Informationen Kanadischer Biber

Kanadischer Biber oder Kanadabiber
wissenschaftlicher Name: Castor canadensis. Der Kanadische Biber gehört zur Familie der Biber

Kuhl, 1820

  • Englisch: American Beaver
  • Französisch: Castor canadien
  • Dänisch: Canadisk bæver
  • Finnisch: Kanadanmajava
  • Isländisch: Kanadabjór
  • Italienisch: Castoro americano
  • Niederländisch: Amerikaanse bever, Canadese Bever
  • Norwegisch: Amerika bever
  • Schwedisch: Kanadensisk bäver, Amerikansk bäver
  • Spanisch: Castor canadiense

  • Gattung: Biber (Castor)
  • Familie: Biber (Castoridae)
  • Unterordnung: Biberverwandte (Castorimorpha)
  • Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
  • Überordnung: Euarchontoglires
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere oder...

    bild Kanadischer Biber
    Foto von einem Kanadischen Biber in Alaska, USA

    © Copyright Bild / Foto: Kanadischer Biber
    Rolf Hicker Fotografie


    ... Plazentatiere (Eutheria)

  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
  • Überklasse: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Stammgruppe: Neumünder (Deuterostomia)
  • Unterabteilung: Bilateralsymmetrische Tiere (Bilateria)
  • Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
  • Unterreich: Vielzeller (Metazoa)
  • Reich: Tiere (Animalia)

Allgemeines

Biber sind die zweitgrößten Nagetiere. Sie erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 110 cm, eine Schwanzlänge von bis zu 34 cm, eine Standhöhe von bis zu 35 cm und ein Gewicht von bis zu 35 kg. Im Normalfall sind die Weibchen etwas schwerer als die Männchen. Der Körper wirkt gedrungen, der Schwanz ist plattgedrückt und die Umrisse einer Keule. Die Beine sind sehr kurz, wobei die vorderen sogar etwas kürzer als die hinteren sind. Zwischen den Zehen befinden sich Schwimmhäute. Der Schwanz und die Schwimmhäute sind für das Leben im Wasser optimal angepasst. Die Vorderpfoten können wie Hände benutzt werden. Das Gebiß ist sehr kräftig ausgebildet. Die unteren Zähne haben eine Länge von bis zu 3,5 cm.

Das Fell ist rötlichbraun und sehr dicht. An der Bauchseite befinden sich mehr Haare als auf der Oberseite. Es besteht aus einer dichten, kurzen Unterwolle mit langen Ober- oder Grannenhaaren. Das Fell ist so dicht, dass es gut das Wasser ableitet und besonders gut gegen Unterkühlung schützt. Die Wasserableitung wird durch ein Öl gefördert, das von einem Drüsenpaar im Afterbereich abgesondert wird und mit dem das Fell von dem Biber eingefettet wird. Dieses Öl hat einen eigenartigen Moschusgeruch.

Der Kanadische Biber avancierte zum Nationaltier Kanadas und ist sogar auf der dortigen Fünf-Cent-Münze abgebildet.

Biber haben in der freien Wildbahn eine Lebenserwartung von bis zu 17 Jahren, in Gefangenschaft sogar bis zu 35 Jahren.

Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat ist ganz Kanada (außer die nördlichsten Gebiete) und fast ganz Nordamerika. Auch in Nordmexiko sind die Kanadischen Biber zu finden. Heute haben sich seine Verbreitungsgebiete enorm verkleinert. Da sein Vetter der Europäische Biber einst stark bedroht war, wurde der Kanadische Biber in Finnland und Russland eingeführt, damit sich der heimische Bestand wieder erholen kann. Als Lebensraum dienen die Ufer von langsam fließenden Gewässern, wie Bäche, flache Seen und Flüsse in Wäldern. Bei den Gewässern ist es wichtig, dass sie im Winter nicht bis zum Grund zufrieren und im Sommer nicht austrocknen.

