Oberseite und am Schwanzende schwarz gefärbt. Die beiden Arten bevorzugen ein Leben in den Bäumen. Sie sind mit einem Gewicht von etwa 50 g klein.

Das Nördliche Bergtupaja (Dendrogale murina) lebt auf Nordborneo und ist die kleinste Art. Die Oberseite des Körpers ist ockerfarben oder braun bis schwarz und die Unterseite ist blasslederfarben. An den Seiten des Kopfes, von der Nase über die Augen bis zu den Ohren befindet sich beidseitig jeweils ein schwarzer Streifen. Ober- und unterhalb dieses schwarzen Streifens befinden sich lang gestreckte, helle, rötlichgelbe Zeichnungen. Seine Nahrung besteht größten Teils aus Insekten.

Das Südliche oder Schwarzschwanz-Bergtupaja (Dendrogale melanura) lebt in Südvietnam, Kambodscha, Südthailand und auf Borneo, in Bergwäldern in 900-1500 m Höhe. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 11-15 cm und eine Schwanzlänge von 9-14 cm. Die Oberseite des Körpers ist hellbraun und die Unterseite ist blasslederfarben. An den Seiten des Kopfes, vom Mund zum Ohr befindet sicht beidseitig jeweils ein dunkler Streifen. Ober- und Unterhalb dieses dunklen Streifens befinden sich blassere Strähnen.

Die Gattung Lyonogale besteht aus nur einer Art, dem Gestreiften Spitzhörnchen (Lyonogale dorsalis). Es lebt auf Nordwestborneo. Es erreicht ein Gewicht von 300 g. Die Oberseite des Körpers ist dunkelbraun und die Unterseite ist heller. Auf dem Rücken befindet sich ein auffälliger dunkler Streifen. Die Schulterstreifen sind weißlich. Der Schwanz ist buschig und kürzer als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Schnauze ist verlängert.

Unterfamilie der Federschwanz-Spitzhörnchen

Die Unterfamilie der Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercinae) besteht aus nur einer Gattung, den Federschwanz-Tupajas (Ptilocercus) und einer Art, dem Federschwanz-Tupaja oder Federschwanzhörnchen (Ptilocercus lowii). Es lebt in Hinterindien, auf Sumatra und auf Borneo. Hier bevorzugt das Federschwanz-Tupaja tropische Urwälder. Aber auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen kann man es finden. Es erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 10-14 cm und eine Schwanzlänge von 13-19 cm. Die Oberseite des Körpers ist dunkelgrau und die Unterseite ist heller. Von der Schnauze bis hinter die Ohren befinden sich beidseitig des Kopfes dunkle Streifen. Seine Augen sind, nicht wie bei den anderen Spitzhörnchen seitlich am Kopf, sondern stehen mehr in der Mitte. Der Schwanz ist nackt und beschuppt. Im letzten Drittel befinden sich weiße Haarborsten, die federartig, zweizeilig in dichten Reihen stehen. Die Ohren sind ziemlich groß, dünn und häutig. Das Gesicht ist spitz ausgezogen und an der Nase befinden sich lange, steife Tastborsten. Das Fell ist kurz. Die Finger sind lang und tragen Krallen. Der Daumen ist etwas abgesetzt, aber den anderen Fingern nicht gegenübergestellt. Das Federschwanz-Tupaja klettert, wie ein Eichhörnchen, mit den Krallen. Am liebsten hält es sich in Bäumen auf. Die Fortbewegung am Boden erfolgt hüpfend. Das Federschwanzhörnchen legt sein Nest in hohlen Baumstämmen oder im Geäst der Bäume an. Es wird aus Gras, Blättern, feinen Zweigen und anderen Pflanzenwerk errichtet. Das Federschwanzhörnchen ist nachtaktiv. Es jagt nachts Insekten und kleine Reptilien. Es frisst aber auch verschiedene Früchte und Samen.


Sie sehen Spitzhoernchen Tiere 1 bis 1
Sie sind hier: Tiere : Spitzhoernchen
foto Referenzen Referenzen



tiere
travel