Informationen Halbborstenigel

wissenschaftlicher Name: Hemicentetes. Halbborstenigel sind eine Gattung der Insektenfresser.


Infos zu den Halbborstenigeln

  • Englisch: Streaked Tenrecs
  • Französisch: Hemicentetes
  • einheimischer Name: Ambikos

  • Unterfamilie: Borstenigel (Tenrecinae)
  • Familie: Tanreks oder Tenreks (Tenrecidae)
  • Überfamilie: Tanrek- oder Tenrekartige (Tenrecoidea)
  • Ordnung: Insekten- oder Kerbtierfresser (Insectivora)
  • Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Unterstamm: Kiefertiere (Gnathostomata)
  • Stamm: Chordatiere, Rückensaitentiere (Chordata)
  • Unterabteilung: Neumundtiere (Deuterostomia)
  • Bilateria

Allgemeines

Beide Arten dieser Gattung erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 16-19 cm und ein Gewicht von 130-160 g. Der Schwanz ist verkümmert. Lange Tasthaare befinden sich an der Schnauze, hinter und unter den Augen und am Rücken.

Halbborstenigel haben die Fähigkeit zur Echoortung. In der Mitte des Rückens beider Geschlechter befindet sich ein Bereich, in dem die Stacheln dicker sind als die anderen. Wenn ein Tier sehr erregt ist, z.B. bei Fressen oder bei der Verteidigung, reibt das Tier diese Stacheln ruckartig aneinander. Die Geräusche, die dabei erzeugt werden, scheinen auch ein sehr wichtiges Verständigungsmittel zwischen Mutter und Junge zu sein.

Verbreitung

Die Heimat ist Madagaskar.

Feinde

Die Feinde sind Schlangen, Raubtiere und der Mensch.

Lebensweise

Halbborstenigel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringen sie in 20-50 cm langen Tunnel, die nur ganz knapp unter der Erdoberfläche angelegt werden. Sie leben meistens in Gruppen, die aus ein bis zwei Erwachsenen und mehreren Jungtieren besteht.

Halbborstenigel haben eine erfolgreiche Abwehrmethode entwickelt: Wenn das Tier bedroht ist, wird der Körper steif gestreckt und die Kopfstacheln aufgerichtet. Dabei wirft das Tier plötzlich seinen Kopf hoch und macht gleichzeitig einen Sprung mit den Vorderbeinen. Durch diesen Sprung wird der Körper mit einem Ruck nach vorn geworfen. Gleichzeitig stößt das Tier einen schrillen, kurzen Schrei aus, den er mit jedem Sprung wiederholt. Fünf bis sechs solcher Sprünge kann das Tier hintereinander ausführen. Die kurzen, nur etwa 0,5 bis 1 cm langen, Nackenstacheln haben Widerhaken und fallen leicht aus. Durch die abrupte Kopfbewegung dringen diese Stacheln tief in die z.B. menschliche Haut ein. Diese sind dann schwer zu entfernen und verursachen Verletzungen, die sich entzünden. Halbborstenigel versuchen allerdings nie zu beißen.

Ernährung

Am liebsten verzehren Halbborstenigel Regenwürmer. Aber auch Nacktschnecken, Insekten und andere weichhäutige Wirbellose, die auf dem Boden leben, erbeuten sie. Häufig nach der Mahlzeit erbrechen sie, nehmen aber die erbrochenen Stückchen Würmer oder Fleisch sofort wieder zu sich.

Auf der nächtlichen Nahrungssuche laufen die Tiere schnüffelnd zwischen den Pflanzen umher und untersuchen mit ihrer langen Nasen vor allem den Erdboden. Wenn sie dort etwas Genießbares wittern, stoßen sie die Nasen sofort in die erde, graben mit den Vorderfüßen, ergreifen die Beute mit dem Mund und ziehen es heraus.

Fortpflanzung

Bei der Geburt sind die Jungen etwa 20 mm lang. Ihr kurzhaariges Fell zeigt bereits dasselbe Muster wie das der Erwachsenen. Sechs Tage nach der Geburt werden die ersten spitzen Stacheln sichtbar. Mit 3 Wochen sind die Jungen bereits 9 cm lang und begeben sich selbstständig auf Nahrungssuche.

Verwandtschaft

Halbborstenigel gehören zur Familie der Tanreks oder Tenreks (Tenrecidae)
dazu gehören auch die Gattungen der Borstenigel:

  • Tanreks oder Tenreks i.e.S. (Tenrec)
  • Igeltanreks oder -tenreks (Setifer, Echinops und Dasogale)

und die Gattungen der Reistanreks oder -tenreks:
  • Langschwanz- und Kleintanreks oder -tenreks (Microgale)
  • Reiswühler (Oryzorictes)
  • Wassertanreks oder -tenreks (Limnogale)
  • Erdtanreks oder -tenreks (Geogale)

Systematik

Zur Gattung der Halbborstenigel (Hemicentetes) gehören die Arten:

  • Streifentanrek, Streifentenrek oder Halbborstenigel (Hemicentetes semispinosus)
  • Schwarzkopftanrek oder -tenrek (Hemicentetes nigriceps)

Beide ARten sind etwas umfangreicher beschrieben und haben eigene Seiten.


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