Feinde

Es gibt so gut wie keine Feinde, da sich die Biber hauptsächlich im Wasser aufhalten. Sie entfernen sich maximal bis zu 20 m vom Wasser. Ansonsten kann man Wölfe und Vielfraße zu den Feinden zählen. Für die Jungtiere können Otter gefährlich werden.

Lebensweise

Biber leben unter normalen Umständen in Familiengruppen (mit 5 bis 8 Tieren) in festen Revieren, die sie meistens über mehrere Generationen halten. Das können bis zu 20 Jahre sein. Ein Revier kann eine Größe von bis zu 3 km Uferlänge haben.

Eine Familiengruppe besteht aus den 2 Alttieren und die jungen des aktuellen und des vorherigen Jahres. Wenn ein Jungtier ein Alter von 2 bis 3 Jahren erreicht hat, löst es sich von seiner Familie und besiedelt ein eigenes Revier.

Biber sind hervorragende Taucher. Bei einem Tauchgang werden die Vorderbeine an den Körper gedrückt und mit den hinteren Beinen bewegen sich die Biber durch Ruderbewegungen vor. Der Schwanz dient dabei als Höhen- und Richtungsruder. Die Ohren und Nasen werden geschlossen. Ein durchschnittlicher Tauchgang dauert 2 bis 3 Minuten, wobei Biber aber auch durchaus in der Lage sind bis zu 15 Min unter Wasser zu bleiben. Das ermöglicht ihm sogar das Tauchen im Winter unter der geschlossenen Eisdecke.

Im Herbst legen Biber Futtervorräte an, von denen sie im Winter leben. Denn sie halten keinen Winterschlaf.

Biberburgen und -dämme

Biber sind berühmt für ihre Biberburgen, besonders aber für ihre enormen Biberdämme. Sie sind unermüdliche Baumeister, die in der Lage sind, ihre Landschaften zu verändern. Durch sein starkes Gebiss ist der Biber in der Lage, selbst Baumstämme mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter zu fällen.

Wenn der Biber sich ein Gebiet aussucht, in dem es stehendes Gewässer gibt, baut er im Normalfall keinen Biberdamm. Ansonsten wird einer angelegt, um den Wasserstand auf einen bestimmten Level zu halten. So ein Damm besteht aus Schlamm, Steinen und Zweigen und kann eine Höhe von bis zu 1,5 m und eine Länge von bis zu 100 m erreichen. Wenn es erforderlich ist, kann so ein Damm auch schon mal eine Länge von etwas über 200 m erreichen. Für einen Damm werden erst Steine und Schlamm aufgeschüttet, dann stecken die Biber dort zweige hinein. Wieder folgt Schlamm. Durch diesen Damm halten die Biber das Wasser auf einen Level, der gewährleistet, dass der Eingang vom Biberbau unter Wasser bleibt.

Nach dem Dammbau kümmert sich der Biber um seine Burg. Hierzu werden Knüppel, Zweige und Stämme gesammelt und aufeinander geschichtet. Abgedichtet wird die Burg dann mit Steinen und Schlamm. Erst wenn der Haufen fertig angelegt ist, geht der Biber daran, die Wohnung zu errichten. Unter Wasser legt er den Eingang an und nagt dann Gänge und einen Wohnkessel in das Holz. Nachdem der Damm und die Burg stehen, kommt der Biber noch lange nicht zur Ruhe. Er baut immer weiter an seiner Burg und erweitert sie fortwährend. Auch der Damm wird regelmäßig gewartet, repariert und evtl. erweitert.

In eine Biberburg herrschen immer gemäßigte Temperaturen. Bei Außentemperaturen von über 30°C sind in der Burg "nur" etwa 20°C. Im Winter wird es in der Burg zwar wesentlich kälter, aber trotz Außentemperaturen von -20°C herrschen innen immerhin noch etwa 0°C. Das mag damit zusammenhängen, dass die Wohnkessel zum Winter hin, besonders hergerichtet und geschützt werden.

Es gibt aber auch einige Individuen, die keine eigene Burg bauen, sondern Erdbaue und ausgehöhlte Bäume übernehmen. Egal, ob die Biber nun in einer Burg leben oder sich eine "Wohnung" angeeignet haben, genutzt werden diese über mehrere Generationen hintereinander.

Ernährung

Die Nahrung ist rein pflanzlich und besteht aus Ufer- und Wasserpflanzen, Kräuter und Baumrinden. Zum Winter hin werden Vorräte gesammelt. Um an die Blätter, Zweige und Rinde zu kommen fällt der Biber seinen ausgewählten Baum innerhalb von nur einer bis einigen wenigen Nächten. Dass sich ein Biber an einem Baum zu schaffen gemacht hat, erkennt man an den sanduhrförmigen Nagestellen.

Fortpflanzung

Mitten im Winter, im Schnitt Februar/März, beginnen die Biber sich zu paaren. Nach einer Tragzeit von gut 3 Monaten bringt das Weibchen 1 bis 5 Junge mit einem Gewicht von etwa 500 bis 700 g zur Welt. Meistens sind es aber 2 bis 3 Junge. Direkt nach der Geburt können die Jungen sehen. Mit etwa 2 Wochen beginnen die Jungen selbständig feste Nahrung aufzunehmen. Sie werden aber noch weiter gesäugt. In einem Alter von etwa 3 Monaten werden die Jungen dann entwöhnt. Solange die Jungen nicht in der Lage sind, ihr Fell selber einzufetten, übernimmt diese Aufgabe die Mutter.

Biber werden mit etwa 2,5 bis 3,5 Jahren geschlechtsreif.

Verwandtschaft

Biber gehören zur Familie der Biber (Castoridae) und bilden deren einzige Gattung.

Systematik

Zur Gattung der Biber (Castor) gehört noch eine weitere Art:

  • Biber, Europäischer Biber (Castor fiber)

Zur Art des Kanadischen Bibers (Castor canadensis) gehören die Unterarten:

  • Castor canadensis frondator
  • Castor canadensis mexicanus
  • Castor canadensis phaeus
  • Castor canadensis repentinus

Die Unterarten

Castor canadensis frondator
Mearns, 1897
Englischer Name: Broad-tail Beaver
Verbreitung: Die Heimat ist der Süden der USA und der Norden Mexikos.
Status: Die aktuellen Daten über den Status sind noch nicht ausgewertet. 1994 galt diese Unterart als gefährdet.

Castor canadensis mexicanus
V. Bailey, 1913
Englischer Name: Mexican Beaver, Rio Grande Beaver
Spanischer Name: Castor Mejicano
Verbreitung: Die Heimat ist rund um den Rio Grande (Fluss) in den USA und Mexiko.
Status: Die aktuellen Daten über den Status sind noch nicht ausgewertet. 1994 galt diese Unterart als gefährdet.

Castor canadensis phaeus
Heller, 1909
Englischer Name: Admiralty Island Beaver
Verbreitung: Die Heimat ist die USA
Status: Die Daten über den Status sind leider unzulänglich.

Castor canadensis repentinus
Goldman, 1932
Englischer Name: Colorado River Beaver
Verbreitung: Die Heimat ist rund um den Fluß Colorade und den USA und Mexiko.

Status

Es gab Zeiten, in denen der Biber seines Pelzes wegen in Massen erlegt wurde. Bis zu 200.000 Biber im Jahr wurden für die Pelzindustrie erlegt. Allerdings wurden die meisten Pelze nach Europa exportiert. Obwohl der Biber heute als Schädling angesehen und bekämpft wird, besteht für ihn nur eine sehr geringe Bedrohung. Denn durch das "Fällen" von teilweise extra angepflanzten Bäumen und das Anlegen von Dämmen macht sich der Biber nicht unbedingt nur Freunde.



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Bilder / Foto Name: f76t0269 - Kanadischer Biber
Fotograf / Bildquelle: Rolf Hicker Fotografie



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